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STADT ZUG: Wann kommen die Ergebnisse?

Politisch ist der Fall Romer abgeschlossen. Die strafrechtlichen Unter­suchungen laufen aber noch – laut einem Experten können diese bis zu 15 Jahre dauern.
Samantha Taylor
Nach wie vor im Fokus der Strafuntersuchungsbehörden: der Zuger alt Stadtrat Ivo Romer. (Archivbild Stefan Kaiser)

Nach wie vor im Fokus der Strafuntersuchungsbehörden: der Zuger alt Stadtrat Ivo Romer. (Archivbild Stefan Kaiser)

Über zwei Jahre ist es inzwischen her, dass der Fall des alt Stadtrates Ivo Romer die Stadt Zug erschütterte. Zur Erinnerung: Im November 2012 kam zu Tage, dass gegen den Stadtzuger Finanzchef Ivo Romer ermittelt werde. Die Zuger Strafverfolgungsbehörden hatten kurz davor Ivo Romers Wohnung, seinen Bürositz sowie seinen Arbeitsplatz bei der Stadtverwaltung durchsucht. Dem alt Stadtrat wird vorgeworfen, in seiner Funktion als Vermögensverwalter eine inzwischen verstorbene ältere Dame um mehrere Millionen Franken gebracht zu haben. Gegen Romer läuft ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Die politische Aufarbeitung des Falls – bei der vor allem die Rolle des Stadtrates sowie jene der Vormundschaftsbehörde im Fokus standen – ist bereits seit rund einem halben Jahr abgeschlossen. Die Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK), die dazu eingesetzt worden war, hat ihre Ergebnisse im Sommer 2014 präsentiert.

Untersuchung äusserst komplex

In einem anderen Bereich ist nach wie vor Geduld gefragt. Denn von der Strafuntersuchung sind die Ergebnisse bislang ausgeblieben. Auf Anfrage bei den Zuger Strafverfolgungsbehörden heisst es, dass es noch keine Neuigkeiten zu dem Fall gebe. Die Untersuchung sei noch immer im Gang. Der Grund: Sie sei äusserst komplex und gestalte sich dementsprechend aufwendig. Ausserdem, so liess die Behörde zu einem früheren Zeitpunkt verlauten, sei man auf Rechtshilfe aus dem Ausland – namentlich Südafrika – angewiesen.

Dass ein solches Verfahren Zeit in Anspruch nimmt, bestätigt Andreas ­Eicker. Der Professor hat einen Lehrstuhl für Straf- und Strafprozessrecht an der Universität Luzern. «Die Staatsanwaltschaft darf grundsätzlich so lange ermitteln, wie es notwendig ist, um den Sachverhalt sorgfältig abzuklären», sagt Eicker. Dies, um beurteilen zu können, ob sich der Anfangsverdacht derart verdichte, dass Anklage zu erheben oder ein Strafbefehl zu erlassen sei. Oder ob das Verfahren bei nicht erhärtetem Tatverdacht einzustellen sei. «In komplexen Fällen kann dieser Ermittlungs- und Entscheidungsprozess lange dauern.» Die nötige Rechtshilfe aus dem Ausland könne eine Untersuchung zusätzlich in die Länge ziehen. Gemäss den Vorschriften über die Verfolgungsverjährung darf eine solche Untersuchung je nach Straftatbestand oder Deliktsschwere zwischen 7 und 15 Jahren dauern. «Es bleibt also noch Zeit zum Ermitteln», so Eicker.

SP: Bevölkerung will Klarheit

Unter Zuger Politikern wartet man indes gespannt – und auch etwas ungeduldig – auf die Ergebnisse. «Wir sind sehr erstaunt, dass die Untersuchung immer noch nicht abgeschlossen ist», sagt Karin Hägi, Präsidentin der städtischen SP. Die Reaktionen auf den PUK-Bericht hätten gezeigt, dass die Bevölkerung schon lange auf das Resultat warte und Klarheit wolle. Dem stimmt auch Christian Schnieper, Präsident der CVP der Stadt Zug, zu. «Es wäre wichtig, dass die Sache abgeschlossen werden könnte.» Für SVP-Gemeinderat Jürg Messmer, der die PUK im Fall Romer präsidiert hat, ist klar, dass es um eine komplexe Sache geht. «Ich bin überzeugt, dass die Behörden ihr Möglichstes tun. Dennoch wäre es schön, wenn der Fall abgeschlossen werden könnte.»

Sorgfalt als oberstes Ziel

Einen Abschluss wünscht man sich zwar auch bei der Alternative-die Grünen, so Gemeinderat Stefan Hodel. Gleichwohl betont er, dass der politische Teil abgeschlossen sei. Patrick Mollet, Präsident FDP Stadt Zug, sagt: «Der Fall wurde politisch aufgearbeitet und ist somit für uns abgeschlossen.» Die strafrechtliche Untersuchung sei nicht im Fokus der Partei. «Ivo Romer verdient eine faire Untersuchung. Wenn das mehr Zeit beansprucht, dann gibt es daran nichts auszusetzen.» Das unterstreicht auch Jurist Eicker: «Eine sorgfältige Strafuntersuchung liegt im Interesse der Wahrheitsfindung und der Verfahrensfairness als oberste Ziele des Strafverfahrens.»

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