Stadt Zug
Tangente Zug/Baar: Gehen durch flankierende Massnahmen entscheidende Sekunden für die Feuerwehr verloren?

Mit der Eröffnung der neuen Strasse noch in diesem Jahr werden sich die Verkehrsflüsse in der Stadt ändern. Dies nicht zu Gunsten der Blaulichtorganisationen, ist ein Gemeinderat überzeugt.

Harry Ziegler
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Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Zug erwarten das schnellstmögliche Eintreffen der Feuerwehr, des Krankenwagens oder der Polizei, wenn dies nötig ist. Beispielsweise bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten, einem Brand oder einem Überfall. Genau dieses schnellstmögliche Eintreffen am Schadensort wird aber schwerer werden. Gemeinderat Benny Elsener (CVP) befürchtet, dass die flankierenden Massnahmen zur Tangente Zug/Baar rund um das Feuerwehrgebäude an der Industrie-/Göblistrasse schnelle Reaktionen behindern werden.

Massnahmen behindern die Fahrt zum Feuerwehrgebäude

Für ihn ist klar: «Mitentscheidender Faktor ist die Strassenführung. Die Strassenführung nicht nur für die Blaulichtfahrzeuge, die Strassenführung auch für die Anfahrt ins Feuerwehrgebäude mit Privatfahrzeugen.» Schon im aktuellen Istzustand sei es für die Milizfeuerwehrleute immer schwieriger, schnellstens ins Feuerwehrgebäude an der Industrie-/Göblistrasse zu gelangen, um die Sollzeiten beim Ausrücken der Feuerwehrfahrzeuge einhalten zu können. «Sekunden entscheiden auf dem Schadenplatz. Nur wenn die Feuerwehrfahrzeuge mit der Mannschaft immer später ausrücken, weil die flankierenden Massnahmen eine zeitnahe Ankunft der Feuerwehrleute im Feuerwehrgebäude verhindern, verspielen wir die entscheidenden Sekunden», so Elsener. Wegen der Tangente seien nämlich rund um das Feuerwehrgebäude flankierende Massnahmen vorgesehen. So die Einführung von Einbahnsystemen zur Unterbindung von Schleichverkehr. Oder die Überlegung, Riegel einzuführen, und andere Massnahmen wie die Unterbrechung von Strassen, Tempo 30, Dosiersysteme oder die Förderung des Langsamverkehrs umzusetzen.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass die Eröffnung der Tangente Zug/Baar starken Einfluss auf die Verkehrsflüsse in der Stadt haben werde – was ja auch grundsätzlicher Sinn des Baus einer neuen Strasse sei. Dennoch: Die kantonale Baudirektion habe zum Bau der Tangente verschiedene Änderungen im bestehenden Strassennetz mit flankierenden Massnahmen zur Verkehrsberuhigung verfügt. «Ohne den neuen Verkehrsfluss erst einmal abzuwarten, auszuwerten und dann die richtigen baulichen Massnahmen zu erstellen, werden theoretische, flankierende Massnahmen jetzt schon umgesetzt. Somit werden Chancen für eine zielführende Verkehrsführung verspielt», ist Elsener überzeugt.

Er stellt dem Stadtrat dazu zwei Fragen:

  • Ist sich der Stadtrat bewusst, dass der Erfolg der Freiwilligen Feuerwehr Zug (FFZ) von unserem Milizsystem abhängt und dazu die Feuerwehrleute in kürzester Zeit aus allen Richtungen das Feuerwehrgebäude erreichen müssen?
  • Wird der Stadtrat die geplanten flankierenden Massnahmen nochmals überdenken und die Sicht des ständigen Auftrages der Ortsfeuerwehr und Stützpunktfeuerwehr FFZ in die Überlegungen der Verkehrsführungen miteinbeziehen?

Der Stadtrat solle die Fragen schriftlich beantworten, verlangt der CVP-Gemeinderat.