STADT ZUG: Mit Claude I. ist die nächste Fasnacht eröffnet

Die Zunft der Letzibuzäli hat einen neuen Prinzen. Er soll so schlau sein wie ein Fuchs.

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Claude Fux ist der neue Prinz der Zunft der Letzibuzäli. Hier mit seiner Tochter Manuela Fux (rechts) und ihrer Kollegin Naemi Schär. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Claude Fux ist der neue Prinz der Zunft der Letzibuzäli. Hier mit seiner Tochter Manuela Fux (rechts) und ihrer Kollegin Naemi Schär. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

11.11 Uhr, 11.11., Fasnachtsbeginn. Die Türen des Pulverturms an der Zugerbergstrasse in Zug öffnen sich, und Tamburen künden lautstark das Eintreffen des neuen Prinzen der Zunft der Letzibuzäli an. Alle blicken gespannt, denn noch ist es eine Überraschung, wer an der Fasnacht 2010 das Zepter in der Hand halten wird.

Mit zwei Prinzessinnen
Dann betritt er den Raum: Prinz Claude I., mit bürgerlichem Namen Claude Fux. Der eidgenössisch diplomierte Tankrevisor ist Geschäftsführer der Fux Tank AG, Zug, und Vater zweier Töchter. Mit Blumensträussen in der Hand folgen dem 58-Jährigen, der die italienische Küche sowie Rotwein liebt und Lügnern aus dem Weg geht, die zwei Prinzessinnen. Fux? Wahl fiel auf seine Tochter Manuela und deren Kollegin Naemi Schär. «Ich freue mich sehr», ruft er der versammelten Fasnachtsschar zu, und der Applaus fällt dementsprechend herzlich und laut aus.

«Baarer haben das Nachsehen»
Zunftmeister Arthur Brühlmann heisst Claude I. herzlich «im erlauchten Kreis der Blaublüter» willkommen. Er schätze es, dass Fux spontan Ja gesagt habe, als die Zunft mit ihrem Anliegen zu ihm gekommen sei. Zumal er auch ein valabler Kandidat für das Oberhaupt der Baarer Fasnacht sei. «Aber die Baarer haben nun das Nachsehen», sagt Brühlmann und grinst. «Der Fuchs ist halt schlau», ergänzte er. Und einen Fuchs mit Adelstitel gebe es nicht alle Tage. Claude Fux nickt zustimmend, die Menge lacht.

In den letzten Jahren sei er während der Narrenzeit nicht mehr so oft unterwegs gewesen, verrät Claude Fux. «Früher jedoch war ich immer dabei.» Dies will er nun auch in seinem Amtsjahr wieder tun. «Ich hoffe, dass es supergut herauskommt und ich mich noch lange an diese Zeit erinnern werde», so Fux. Er wird von all jenen umringt, die ihm zum neuen Amt gratulieren wollen.

Thomas I. tritt ab
Dass es Spass macht, Letzibuzäli-Prinz zu sein, versichert ihm sein Vorgänger Thomas I., Thomas Weiss-Sidler. Der Mann von Zugs Bauchefin Andrea Sidler Weiss findet, «dass ein sehr schönes und geniales Jahr zu Ende geht», und sichert Claude Fux seine Unterstützung zu. Doch noch gibt Thomas I. eigentlich das Zepter nicht ganz aus der Hand. Denn die Inthronisation des neuen Prinzen findet erst im nächsten Jahr, am 23. Januar, statt. Bis dahin müssen sich die Zuger Fasnächtler also noch gedulden.

Yvonne Anliker/Neue ZZ