STADT ZUG: Zuger sagen Ja zur Schulhauserweiterung

Die Stadtzuger haben dem Kredit für den Ausbau des Schulhauses Riedmatt mit fast 89 Prozent zugestimmt. Trotzdem muss der Stadtrat nun noch eine Hürde nehmen, bevor mit dem Bau begonnen werden kann.

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So soll dereinst der Erweiterungsbau der Schulanlage Riedmatt aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll dereinst der Erweiterungsbau der Schulanlage Riedmatt aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Sie sei bisher selten so entspannt gewesen bei einer Abstimmung, die ihr Departement betreffe, sagte die Stadtzuger Bildungschefin Vroni Straub-Müller gestern vor der Verkündung des Abstimmungsresultates über den Kredit für den Erweiterungsbau der Schulanlage Riedmatt. Und das Ergebnis sollte der Bildungschefin Recht geben. Die Stadtzugerinnen und Stadtzuger haben den Baukredit von 16,5 Millionen Franken für den Erweiterungsbau des Schulhauses Riedmatt deutlich angenommen mit 88,7 Prozent Ja-Stimmen (7425 Ja-Stimmen; 946 Nein-Stimmen). Die Stimmbeteiligung lag bei 51 Prozent. Bereits der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug hatte den Kredit einstimmig zur Annahme empfohlen.

«Es freut uns sehr, dass der Entscheid so deutlich ausgefallen ist. Immerhin geht es in dieser Sache um die nächste Generation», sagte Bauchef André Wicki. Mit dem Ja zur Erweiterung der Schulanlage Riedmatt werde ausserdem das «Jahrzehnt der Schulbauten» eingeläutet. «Neben der Riedmatt werden in den nächsten 10 bis 15 Jahren auch das Herti und das Gut Hirt mehr Platz brauchen.» Das deutliche Ja der Stimmbevölkerung zur Riedmatt zeige, dass die Zugerinnen und Zuger dieses Bedürfnis anerkennen, so Wicki weiter. Dieser Aussage stimmte auch Vroni Straub zu: «Das Ja zur Erweiterung des Schulhauses Riedmatt ist nicht nur ein positives Zeichen für den Stadtteil Zug West, sondern für die ganze Stadt. Es zeigt: Die Zugerinnen und Zuger wollen gute Schulen.» Man könne in der Stadt nicht nur Wohnungen bauen und Familien anziehen, es gelte auch, auch die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, so die Bildungschefin weiter. «Dieses Ja freut mich für alle Kinder und Familien.»

Verhandlungen mit Einsprechern laufen

Gemäss Bauchef André Wicki soll im Juli mit den Vorbereitungsarbeiten – dazu zählen Pfählungen und das Umlegen von Werkleitungen – für den Erweiterungsbau begonnen werden. Im November wolle man dann mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnen. «Ziel ist, dass der Schulraum ab August 2019 genutzt werden kann», so Wicki. Der Zeitplan sei sportlich, aber realisierbar.

Dies allerdings nur, wenn sich die Stadt mit einigen Nachbarn einig wird. Denn mehrere Bewohner aus der direkten Umgebung haben gegen das Erweiterungsprojekt Beschwerde eingereicht (Ausgabe vom 11. Mai). Sie beanstanden unter anderem, dass der Neubau im Südosten in den Gewässerraum des dort verlaufenden Rankbächlis hineingebaut werden soll. Das sei bundesrechtswidrig. Der Stadtrat hält dagegen, dass eine rechtskräftig festgelegte und vom Kanton genehmigte Baulinie existiere. «Wir haben uns in der vergangenen Woche mit den Einsprechern zu einer Aussprache getroffen», sagt Wicki. Die Stadt komme ihnen insofern entgegen, als dass im Bereich des Aussenraums beim Rankbächli keine Terrainveränderung vorgenommen werde. «Wir gehen davon aus, dass sich die Einsprecher nun nochmals beraten und wir im Verlauf dieser Woche mehr über ihr weiteres Vorgehen erfahren werden», so der Bauchef weiter. Seitens der Stadt hofft man, dass sich die Bewohner gegen den Weg durch die Instanzen entscheiden. Sollte dies nicht der Fall sein, kann es zu Verzögerungen von bis zu drei Jahren kommen. «In diesem Fall wären sowohl die Kinder und Familien wie auch die Steuerzahler die Leidtragenden», sagt Vroni Straub. Denn die Stadt müsste gegen die Platznot im Schulhaus Riedmatt in dieser Zeit etwas unternehmen. Straub: «Wir müssten weitere Pavillons bauen. Das kostet Geld und ist keine nachhaltige Lösung.»

Sieger aus einem Projektwettbewerb

Sollten sich die Stadt und die Einsprecher jedoch einig werden, wird in der Riedmatt das Projekt «Laurentia» umgesetzt. Das Projekt hat sich gegen rund 70 andere in einem Wettbewerbsverfahren durchgesetzt und stammt vom Zürcher Architekturbüro Niedermann Sigg Schwendener. Es sieht einen zweigeschossigen Neubau im Südosten des bestehenden Schulhauses vor. Das Gebäude verfügt unter anderem über vier Klassenzimmer und je einen Gruppenraum sowie Vorbereitungs- und Sitzungszimmer, einen Singsaal, zwei Handarbeitszimmer, ein Werk- und ein Maschinenraum, ein Zimmer für die Heilpädagogik und vier Kindergärten.