STADT ZUG: Zuger Bundesplatz soll dereinst freien Blick auf See und Stadt bieten

Der Bundesplatz soll einladender und autofrei werden. Dies verlangt ein Postulat der SP-Fraktion und verlangt damit die Umsetzung des seit Jahren gültigen Bebauungsplans.

Andrea Muff
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Der Bundesplatz soll «offener» und autofrei werden. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 6. April 2018))

Der Bundesplatz soll «offener» und autofrei werden. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 6. April 2018))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Velounterstand, Kiosk, parkierte Autos und grüne Hecken: Wenn ein Fussgänger sich vom Zuger Bahnhof aus auf den Weg zur Stadt macht, wird er nicht von einem offenen Bundesplatz empfangen. Karin Hägi hat im Namen der SP-Fraktion aufgrund der geschilderten Umstände das Postulat «Für einen neu gestalteten nördlichen Zugang zum Bundesplatz» beim Stadtrat eingereicht. Der Vorstoss verlangt, dass der Stadtrat einen Vorschlag für «einen einladenden und von Unnötigem befreiten nördlichen Zugang» zum Bundesplatz erarbeitet.

Die Fraktion verweist auf den gültigen Bebauungsplan Bundesplatz Ost von 1989. Dieser sieht einen von Parkplätzen befreiten Freiraum vor. Vor rund einem Jahr hat der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) das Postulat dem Stadtrat zum schriftlichen Bericht und Antrag überwiesen. Diese werden dem GGR nun unterbreitet.

Dem Stadtrat sei die Problematik rund um den Bundesplatz bekannt, «welcher seine Funktion als Tor vom Bahnhof in die Stadt und zum See in seiner heutigen Form nicht wahrnehmen kann», schreibt der Rat im Bericht. Er macht weiter darauf aufmerksam, dass in den letzten Jahren verschiedene Planungen gestartet und Wettbewerbe durchgeführt worden seien. Diese seien aber aus verschiedenen Gründen nie zur Umsetzung gelangt, «sei es aufgrund der hohen Kosten oder der Uneinigkeit der involvierten Kreise».

Acht Planerteams arbeiten an der Wettbewerbsaufgabe

Auch die Geschichte der bisherigen Planungen rund um den Bundesplatz hat viele Stationen hinter sich. Sie beginnt mit der Festsetzung des noch heute gültigen Bebauungsplanes Bundesplatz Ost 1989. Auch mit dem Projekt Stadttunnel hing die Aufwertung des Bundesplatzes zusammen. Aber nach dem Nein des Volkes am 14. Juni 2015 wurden diese Pläne nicht mehr weiterverfolgt.

Der Stadtrat macht zudem unterschiedliche Interessen und Akteure aus: So schätze das Baudepartement ein schrittweises Vorgehen als zielführender ein. In einem ersten Schritt wird die Sanierung der Alpenstrasse und der Gotthardstrasse verfolgt. «Das Ergebnis dieser Planung wird Impulse für die Entwicklung des Bundesplatzes liefern», schreibt der Stadtrat in seinem Bericht. Seit Januar arbeiten acht Planerteams an der Wettbewerbsaufgabe zur Neugestaltung der Alpen- und Gotthardstrasse. Die Teams werden am 5. Juli einen Projektvorschlag einreichen, der vom Preisgericht Ende August juriert wird.

Den Bundesplatz «optisch» öffnen

Parallel zum Wettbewerb soll mit kleineren Massnahmen der Zugang zum nördlichen Bundesplatz «zumindest optisch» geöffnet werden. Dazu gehören etwa das Zurückschneiden von Hecken und Rabatten, der Ersatz des heutigen Veloständers oder die Entfernung von städtischem Mobiliar. Die Umsetzung dieser Massnahmen sei für diesen Sommer vorgesehen.

In einem dritten Schritt solle ein Studienverfahren über die Nutzung und Ausgestaltung des nördlichen Bundesplatzes gestartet werden. So hat sich der Stadtrat auch über die oberirdischen Parkplätze Gedanken gemacht: «Da diese nicht ersatzlos aufgehoben werden sollen, wird der Bau einer Tiefgarage geprüft, allenfalls in Verbindung mit der Tiefgarage des Coop City.» Das erfolge im Rahmen des zweiten Studienverfahrens, welches im Frühjahr 2019 lanciert werde. Dabei sind Fragen bezüglich der Anordnung, der Ausgestaltung und Finanzierung der Tiefgarage, der Ausgestaltung des Bundesplatzes und einer Anordnung von allfälligen Bauten zu klären.

Der Grosse Gemeinderat tagt morgen Dienstag um 17 Uhr im Kantonsratsaal. Neben dem Postulat der SP-Fraktion steht auch die Vereidigung von Thomas Dubach (SVP), das Postulat von Willi Vollenweider (parteilos) betreffend Verhalten im Fall von Katastrophen und das Postulat der FDP-Fraktion und Mitunterzeichnenden, das keine Gebühren an Sonn- und Feiertagen auf Kurzzeitparkplätzen fordert, auf der Traktandenliste. Weiter soll über die Finanzstrategie 2019 bis 2025 und über die Motion der SVP-Fraktion betreffend Verwendung des Kleinschulhauses Riedmatt 3 debattiert werden.