Finanzen
Stadt Zug übertrifft budgetierten Überschuss um über 13 Millionen Franken

Disziplin bei den Ausgaben und stabile Steuererträge führen dazu, dass die Rechnung besser schliesst als budgetiert.

Vanessa Varisco
Merken
Drucken
Teilen
Stadt Zug: finanziell im Lot.

Stadt Zug: finanziell im Lot.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 20. März 2021)

«Budgetiert war eine schwarze Null, deshalb freuen wir uns natürlich über den signifikanten Überschuss.» So die einleitenden Worte des städtischen Finanzvorstehers André Wicki zur Präsentation der Rechnung 2020. Bei einem Ertrag von rund 302,3 Millionen Franken und Ausgaben über 288,7 Millionen Franken resultiert ein Überschuss von 13,7 Millionen. Verglichen mit dem Rechnungsergebnis 2019, welches rund 77 Millionen betrug, wirkt der Überschuss bescheidener. Doch Wicki betont, dass der damalige Abschluss ein ausserordentlicher war und keine angemessene Referenz darstelle. Einerseits weil man 2019 von einer Erbschaftssteuer über 32 Millionen – wie sie selten vorkommen – profitiert habe und andererseits weil die Steuererträge der natürlichen Personen einen Höchststand erreicht hatten.

«Im Angesicht der Corona-Pandemie budgetierte der Stadtrat vorsichtig und erwartete für 2020 einen ausgeglichenen Abschluss», heisst es in der Medienmitteilung. Der budgetierte Überschuss belief sich deshalb auf knappe 0,2 Millionen Franken. Dass der Überschuss nun doch millionenhoch ist, liegt unter anderem daran, dass in allen Departementen weniger Geld ausgegeben wurde als im Budget veranschlagt. Rund 10,3 Millionen Franken weniger als prognostiziert wurden ausgegeben. Insgesamt betrugen die Investitionen 16 Millionen Franken.

Schulraumplanung kostet viel

Investiert wurde letztes Jahr vor allem in Schulraum. So floss sowohl Geld in die Sanierung des Schulhauses Oberwil als auch in die Planung zur Erweiterung des Loretos. Generell ist und bleibt die Schulraumplanung ein Löwenanteil der Ausgaben in den nächsten Jahren. Wie Wicki erklärt, sollen dafür rund 150 Millionen Franken bereitgestellt werden. Deshalb werden Teile der Überschüsse vergangener Jahre jeweils dafür zurückgelegt. «Wir wollen in guten Zeiten sparen. Nicht, weil wir schlechte Zeiten erwarten, sondern da grosse Investitionen bevorstehen», so Wicki. Er rechnet nämlich damit, dass für die Schulraumplanung beim Schulhaus Guthirt zusätzlich von Investitionen in der Höhe von 50 Millionen Franken ausgegangen werden muss. Das Schulhaus platze aus allen Nähten, Handlungsbedarf zeichne sich ab. Die Investitionen dafür sind allerdings noch nicht budgetiert.

2020 floss das Geld ausserdem in bauliche Massnahmen wie in die Brücke Mänibachstrasse, die Unterführung Räbmatt, die Personenunterführung Gotthardstrasse sowie die Kreisel Aabach und Gubelstrasse.

Weniger Steuereinnahmen

Im Vergleich zum Vorjahr haben die Steuereinnahmen um rund 10,8 Prozent abgenommen. Die Stadt Zug hat 136,8 Millionen bei den natürlichen Personen eingenommen. Obwohl das weniger sind als 2019, betonte André Wicki, dass es aber mehr seien als budgetiert.

Bei den juristischen Personen schmälerte eine unerwartete Steuerausscheidung den Steuerertrag um 6,9 Millionen Franken gegenüber dem Budget und liegt damit bei rund 73,7 Millionen Franken. Die Ertrags- und Kapitalsteuern erreichten ohne diesen Effekt die budgetierten 79,8 Millionen. Dieser Betrag wäre fast exakt der budgetierte gewesen.

Der Finanzvorsteher zeigt sich zufrieden über die im 5-Jahres-Schnitt stabilen Steuererträge. Er vergisst aber nicht anzufügen: «Jedoch bewegen sich die juristischen Steuereinnahmen in den letzten 5 Jahren auf dem gleichen Niveau, ohne das Wachstum bei den natürlichen Personen und den Sondereffekten bei den Erbschafts- und Grundstückgewinnsteuern hätten wir keine ausgeglichene Rechnung.» Mit Neuzuzügen mittlerer bis grosser Firmen rechnet man nicht, da dafür kaum Platz sei. «Stattdessen wollen wir den Kontakt zu den ansässigen wie etwa Siemens oder V-Zug pflegen.»

Fazit des Finanzvorstehers: Zug steht nach wie vor auf gesunden Beinen. Die Eigenkapitalquote bleibt über 80 Prozent und übertrifft das anvisierte Ziel der städtischen Finanzstrategie von 50 Prozent deutlich. «Auch im schwierigen Jahr 2020 können die Finanzen der Stadt Zug weiterhin als ausgewogen und gesund bezeichnet werden», freut sich Stadtrat André Wicki. «Wir werden die Auswirkungen von Corona zu spüren bekommen, aber in einem erträglichen Ausmass. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, den Abschluss 2021 wie budgetiert ausgeglichen abschliessen zu können.»