STADT ZUG: Spital-Chef Bisig geht – die Parteien reagieren

Der Zuger Kantonsspital-Chef Robert Bisig verlässt per sofort sein Amt. Gründe sind unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Unternehmensphilosophie, Neuausrichtung des Spitals und deren Umsetzungstempo.

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Robert Bisig im August im Kantonsspital in Baar. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Robert Bisig im August im Kantonsspital in Baar. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Daniel Staffelbach, Delegierter des Verwaltungsrat, übernimmt per sofort ad interim die operative Führung des Spitalbetriebs, wie der Kantonsspital mitteilte. Die Stelle des CEO wird ausgeschrieben.

Der frühere CVP-Regierungsrat Bisig war seit 2004 Spitaldirektor und CEO des Zuger Kantonsspitals. Erst vor 80 Tagen erhielt Bisig für den reibungslos verlaufenen Umzug des Spitals von Zug in den Neubau in Baar von allen Seiten Bestnoten.

Parteien wollen Erklärungen zur Freistellung
Der abrupte Abgang Bisigs ruft die Parteien auf den Plan. SP, FDP und CVP haben am Donnerstag zur Freistellung Bisigs bereits Vorstösse im Kantonsrat eingereicht. Auch die Alternativen arbeiten an einem Vorstoss.

Für die SP-Fraktion kommt Bisigs Freistellung völlig überraschend. Besonders stossend sei, dass der Kanton als Hauptaktionär nicht vorgängig informiert wurde. Die SP verlangt nun in einer Interpellation von der Regierung mehr Einflussnahme im Verwaltungsrat des Spitals, in dem der Kanton trotz einer Aktienkapitalbeteiligung von 95 Prozent nicht vertreten ist.

Auch für die Alternative Fraktion ist es «inakzeptabel, dass der Kanton überhaupt kein Mitbestimmungsrecht hat», wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Sie erwägten, die Umwandlung des Spitals in eine öffentlich-rechtliche Institution mit angemessener Mitsprache des Kantons zu verlangen.

Der Regierungsrat soll ausserdem bei der Wahl des neuen CEO mitbestimmen können, lautet eine weitere Forderung der Alternativen.

FDP befremdet, CVP konsterniert
Die FDP-Fraktion lädt die Regierung in einem Postulat ein, an der nächsten GV der Kantonsspital AG einen Kantonsvertreter in den VR zu wählen. Weiter soll die Regierung dem Kantonsrat eine Eignerstrategie vorlegen. Die faktische Entlassung von Bisig nimmt die FDP «mit Befremden» zur Kenntnis.

Die CVP-Fraktion ist «konsterniert». Sie möchte in einer Interpellation wissen, ob die Regierung einverstanden ist mit der Freistellung von Bisig. Erfahren möchte die Fraktion auch, ob die Regierung Kenntnis hatte von den Differenzen zwischen VR und Spitaldirektor. Sagen soll die Regierung ausserdem, ob sie mit der Ernennung des interimistischen CEO Daniel Staffelbach einverstanden ist.

sda