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Stadt Zug: Mehrheit will Parkplätze behalten

Die Stimmberechtigten haben die Volksinitiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!» deutlich gutgeheissen. Nun wird der Bebauungsplan angepasst, was ein langwieriges Verfahren nach sich ziehen dürfte.
Andrea Muff
Auf dem oberen Postplatz (im Vordergrund) kommen die Parkplätze weg; auf dem unteren (vor dem Regierungsgebäude) bleiben sie bestehen. (Bild: Maria Schmid (Zug,19. März 2018))

Auf dem oberen Postplatz (im Vordergrund) kommen die Parkplätze weg; auf dem unteren (vor dem Regierungsgebäude) bleiben sie bestehen. (Bild: Maria Schmid (Zug,19. März 2018))

Die Spannung im Burgbachsaal in der Stadt Zug ist am Sonntagnachmittag fast greifbar, als Dolfi Müller, Stadtpräsident, den Raum betritt. Er verkündet das Abstimmungsresultat über die Volksinitiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!» mit steinerner Miene: «Die Stadtzuger sagen deutlich mit 58 Prozent Ja zur Initiative.»

Dass er mit diesem Resultat nicht glücklich ist, daraus macht der SP-Politiker keinen Hehl: «Ich muss feststellen, damit sind wir wie bei ‹Monopoly› wieder auf Chur Kornplatz zurückgefallen.» Es sei jetzt aber wichtig, dass die Initiative umgesetzt, der Bebauungsplan geändert und dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht werde. Diesem Bebauungsplan hat das Volk 2008 zugestimmt: Damit sollten 60 Parkplätze auf dem oberen und unteren Postplatz und in der Umgebung wegkommen. Als Kompensation wurde das Parkhaus Post gebaut, welches diesen April eröffnete.

Insgesamt 42 Parkplätze bleiben

Die vom Gewerbeverein initiierte Volksinitiative «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!» beauftragt den Stadtrat nun, dass insgesamt 42 oberirdische Parkplätze nicht verschwinden – 25 Parkplätze auf dem unteren Postplatz und 17 in der näheren Umgebung. Felix Kalt, Präsident des Gewerbevereins Stadt Zug und Vorsitzender des Initiativkomitees, freut sich über das Resultat: «Wir sind glücklich und danken für die deutliche Zustimmung. Wir erwarten, dass der bürgerliche Stadtrat vorwärts macht und den Auftrag umsetzt.»

Er sei sich zudem nicht sicher, ob die Stadt einen neuen Bebauungsplan erstellen muss, oder ob der jetzige nicht angepasst und optimiert werden könne. Dolfi Müller sagt: «Das Prozedere ist komplex.» Und fügt hinzu: «Der alte Bebauungsplan gilt, bis der neue rechtskräftig ist.» Das sei ein langwieriger Prozess.

Sehr emotionale Abstimmung

Sehr emotionale Abstimmung Für Felix Kalt steht indes fest: «Wir sind überzeugt von unserer Lösung und die Gewerbler stehen hinter ihr.» Der deutliche Entscheid sei auch für die Glaubwürdigkeit, wie das Gewerbe Themen aufgreife und vertrete, wichtig. Zudem habe die Initiative einen guten Namen gehabt, der viele angesprochen habe. Astrid Estermann, Sprecherin des Nein-Komitees, bedauert das Abstimmungsresultat und spricht auch den, wie sie sagt, «schlauen Titel» an: «Wir sind nicht gegen das Gewerbe, wir wollten aber neuen Ideen eine Chance geben.»

Die Abstimmung sei eine sehr emotionale gewesen, weiss Dolfi Müller. Alleine die Parkplätze würden das Gewerbe in der Altstadt aber nicht retten, so der Stadtpräsident: «Ich hoffe, dass die Zuger auch vermehrt in den lokalen Läden einkaufen gehen.» Felix Kalt betont: «Die Mischform von oberirdischen Parkplätzen und solchen in Parkhäusern ist wichtig für uns.» Für Astrid Estermann bleibt ein bitterer Beigeschmack: «Wir können uns nicht mehr auf Bebauungspläne verlassen.»

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