STADT ZUG: Zug: Abstimmungstest mit Digitaler ID kommt im Mai

Seit November können sich Zugerinnen und Zuger eine digitale Identität zulegen. Jetzt ist klar, wann man diese zum ersten Mal gebrauchen kann: Im Mai wird die Stadt eine Konsultativabstimmung durchführen – ein schweizweites Novum.

Livio Brandenberg
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Stadtpräsident Dolfi Müller registriert sich bei der Vorstellung der digitalen Identität. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (15. November 2018))

Stadtpräsident Dolfi Müller registriert sich bei der Vorstellung der digitalen Identität. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (15. November 2018))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Das Medienecho war gross, als die Stadt Zug im Juli letzten Jahres ihre digitale Identität vorstellte. Es war gross aus zwei Gründen: Erstens basiert die digitale ID auf der Blockchain-Technologie, die nicht wenige für revolutionär halten. Zweitens kündigte die Stadt schon bei der Lancierung an, möglichst bald konkrete Anwendungen für die digitale Identität präsentieren zu wollen – unter anderem werde man eine Konsultativabstimmung via E-Voting durchführen, bei welcher der gesamte Prozess von der Identifizierung bis zur Stimmabgabe online erfolgt. Angekündigt war diese Konsultativabstimmung für den Frühling 2018.

Jetzt ist klar, wann es soweit sein wird: «Die Blockchain-basierte Konsultativabstimmung findet wie geplant diesen Frühling statt, voraussichtlich Ende Mai» sagt Stadtpräsident Dolfi Müller auf Nachfrage. Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zug, die eine digitale ID haben, werden dann während fünf Tagen die Möglichkeit haben, Abstimmungsfragen zu beantworten. «Die genauen Daten werden wir rund vier Wochen vor dem Beginn der Abstimmung, voraussichtlich Anfang Mai, bekanntgeben», so Müller. So erhielten Interessierte die Möglichkeit, «noch vor der Abstimmung eine digitale ID der Stadt Zug zu beziehen und an diesem Forschungsprojekt teilzunehmen». Die Verantwortlichen hoffen, noch einige Zugerinnen und Zuger für die «Digital ID» gewinnen zu können. Bis heute haben sich rund 170 Personen registriert.

Drei Fragen werden gestellt

Die Konsultativabstimmung wird laut dem Stadtpräsidenten aus drei Fragen bestehen: zwei Ja/Nein-Fragen sowie eine Mehrfachabstimmung. Was gefragt wird, ist laut Müller noch nicht definiert. Der Prozess sei am Laufen. «Bei dieser Blockchain-basierten Abstimmung handelt es sich um ein komplexes Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Informatik.» Aus diesem entstehen der Stadt gemäss Müller keine Kosten, «ausser ein relativ grosser interner Arbeitsaufwand». Neben der Hochschule Luzern waren die Firma Consensys-uPort mit einem Sitz in Zug und ti&m aus Zürich sowie die IT-Abteilung der Stadt an der Entwicklung der ID beteiligt.

Dass diese erst richtig spannend wird, wenn konkrete Anwendungen verfügbar sind, war der Stadt von Anfang an bewusst. «Die digitale ID ist quasi mal der Fahrausweis, jetzt braucht es noch das Auto», sagte Müller im Sommer vor einem Jahr. Als weitere Anwendungen neben der Konsultativabstimmung nennen die Verantwortlichen etwa einen Bibliotheksausweis oder das Einreichen digitaler Baugesuche.