Stadt Zug
Variante 1 oder 2? Oder doch die des EVZ? – Diskussionen um die Stadionerweiterung

Vertreter der Stadt und die Geschäftsprüfungskommission haben sich kürzlich zusammengesetzt, um über den Stand der Arena-Aufstockungspläne zu beraten. Entscheidungen wurden aus einem bestimmten Grund noch nicht gefällt.

Vanessa Varisco
Merken
Drucken
Teilen

In der Bossard-Arena braucht es mehr Platz. Das ist schon länger klar, und die Stadt Zug macht sich darüber seit einiger Zeit Gedanken. In einem Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) wird nun der Stand der Dinge umrissen. Ausserdem erläutert der Geschäftsführer des EVZ Patrick Lengwiler einige Fragen zur Version «Keep Building» – jener Variante der Erweiterung, welche der EVZ in Auftrag gegeben hatte mit dem Hintergedanken eines möglichst geringen Eingriffs ins Erscheinungsbild der Arena.

Das Konzept «Keep Building».

Das Konzept «Keep Building».

Visualisierung: Studiomatt

Zur Erinnerung der Dimensionen des Umbaus: Die Tribünenplätze sollen von heute 7200 auf 9000 Plätze erweitert werden. Überdies soll es eine Fanzone für 400 Menschen geben und auch der Gastronomiebereich soll bis auf rund 1000 Plätze aufgestockt werden. Wie diese Erweiterung bewältigt werden kann, dafür gibt es zwei Varianten, die ins Auge gefasst wurden. Die bevorzugte Version der Stadt ist jene, bei welcher das Dach angehoben wird und eine Erweiterung durch eine Aufstockung in Nord, Süd, West und Ost vollzogen wird.

Präferierte Variante gibt der EVZ noch nicht bekannt

An einer ordentlichen Sitzung der GPK, an welcher auch Vertreter des EVZ anwesend waren, sollte ein Zwischenbericht abgeliefert werden, um aufzuzeigen, was bislang erarbeitet wurde. Wichtig: Es handelt sich noch immer nicht um gefällte Entscheidungen, sondern um Konzepte.

Seitens GPK gibt es insbesondere bezüglich des «Keep Building»-Konzepts noch Fragen. Jene Version kommt auf rund 8500 Zuschauerplätze und zirka 1400 Gastronomie-Sitzplätze. Das Hallendach würde dazu im Nordbereich drei bis fünf Meter steiler gemacht werden. Eine Kostenschätzung und Weiterentwicklung des Konzepts werden noch durch den EVZ veranlasst. Auf die Frage der GPK, ob der EVZ diese Variante favorisiere, entgegnete Lengwiler: Der EVZ habe eine eigene Meinung, wolle aber damit nicht vorgreifen. Vorderhand müsse das «Keep Building»-Konzept aber noch weiter ausgearbeitet werden.

Etappierung wäre möglich

Dieses Konzept unterscheidet sich in gewissen Punkten denn auch von den anderen Optionen. So ist etwa bei Variante 2 keine Etappierung des Baus möglich, weil an allen Seiten angesetzt werden muss, um das Dach anzuheben. Beim «Keep Building»-Ansatz sei eine Etappierung der einzelnen Module möglich. Lengwiler:

«Die Möglichkeit der Etappierung ist vorhanden und könnte sinnvoll sein. Ob diese Möglichkeit genutzt würde, ist eine andere Frage.»

Die modulare Bauweise zieht eine weitere Frage der GPK nach sich: Wären im Kostendach von rund 30 Millionen Franken alle Module dabei? Der EVZ-CEO relativiert die Kostenvoreinschätzung: Für das Konzept «Keep Building» sei erst eine Grobkostenschätzung vorhanden. «Die Grobkostenschätzung für alle Module beträgt aber rund 35 Millionen Franken.» Grundsätzlich könne man auch nur das Modul Nord realisieren. Der EVZ sei aber grundsätzlich der Meinung, dass es alle Bestandteile brauche, auch wenn das intern noch nicht abschliessend debattiert worden sei.

Welche Variante nun gewählt wird, ist noch nicht klar. Dazu ist es vorab nötig, dass eine Machbarkeitsstudie für das« Keep Building»-Konzept erarbeitet wird. Sobald das der Fall ist, soll ein Variantenentscheid gefällt werden. Eine zukünftige GGR-Vorlage regelt die Abgabe im Baurecht an den EVZ und ist notwendig, damit der EVZ die Verantwortung übernehmen kann.