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STADT ZUG: Wird es in Zukunft einfacher für Hochhaus-Projekte?

Der Grosse Gemeinderat der Stadt berät am Dientag zum zweiten Mal das Hochhausreglement. Es wurden diverse Anträge gestellt. Die Debatte verspricht hitzig zu werden.
Samantha Taylor
Welche Gebiete in welcher Hochhauszone liegen, wird heute im Parlament diskutiert. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. Juli 2015))

Welche Gebiete in welcher Hochhauszone liegen, wird heute im Parlament diskutiert. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. Juli 2015))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Wo sollen in der Stadt Zug künftig Hochhäuser entstehen? Wie hoch dürfen sie sein, und welche Grundflächen sollen sie aufweisen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Hochhausreglement, das die Stadt erlassen will. Heute Abend wird es – voraussichtlich – in zweiter Lesung vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) verabschiedet. Bevor das Reglement aber erlassen wird, dürfte es im Parlament noch eine intensive Debatte über einzelne Punkte geben. Mehrere Anträge aus dem bürgerlichen Lager sind nämlich auf die zweite Lesung hin eingegangen. Dabei geht es teilweise um Grundsätzliches. Die Fraktionen CVP, FDP und SVP fordern etwa, dass der Perimeter der Hochhauszone III – also jener Zone, in der Gebäude mit einer maximalen Höhe von 50 Metern erstellt werden dürfen – erweitert wird. Und zwar auf den Bereich zwischen der Metall- und der Gotthardstrasse bis zur Industriestrasse. «Dieser Bereich gehört zum Stadtzentrum und liegt innerhalb des vom Kanton definierten Verdichtungsgebietes», begründen die Fraktionen ihren Antrag.

Die GLP-Gemeinderäte David Meyer und Stefan W. Huber wollen, dass die Hochhauszone III auf die Allmendstrasse ins Gebiet Herti ausgedehnt wird. Dies, da der Bebauungsplan Herti ein 50 Meter hohes Hochhaus vorsehe und auch das Hochhaus Uptown in der Nähe sei.

«Unnötige Einschränkung»

Die Gemeinderäte Stefan Moos (FDP), Benny Elsner (CVP) und Gregor Bruhin (SVP) wollen zudem, dass die Hochhauszone I maximale Gebäudehöhen von 60 oder 80 Metern zulässt. Gebäude, die höher als 60 Meter sind, sollen nur gewährt werden, wenn das Projekt «besonders gute städtebauliche Lösungen» nachweist. Der Nachweis müsse durch ein «qualifiziertes städtebauliches Variantenstudium oder ein städtebauliches Konkurrenzverfahren» erbracht werden. Dass «punktuell» 80 Meter hohe Häuser gebaut werden dürfen, erachten die Fraktionen nicht als sinnvolle Definition.

Einen Paragrafen – jenen, der die Dimensionen und Proportionen der Hochhäuser regelt – ­wollen die Fraktionen streichen und in einen anderen integrieren. Bisher ist im Reglement festgehalten, dass ein Hochhaus eine maximale Grundfläche von 600 Quadratmetern sowie Seitenverhältnisse von 1:1 bis maximal 2:3 aufweisen darf. «Mit einer starren Vorgabe einer maximalen Grundfläche beziehungsweise eines ­Seitenverhältnisses wird der gestalterische Freiraum unnötig eingeschränkt, und innovative Lösungen werden verhindert», sind die drei Fraktionen überzeugt.

Für eine maximale Grundfläche von 700 Quadratmetern setzt sich Martin Eisenring (CVP) mit einem persönlichen Antrag ein.

Augenmerk auf den Aussenraum

Im Hinblick auf die zweite Lesung hat sich auch die Bau- und Planungskommission (BPK) noch einmal eingehend mit dem Hochhausreglement, den vorgeschlagenen Anpassungen der Stadt sowie den Einwendungen der Gemeinde Baar, des Bauforums Zug, des Heimatschutzes, der Firma Zug Estates sowie der WAG-Falk Immobilien AG befasst. Die Kommission folgt in allen Punkten dem Stadtrat, der den Grossteil der Einwendungen abweist. Damit stellt sich die BPK auch hinter den Entscheid des Stadtrats, die Hochhauszone I auf die drei Schnittstellen der Strassenzüge Baarerstrasse, Feldstrasse/Göblistrasse und Gubelstrasse zu reduzieren.

Eine klare Haltung hat die BPK zum öffentlichen städtebaulichen Mehrwert des Aussenraums. Dies sei ein überaus wichtiges Anliegen. Bei Hochhäusern, aber auch ganz allgemein bei Bebauungsplänen sei diesem Anliegen besonderes Augenmerk zu schenken. «In der Vergangenheit hat man es häufig versäumt, die in den Bebauungsplänen festgelegten Vorgaben einzufordern», hält die BPK fest. Für die Kommission ist daher zentral, dass die Umsetzung von Bebauungsplänen «viel strikter kontrolliert» und bei deren Nichterfüllung Nachbesserungen gefordert werden. «Es braucht hier effektive Sanktionierungsmöglichkeiten», betont die BPK.

Kommission stellt sich hinter Reglement

Zu reden gab in der BPK die städtebauliche Entwicklungsstrategie. Dabei handelt es sich um ein Papier, das die Stadt derzeit erarbeitet und das die Diskussionsgrundlage für die anstehende Ortsplanungsrevision bilden soll. In der Kommission wurde deshalb diskutiert, ob es nicht sinnvoller sei, das Hochhausreglement erst dann zu beraten, wenn das Papier von der Stadt ausgearbeitet worden ist und vorliegt. Ein entsprechender Antrag, der in der Kommission gestellt wurde, unterlag knapp mit vier zu sechs Stimmen.

Dem Hochhausreglement insgesamt stimmt die BPK mit sieben zu drei Stimmen zu.

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