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STADT ZUG: Stadtrat muss zur Ökihof-Planung viel Kritik einstecken

Der Zwischenbericht des Stadtrats zu einer Motion liess die Emotionen im Grossen Gemeinderat hoch gehen. Vor allem, weil es um mehrere «grosse Kisten» geht.
Samantha Taylor
Hier im Zuger Göbli könnte ab 2020 der Ökihof sein. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ)

Hier im Zuger Göbli könnte ab 2020 der Ökihof sein. (Bild: Stefan Kaiser/ZZ)

«Eine Black Box», ja sogar eine «Black Box, in deren Innern sich ein grosses ‹Chrüsimüsi› findet»: Die Bezeichnungen, die gleich mehrere Mitglieder des Grossen Gemeinderates (GGR) gestern Abend für den stadträtlichen Zwischenbericht rund um die Zukunft des Stadtzuger Ökihofs und des Areals beim ehemaligen Güterbahnhof fanden, waren deutlich. Zu viel habe der Stadtrat in den Zwischenbericht zur Motion «Rettet den Ökihof – keine Immobilienspekulationen auf dem Güterbahnhofareal der Stadt Zug» von Willi Vollenweider (parteilos) reingepackt, so der Tenor im Rat.

Zur Erinnerung: Der Stadtrat hält im Zwischenbericht zum einen fest, dass eine Umzonung des Areals beim Güterbahnhof, wo sich heute der Ökihof befindet, nicht möglich ist. Weiter führt die Stadt aus, dass der Ökihof auf dem Grundstück im Göbli, das sie von der Korporation Zug erworben hat, ab 2020 betrieben werden soll. Und schliesslich geht aus dem Bericht hervor, dass die Stadt im Göbli auch Interesse am Nachbarsgrundstück hat, das den Wasserwerken Zug (WWZ) gehört (Ausgabe vom 17. November).

Willi Vollenweider fokussierte in seinem Votum auf Punkt eins, also die Zukunft des ehemaligen Güterbahnhofareals. Er bedauerte, dass die SBB auf dem Grundstück Wohnungen erstellen werden. «Die Situation ist verfahren.» Gleichzeitig begrüsste Vol­lenweider es jedoch, dass auf einem Teil des Areals eine Bebauungsplanpflicht erlassen werden soll: «So können wir die Interessen der Stadt am besten wahren.»

Viele Fragen an die Stadt

Die meisten Fraktionssprecher teilten im letzten Punkt die Ansicht Vollenweiders. Trotzdem gab es heftige Diskussionen und viel Schelte an die Adresse des Stadtrats. Hoch kochten die Emotionen allerdings wegen der anderen beiden Punkte: des Ökihofs und der Entwicklung im Göbli.

«Die Vorgehensweise der Stadt ist suboptimal», befand der Präsident der Bau- und Planungskommission Urs Bertschi (SP) und bezeichnete die ganze Sache eben als besagte Black Box. Der Ökihof sei eine grosse Kiste mit «einigen brisanten Fragen, die geklärt werden müssen».

Hugo Halter stimmte im Namen der CVP zu. Man hoffe, dass der Stadtrat für die anspruchsvollen Verhandlungen gut gerüstet sei. «Und wir bitten den Stadtrat, in Sachen Ökihof – trotz spürbarem Widerstand – offen zu sein für Lösungen wie etwa die Dezentralisierung», so Halter.

«Verwundert über die Sammelpackung» war man seitens der Alternative-CSP. «Wir stellen uns hier doch einige Fragen: Was erwartet der Stadtrat von uns? Ist bereits heute unsere Meinung zu den Projekten gefragt? Wie kommen wir an das Land der WWZ?», zählte Astrid Estermann auf.

Philip C. Brunner (SVP) betonte, dass in dieser Motion viele wichtige Stücke enthalten seien. «Aber ich hätte von der Stadt einiges mehr erwartet – vor allem, dass man sich auf das Wesent­liche konzentriert.» Beim Thema Ökihof könne man bei der Arbeit des Stadtrats schon fast von Arbeitsverweigerung reden.

Ruhige Voten gab es einzig von FDP und GLP. Peter Rütimann (FDP) betonte, dass der Zeitplan der Stadt, bis Anfang 2019 den Ökihof im Göbli anzusiedeln, sportlich sei. Und David Meyer (GLP) äusserte, dass noch nicht «alle Themenblöcke» so ausgearbeitet seien, wie er sich das vorstelle.

Das, was gefordert wurde

Bauchef André Wicki konnte die Kritik, die auf ihn niederprasselte, nicht unkommentiert stehen lassen. «Wir machen eine Auslegeordnung, und wir wollen Sachen früher auf den Tisch bringen. All das wurde immer wieder gefordert», betonte er. Der GGR nahm den Zwischenbericht nach einem weiteren Schlagabtausch am Ende zur Kenntnis.

Samantha Taylor

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