Stadt Zug
Nachtruhestörungen am See rufen die Politik auf den Plan

Kaum steigen die Temperaturen, werden die Nächte am Zuger Seeufer – von der Vorstadt bis zur Chamerstrasse – lauter. Der Stadtrat muss reagieren, fordert FDP-Gemeinderätin Laurence Uttinger.

Harry Ziegler
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Das Recht auf Nachtruhe zwischen 22 und 7 Uhr ist im städtischen Reglement über die Lärmbekämpfung seit 1972 festgeschrieben. Allerdings macht FDP-Gemeinderätin Laurence Uttinger in einer Interpellation Mängel bei der Umsetzung des Rechts in den Gebieten Vorstadt, Neustadt und Chamerstrasse aus. Seit Jahren, schreibt sie, würden sich die Anwohner in diesen Gebieten um die Respektierung des Rechts auf Nachtruhe bemühen.

Sie will deshalb vom Stadtrat wissen, was er zu tun gedenke, um diesem Recht der Anwohner am Seeufer Nachachtung zu verschaffen, und ob er sich bewusst sei, dass Nachtruhestörung auch in anderen Quartieren der Stadt ein Problem seien. Sie will eine Antwort, was der Stadtrat in diesen Quartieren unternehmen wolle.

Schreien, Knallfrösche, Streit und Gebrüll

«Sobald die Witterung den Aufenthalt im Freien zulässt, müssen sich die Anwohner jede Nacht Schreie, Kreischen, laute Streitereien, das Zünden von Knallfröschen, Schlagen gegen Metallpfeiler, betrunkene Schimpftiraden, Herumbrüllen und Ähnliches anhören, und zwar bis in die Morgenstunden», schreibt die Gemeinderätin, die selber im fraglichen Gebiet lebt. Es sei praktisch unmöglich geworden, den Abend auf der Terrasse zu verbringen oder bei offenen Fenstern zu schlafen. Sogar bei geschlossenen Fenstern würde man wach, wenn draussen besonders laut herumgebrüllt werde. Ausserdem sorge das nächtliche Treiben nicht für ein Gefühl der Sicherheit.

Littering in der Stadt Zug: So sieht es in der wärmeren Jahreszeit vielfach am Stadtzuger Seeufer aus.

Littering in der Stadt Zug: So sieht es in der wärmeren Jahreszeit vielfach am Stadtzuger Seeufer aus.

Bild: PD

Hinzu komme dann nach den nächtlichen Ausschweifungen der liegen gebliebene Abfall. Uttinger schätzt zwar die bisherigen Bemühungen um Durchmischung des Publikums an der Promenade und den Einsatz von Sicherheitskräften. Nur hätten diese Massnahmen bislang nichts genützt. Ebenso wie die Appelle der Nachbarschaft Vorstadt-Neustadt nichts bewirkten. «Ich bin daher der Auffassung, dass der Stadtrat seine Anstrengungen in diesem Bereich merklich verstärken und weitere Massnahmen ergreifen muss, um die Umsetzung des Lärmreglements wirksam sicherzustellen.»