Stadtparlament

Wie steht es um die Luft in Zuger Schulen?

Die Fraktion Alternative-CSP im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug macht sich Sorgen um die Luftqualität in den Zuger Schulen. Diese Sorge gipfelt in einer Interpellation.

Harry Ziegler
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Als Einleitung zur «Interpellation zur Luftqualität an den Zuger Schulen» wird eine Binsenwahrheit zitiert: «Eine ausreichende Lüftung fördert nicht nur die Konzentrationsfähigkeit sowohl der Schulkinder als auch der Lehrpersonen, sie reduziert auch das Ansteckungsrisiko bei luftübertragenen Krankheiten.» Lüften, lüften, lüften – das wird pandemiebedingt aktuell auch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) propagiert. Und damit lässt sich trefflich Politik machen.

Die Interpellation der Alternative-CSP hält fest, dass es in stark belegten Klassenräumen praktisch unmöglich sei, den Luftaustausch zur Förderung der Konzentration und zur Minderung eines allfälligen Ansteckungsrisikos nur über das Öffnen der Fenster sicherzustellen. Und tatsächlich, wer sich an seine Schulzeit erinnert, erinnert sich an Fensterbänke, auf denen der schuleigene Hamsterkäfig stand, Schulbücher aufgelegt waren oder Gefässe mit im Versuch gezüchteter Kresse das Öffnen der Fenster erschwerten. Und ja, auch daran erinnert sich die ehemalige Schülerin, der ehemalige Schüler: Öffnet man im Winter die Fenster, wird es im Klassenzimmer kalt, die Wärme entweicht nach draussen. Und im Sommer kann man der Hitze wegen die Fenster gar nicht öffnen, und falls doch, dann nur morgens.

Lösung des Problems: kontrollierte Lüftungen

«Fachleute sind sich daher einig, dass Klassenräume mit kontrollierten Lüftungen ausgerüstet sein sollten, die einerseits für eine ausreichende Frischluftzufuhr sorgen, andrerseits dank Wärmerückgewinnung ein Auskühlen bzw. im Sommer das Überhitzen der Räume energieeffizient verhindern», kommt die Interpellantin zum Schluss und stellt dem Stadtrat entsprechende Fragen. So soll der Stadtrat die Frage beantworten, ob ihm die Lüftungsempfehlungen des BAG bekannt seien. Und liefert auch gleich den entsprechenden Link dazu – für den Fall der Stadtrat sei mit diesen Empfehlungen nicht oder nur rudimentär vertraut.

Zudem soll Auskunft darüber gegeben werden, ob, bei den diversen Neubauprojekten der Stadtschulen jeweils der Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage vorgesehen werde oder bei bestehenden Schulhäusern der nachträgliche Einbau von Lüftungsanlagen – zentral oder als Einzelraumanlage – möglich sei. Als Beispiel führen sie ein Churer Schulhaus auf.

Luftampeln für Schulzimmer, wo nur mittels Fenster gelüftet wird

Falls primär durch Öffnen der Fenster gelüftet würde, will die Fraktion Auskunft darüber, wie die Lehrpersonen instruiert und sensibilisiert wurden oder noch werden. Zudem soll der Stadtrat allfällige Bereitschaft signalisieren, «diese Klassenzimmer möglichst sofort und flächendeckend mit ‹Luftampeln› (CO2-Messgeräten) auszurüsten, die eine objektive Messung von Luftqualität und Frischluftzufuhr ermöglichen und gegebenenfalls an die Notwendigkeit des Lüftens erinnern können.» Und ganz zum Schluss soll der Zuger Stadtrat mitteilen, ob er die Ansicht von Experten teile, Luftreinigungsgeräte nur dann einzusetzen, wenn trotz aller Mühen eine ausreichende Frischluftzufuhr unmöglich sei. Man darf gespannt sein, ob die Antworten des Stadtrats von genügender Frischluftzufuhr zeugen.