Stadtrat verteidigt «Waldheim» als Asylunterkunft

Stadt und Kanton Zug rücken vom Vorhaben nicht ab, Asylbewerber im ehemaligen Alterszentrum Waldheim unterzubringen. Viele der rund 350 Interessierten machen weiter die Faust im Sack.

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Donat Knecht, Manuela Weichelt, Dolfi Müller, Andreas Bossard und Markus Jans verteidigen die Strategie der Stadt Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Donat Knecht, Manuela Weichelt, Dolfi Müller, Andreas Bossard und Markus Jans verteidigen die Strategie der Stadt Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Im ehemaligen Altersheim Waldheim in der Stadt Zug sollen vorübergehend und längstens während zwei bis drei Jahren Asylsuchende untergebracht werden: An dieser Absicht halten der Zuger Stadtrat und die Direktion des Innern des Kantons Zug fest, wie deren Vertreter an einer Anwohnerinformation am Dienstagabend im Theater Casino bekräftigten. Wie die Stadt Zug am Mittwoch mitteilte, folgten rund 350 Personen der Einladung und äusserten grösstenteils sachlich ihre Sorgen und Ängste, aber auch Hoffnungen zu einem emotionalen Thema.

Die Stadt Zug sei gesetzlich verpflichtet, derzeit 122 Asylsuchende aufzunehmen, erläuterte Stadtpräsident Dolfi Müller. Wegen fehlender Unterkünfte – im ehemaligen Kantonsspital an der Artherstrasse stehen 69 Plätze zur Verfügung – habe die Stadt ihrem Auftrag bislang nur teilweise nachkommen können Trotz intensiver Suche sei es nicht gelungen, bis heute die nötige Anzahl von Unterkünften zu finden.

Stadtratsvizepräsident Andreas Bossard machte deutlich, dass die Nutzung des Altersheims Waldheim nur von beschränkter Dauer sei. Die Planung sehe vor, dass das «Waldheim» abgerissen und als Pension für ältere Leute neu gebaut wird. Das soll in den nächsten Jahren geschehen. Zudem habe der Stadtrat verschiedene Lösungen für die Unterbringung von Asylsuchenden in Aussicht: In Zug Nord und West würdenab 2013 genügend Asylunterkünfte zur Verfügung stehen.

Gegner werfen dem Stadtrat Sorglosigkeit vor

Die Gegner, die sich in einem Komitee organisiert haben, kritisierten, dass die Stadt in den vergangenen Jahren keine geeigneten Unterkünfte für Asylsuchende gefunden habe. Sie warfen dem Stadtrat Sorglosigkeit vor, denn die Angst vor kriminellen Aktivitäten in diesem Quartier sei berechtigt. Zum Ausdruck kam im Weiteren, dass die Anwohner ausreichend Schutz und eine intensive Betreuung der Asylsuchenden wünschen.

pd/zim