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STADT ZUG: «Taube»-Mauerreste stammen aus der Zeit um 1300

Die bauarchäologische Untersuchung beim ehemaligen Restaurant «Taube» am Haus Unteraltstadt 26 ist abgeschlossen. Ergebnis: Die ältesten Mauerreste stammen aus der Zeit um 1300. Gleich zwei verheerende Ereignisse in der Zuger Geschichte hinterliessen ihre Spuren: Der Stadtbrand von 1371 und der Seeabbruch von 1435.
Untersucht wurde das Haus Unteraltstadt 26 (Mitte). (Bild: pd / Kanton Zug)

Untersucht wurde das Haus Unteraltstadt 26 (Mitte). (Bild: pd / Kanton Zug)

Das unter Denkmalschutz stehende Haus Unteraltstadt 26 in der Stadt Zug, bekannt als Liegenschaft «Zur Taube», wird aktuell umgebaut und saniert. Parallel dazu führte das Amt für Denkmalpflege und Archäologie routinemässig eine bauarchäologische Untersuchung durch. Dabei wurden Täfer abgelöst, moderner Putz abgeschlagen und Bodenbelag entfernt, bis die ins Mittelalter zurückreichenden Gebäudeteile freilagen, wie der Kanton Zug am Dienstag mitteilt.

Stadtbrand und Seeabbruch hinterliessen Spuren

In der Haushälfte, die Richtung See zeigt, wurde das älteste Baumaterial entdeckt. Es handle sich dabei um Mauerreste eines ursprünglich wohl dreigeschossigen Gebäudes aus der Zeit um 1300. Auf der gassenseitigen Parzellenhälfte habe spätestens seit 1372/73 ein zweites Haus gestanden. Dieses komplett aus Holz errichtete Gebäude war vom seeseitigen Haus durch einen Nord-Süd gerichteten Abwassergraben getrennt. Das Alter des zur Gasse hin vorkragenden Holzhauses sei mit Hilfe der Jahrringdatierung bestimmt worden: Die Hölzer seien 1372 gefällt und – wie dies damals üblich war – «saftfrisch» verbaut worden. «Man kann also davon ausgehen, dass der Holzbau zwischen 1372 und 1373 realisiert wurde», so Anette Jean Richard, Leiterin der Abteilung Bauforschung und Mittelalterarchäologie.

Diese Erkenntnis sei ein indirekter Nachweis, dass Zug im Jahre 1371 tatsächlich von einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht wurde, nach welcher die Stadt innerhalb der Ringmauer neu aufgebaut werden musste. Ein weiteres grosses Unglück – nämlich der Seeabbruch vom 4. März 1435 mit 60 Toten und 26 versunkenen Häusern – sei am seeseitigen Hausteil der Unteraltstadt 26 abzulesen. Zumindest teilweise sei auch dieses Haus im See versunken.

Münzen im Zwischenboden entdeckt

Die Nutzung der Unteraltstadt 26 als Wirtshaus «Zur Taube», zwischenzeitlich in Kombination mit einer Bäckerei, dürfte mindestens auf das 18. Jahrhundert zurückgehen. Dies lege ein weiterer interessanter Fund nahe: es wurden nämlich über dreissig Münzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert gefunden, die sich in den Zwischenböden des gassenseitigen «Säli» befanden. Sie dürften der Kundschaft entglitten und in den Ritzen des Holzbodens verschwunden sein.

Auch sogenannte Münzgewichte, mit denen damals der Edelmetallgehalt eines Geldstückes ermittelt werden konnte, seien bei den Untersuchungen zum Vorschein gekommen. «Die Erkenntnisse der Bauforschung fliessen in die Gestaltung der neuen Räume ein» sagt Dan Semrad, geschäftsführender Partner und Inhaber des Büros CSL Partner Architekten. «Auch im geplanten Restaurant auf zwei Geschossen wird die historische Bausubstanz sichtbar sein», so Semrad weiter.

pd/nop

Der Täfer wurde gelöst und zum Vorschein kam dieses alte Mauerwerk im Restaurant Taube. (Bild: pd/Knaton Zug/Armin Thuerig)

Der Täfer wurde gelöst und zum Vorschein kam dieses alte Mauerwerk im Restaurant Taube. (Bild: pd/Knaton Zug/Armin Thuerig)

Diese Münzen haben die Archäologen im Zwischenboden des ehemaligen restaurants Taube gefunden. Sie stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Bild: pd/Kanton Zug)

Diese Münzen haben die Archäologen im Zwischenboden des ehemaligen restaurants Taube gefunden. Sie stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Bild: pd/Kanton Zug)

Einblick ins ehemalige Restaurant Taube an der Unteraltstadt 26 in Zug. (Bild: pd/Kanton Zug)

Einblick ins ehemalige Restaurant Taube an der Unteraltstadt 26 in Zug. (Bild: pd/Kanton Zug)

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