STADT ZUG: Post erhält von Gewerblern deutliche Absage

Die Zukunft des Gebäudes am Postplatz ist ungewiss. Derweil machen Gerüchte die Runde, wer einst die Räume nutzen wird.

Samantha Taylor
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Postplatz in Zug mit dem Hauptpost-Gebäude. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Postplatz in Zug mit dem Hauptpost-Gebäude. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Seit ziemlich genau einem Monat ist sie Geschichte, die Hauptpost der Stadt Zug am Postplatz. Mit der Eröffnung der Poststelle im Laubenhof wurde das Angebot im denkmalgeschützten Gebäude reduziert und die Schalterhalle geschlossen. Geblieben sind im Süden der Stadt lediglich die Postfächer und eine Agentur.

Zieht Restaurantkette in Gebäude?

Was mit den leer stehenden Räumen dereinst geschehen soll, ist noch nicht klar. Allerdings wird rege spekuliert, diverse Gerüchte machen die Runde. So heisst es etwa, dass die vegetarischen Restaurantketten Hiltl oder Tibits in das ehemalige Postgebäude einziehen wollen. Sowohl Rolf Hiltl, Geschäftsführer der Hiltl AG, wie auch Daniel Frei, Geschäftsführer der Partnerfirma Tibits AG, wissen allerdings von solchen Plänen nichts. «Wir liebäugeln immer wieder mit Zug, und wir haben auch regelmässig Anfragen von Gästen, die sich freuen würden, wenn wir ein Restaurant in Zug eröffnen würden», sagt Daniel Frei. Man habe sich auf dem Platz Zug auch schon umgesehen und diverse Lokalitäten geprüft. «Bezüglich des Postgebäudes sind wir aber nicht in Verhandlungen», so Frei weiter. Aktuell gebe es keine Standorte, die man in Zug prüfe. «Aber wir haben immer die Augen offen, und Zug wird für uns in den nächsten Jahren sicher ein Thema werden», erklärt der «Tibits»-Mitbegründer und Geschäftsführer weiter.

Die Post ihrerseits will die Gerüchte nicht kommentieren, erklärt auf Anfrage aber, dass sie zurzeit mit verschiedenen Interessenten in Bezug auf die Vermietung von Flächen im Gebäude am Postplatz in Kontakt stehe. «Im Fokus steht eine attraktive, publikumsorientierte Nutzung», sagt Mediensprecher Erich Schmid. Zu Verhandlungen mit einzelnen Interessenten äussert sich die Post derzeit allerdings noch nicht.

«Viele sind sauer auf die Post»

Wie lange die Postagentur noch im ehemaligen Hauptgebäude betrieben werden soll, ist ebenfalls noch unklar. Dies nicht zuletzt, weil es gar nicht so leicht scheint, einen Partner in der näheren Umgebung zu finden, der diese beherbergen will, wie aus der Nachbarschaft zu hören ist. «Ich weiss von neun Gewerblern, dass sie von der Post angefragt wurden, ob sie die Agentur bei sich integrieren wollten. Aber alle haben abgesagt», sagt Wolfgang Röllin, der sein Geschäft an der Zeughausgasse hat und ausserdem das Netzwerk für die Gewerbetreibenden der Altstadt, Cobble Network Zug, mitbegründet hat. Es wolle sich von den Ladenbesitzern in der Umgebung des Postplatzes niemand die Finger verbrennen, ist Röllin überzeugt. «Viele sind sauer auf die Post und verstehen den Entscheid nicht. Darum will auch keiner die Agentur bei sich haben», so Röllin weiter.

Auf der Suche nach Agenturpartner

Wie viele Anfragen die Post bereits gemacht hat, gibt sie auf Anfrage nicht bekannt. Allerdings räumt Mediensprecher Erich Schmid ein, dass man nach wie vor auf der Suche nach einem geeigneten Agenturpartner sei. Schmid: «Denkbar ist, dass sich in Zusammenhang mit der Vermietung der frei werdenden Flächen eine Möglichkeit für eine Agenturpartnerschaft ergibt.»