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STADTPLANUNG: «Wir können jetzt die Weichen stellen»

Der Heimatschutz hat sich mit dem Hochhausreglement und der übrigen städtischen Entwicklung befasst – und hat klare Forderungen.
Samantha Taylor
In dieser Zone (rot eingefärbt) sollen die Bauten in die Höhe wachsen können. (Bild Daniel Rösner/Visualisierung Tanja Rösner)

In dieser Zone (rot eingefärbt) sollen die Bauten in die Höhe wachsen können. (Bild Daniel Rösner/Visualisierung Tanja Rösner)

Samantha Taylor

Die Stadt Zug will hoch hinaus, zumindest in den dafür vorgesehenen Zonen. Wo dies sein soll, das hat sie in einem Hochhausreglement, das seit April vorliegt, definiert (wir berichteten). Zusammengefasst gliedert das Reglement die Stadt in drei Hochhauszonen, in denen unterschiedliche Gebäudehöhen – von 50 bis 80 Metern – zugelassen werden (siehe Kasten). Das Reglement soll ab Sommer 2017 grundeigentümerverbindlich werden. Dies nachdem es sowohl von der Bau- und Planungskommission wie auch von Grossen Gemeinderat der Stadt Zug diskutiert wurde und ab Sommer 2016 der Öffentlichkeit zur Mitsprache vorliegt.

«Zu viel Rücksicht auf Investoren»

Bereits mit dem neuen Reglement befasst hat sich der Zuger Heimatschutz. Man begrüsse, dass der Stadtrat mit dem Reglement eine Grundlage für die städtebauliche Planung schaffe, heisst es seitens des Heimatschutzes. Dennoch sieht der Verein in einigen Punkten Verbesserungspotenzial. «Wir würden die Hochhauszone I an der Gubelstrasse unbedingt enden lassen», sagt Tanja Rösner-Meisser, Architektin und Mitglied des Bauberaterteams des Zuger Heimatschutzes. Rösner begründet dies damit, dass es zwischen den Quartieren, die durch die Gubelstrasse getrennt werden, klare Unterschiede gibt. So sei das Siemensareal industriell und vertrage solch hohe Bauten. «Das Quartier zwischen Gubel- und Gotthardstrasse gehört jedoch zur Kernstadt, und erfordert eine hohe Sorgfalt und andere Dimensionen», so Rösner. Das Metalli und dessen Umgebung sollten daher in eine eigene Zentrumszone eingeteilt werden, damit das Gebiet in seiner Einheit erhalten und weiterentwickelt werden könne. «Die Zuteilung zur Hochhauszone I erweckt den Eindruck, dass hier zu sehr auf Interessen möglicher Investoren Rücksicht genommen wurde», sagt Rösner.

Hochhäuser bedingt effizient

Der Heimatschutz regt ausserdem an, in grösseren Dimensionen zu denken. «Wir empfehlen, die Hochhauszone auf einem gemeindeübergreifenden Plan darzustellen», sagt Rösner. Eine Aufteilung der Zonen auf den Gemeindegebieten mache den Plan schlecht lesbar und widerspiegle nicht die gemeinsame Planung. «Es geht auch darum, der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Gemeinden durchaus zusammenwachsen. Auch wenn sie noch politisch unabhängig bleiben wollen, so muss man auch anerkennen, dass die räumlichen Grenzen immer mehr verschwinden», (siehe Unterfeld) erklärt Rösner weiter. Die Planung könne nicht an der Gemeindegrenze Halt machen. Hier sei die kantonale Raumplanung gefordert.

Es ist dem Heimatschutz ein Anliegen, dass das Thema Stadtentwicklung und das Thema Verdichtung in einem grösseren Zusammenhang betrachtet wird. Dabei weist der Verein darauf hin, dass Hochhäuser keinesfalls die einzige Möglichkeit der Verdichtung sind. «Sie eignen sich für markante städtebauliche Situationen, sind für die Verdichtung aber nur ausnahmsweise das richtige Mittel», sagt Rösner. Dies unter anderem deshalb, weil Hochhäuser einen hohen Anteil an Installationszonen und Konstruktionsflächen benötigen. «Sie sind also nur bedingt effizient.» Rösner erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass Verdichtung beispielsweise auch über ein «abgelegtes» Hochhaus erreicht werden könne. «Auch so kann verdichtet werden.»

Hohe städtebauliche Qualität

Dem Heimatschutz sei es grundsätzlich ein Anliegen, dass Verdichtung und damit auch die Entwicklung der Stadt und des Kantons Zug mit hoher städtebaulicher Qualität erfolge. «Wir haben jetzt die Gelegenheit, die Weichen zu stellen», so Rösner. Dabei hofft der Verein, dass auch die Zuger Bevölkerung ein Interesse für die Themen aufbringt und sich selbst bei der Diskussion einbringen wird. «Zu oft werden solche Themen für den einzelnen leider erst dann wichtig, wenn er selbst davon betroffen ist. Dann ist es aber meist schon zu spät», sagt Rösner und spielt den Ball damit auch zurück an die Bevölkerung.

Volksnahe Kommunikation

Um diese frühzeitig zu erreichen, appelliert der Verein an die Ämter, Planer und Medien. «Es ist wichtig, dass eine volksnahe und verständliche Kommunikation und Diskussion stattfindet, damit die Zugerinnen und Zuger angesprochen werden. Dazu wollen auch wir mit diversen Beiträgen etwas leisten», betont Rösner. In einem ersten Schritt werde der Verein sicher seine Ideen bezüglich des Hochhausreglements bei der Stadt vorbringen.

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