STADT ZUG: Viermal mehr Geld für die Sicherheit

Mehr Ordnungshüter sollen durch Zug patrouillieren. Doch der Stadtrat setzt nicht auf die Polizei.

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Mit einer grösseren Präsenz der Securitas soll in der Stadt Zug für mehr Sicherheit gesorgt werden. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Mit einer grösseren Präsenz der Securitas soll in der Stadt Zug für mehr Sicherheit gesorgt werden. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

«Die uniformierte Polizeipräsenz in der Stadt Zug ist heute offensichtlich geringer als früher.» Dies schreibt der Stadtrat in einer Vorlage an den Grossen Gemeinderat.

Und Sicherheitschef Andreas Bossard bekräftigt diese Feststellung: Vor dem Zusammenschluss der Stadt- und der Kantonspolizei im Jahr 2002 seien in der Stadt mehr uniformierte Polizisten unterwegs gewesen.

Securitas soll kritische Orte verstärkt kontrollieren
Lärm, Littering, Gewalt, Unfug, Verunreinigungen sind laut Stadtrat Bossard Begleiterscheinungen in fast allen Städten – europaweit. Um diese zu bekämpfen setzt Zug seit drei Jahren die Securitas ein. Heute schon kontrolliert die Securitas die kritischen Orte Choller, Neustadtplatz (wo sich die Jugendlichen seit der Vertreibung vom Zuger Bahnhof gerne aufhalten) und im Sommer die Badeplätze Brüggli und Seelikon.

Neu soll der Kontrollaufwand massiv vergrössert werden – nämlich um 3328 Stunden. Kontrollen sind in den Seeanlagen vom Tellenörtli bis zur Chollerbeach, aber auch im Guggi, am Bergliweg sowie bei den Kinderspielplätzen. Die Securitas-Mitarbeiter sollen neu am Mittwoch von 14 bis 22 Uhr sowie am Donnerstag, Freitag und Samstag von 21 bis 5 Uhr für die Stadt arbeiten.

Teure Sicherheitsassistenten in den Gemeinden
Die Zuger Polizei stellt den Gemeinden Sicherheitsassistenten zur Verfügung. Diese stecken in Polizeiuniformen und kosten pro Stunde 95 Franken. Zu teuer, befindet der Stadtrat, der für eine Securitas-Person nur 65 Franken pro Stunde bezahlt.

Doch nicht nur aus Kostengründen will der Stadtrat auf den Einsatz von Sicherheitsassistenten verzichten. Diese wären beim Kanton angestellt. Die Bevölkerung könne dadurch nicht unterscheiden, welche Aufgaben durch die Polizei oder im Auftrag der Stadt erledigt werden.

63'000 Franken für Sicherheitsaufgaben in der Stadt
Im letzten Jahr gab die Stadt rund 63'000 Franken (für 968 Stunden Einsätze) für Sicherheitsaufgaben aus. Hinzu kamen im Verkehrsbereich 46'000 Franken.

Für Polizeileistungen bezahlte die Stadt an die Zuger Polizei bis Ende 2007 pro Einwohner 18.60 Franken, was letztes Jahr über 450'000 Franken ausmachte. Mit dem auf Anfang 2008 revidierten Polizeigesetz fällt dieser Beitrag weg. Aber mit der neuen Zuger Finanz- und Aufgabenteilung (ZFA) musste die Stadt dafür erhebliche Mehrleistungen in anderen Bereichen übernehmen. Die ZFA teilt die Polizeiaufgaben ausschliesslich dem Kanton zu.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.