Stadtparlament

Die Stromversorgung der Stadt Zug – wie sicher ist diese?

Die Wasserwerke Zug (WWZ) müssen laut Konzession Elektrizität in genügender Menge bereitstellen. Kann sie das auch in einer Notlage fragt die SP-Fraktion im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen

Das momentan grösste Risiko, um wirtschaftlichen Schaden anzurichten, ist ein heftiger Stromausfall. Auch in der Stadt Zug. «Eine permanent intakte Stromversorgung ist deshalb von höchstem Interesse», schreibt die SP-Fraktion in einer Interpellation «zur Sicherheit der Stromversorgung im Gebiet der Stadt Zug». Allerdings werden sich die Rahmenbedingungen in der nächsten Zeit ändern. 2022 stellen in Deutschland die letzten Atomkraftwerke den Betrieb ein, in der Schweiz werden ebenfalls die beiden Kraftwerke Beznau abgestellt. Treten Engpässe auf, dann im Winterhalbjahr. Ein ähnlicher Vorstoss ist – für das Zuger Kantonsgebiet – im Kantonsrat hängig.

CO2-neutrales Methanol wird verwendet

Laut Interpellation betreiben die WWZ seit einigen Jahren ein Minikraftwerk, das Netzspannungen ausgleicht und Stromschwankungen ausgleicht. Methanol wird aus Strom, Wasserstoff und CO2 gewonnen und kann sich so für die Speicherung von Strom eignen, der im Sommer gewonnen und im Winter verwendet wird. Die SP möchte nun vom Stadtrat wissen, wie er die Sicherheit der Stromversorgung in der Stadt für die kommenden fünf Jahre beurteilt. Ausserdem will die Fraktion Auskunft darüber, ob vorsorgliche Massnahmen zur Sicherung der Stromversorgung geplant seien, oder ob sich der Stadtrat ausschliesslich auf die WWZ stützt. Der Stadtrat soll weiter beurteilen, wie eine allfällige Sicherstellung der Stromversorgung im Winter mit CO2-neutralem Methanol technisch wie finanziell aussehen könnte. Allenfalls soll der Stadtrat signalisieren, ob er bereit wäre, ein Projekt der WWZ auf Basis von CO2-neutralem Methanol zu unterstützen.