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STADTTUNNEL: «Man darf nicht kleinräumig denken»

Das Volk soll das letzte Wort haben. Dieser Entscheid des Kantonsrats sei richtig, finden auch die Präsidenten der Berg- und Ennetseegemeinden.
Samantha Taylor
Die Zustimmung zum Stadttunnel ist in den Zuger Gemeinden sogar grösser als in der Stadt Zug selber. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Zustimmung zum Stadttunnel ist in den Zuger Gemeinden sogar grösser als in der Stadt Zug selber. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Seit Donnerstag steht es fest: Das Volk wird beim Stadttunnel das letzte Wort haben. Mit dem Ja des Kantonsrats in zweiter Lesung wird nun über das Megaprojekt für 890 Millionen Franken am 14. Juni an der Urne abgestimmt. Sowohl Baudirektor Heinz Tännler wie auch Stadtpräsident Dolfi Müller zeigten sich am Donnerstag erfreut über das Ergebnis. Er habe auf ein positives Resultat gehofft, so Tännler. Und Dolfi Müller unterstrich noch einmal, dass es bei der Abstimmung um weit mehr gehe als um eine Röhre im Berg. «Es geht um die Attraktivität der Stadt Zug zum Nutzen des ganzen Kantons.»

Aber wie wird dies in anderen Gemeinden beurteilt? Sieht man auch im Ennetsee und auf dem Berg tatsächlich einen Nutzen?

Geduldig

«Es handelt sich um ein Jahrhundertprojekt», ist etwa Unterägeris Gemeindepräsident Josef Ribary überzeugt. «In solchen Fragen darf man nicht kleinräumig denken. Ich bin sicher, dass am Ende alle davon profitieren werden», so Ribary weiter. Dass sein Dorf bei einem allfälligen Ja zum Stadttunnel etwas Geduld aufbringen muss, weil die Umfahrung Unterägeri dann nach hinten verschoben würde, vermag Ribary nicht zu beunruhigen. «Man darf diese Projekte nicht gegeneinander ausspielen. Man muss das Ganze langfristig betrachten.» Auch in der Nachbargemeinde teilt man diese Auffassung. «Ich werte diesen Ausgang positiv. Auch weil es ein weitsichtiges Projekt ist», sagt Pius Meier, Gemeindepräsident Oberägeri. Er hoffe jedoch, dass auch künftige Anliegen aus Oberägeri so wohlwollend geprüft würden.

Die übrigen Berggemeinden stellen sich ebenfalls hinter den Entscheid des Kantonsrates. Es sei richtig, dass das Volk jetzt die Möglichkeit erhalte, über das Projekt abzustimmen, findet etwa Roger Bosshart, Gemeindepräsident von Neuheim. «Natürlich kann man sich fragen, wo der direkte Nutzen für Neuheim liegt. Aber am Ende profitieren alle davon, wenn die Stadt aufgewertet wird. Wir gehen ja auch nach Zug.» Ein Teil der Menzinger Bevölkerung werde sicherlich auch von dem Projekt profitieren, sagt Gemeindepräsident Peter Dittli. «Darum ist es auch richtig, dass diese die Chance bekommen, sich dazu zu äussern.»

Vertiefte Diskussion

Dass das Volk in dieser Frage bestimmen soll, befürwortet man auch im Ennetsee. «Es wäre schade gewesen, wenn die Sache jetzt so kurz vor der Volksabstimmung abgebrochen worden wäre», sagt Peter Hausherr, Gemeindepräsident von Risch. Bei Strassenbauprojekten sei der Kanton immer auf den Goodwill von mehreren Gemeinden angewiesen. Es brauche da auch Weitsicht von jenen, die keinen unmittelbaren Nutzen daraus ziehen würden. «Es geht um eine gesamtheitliche Verkehrsstrategie, die funktionieren soll. Und so ist das Ganze auch zu beurteilen. Da muss man über die Gemeindegrenzen hinausschauen», findet Chams Gemeindepräsident Georges Helfenstein.

Wäre es nach der Mehrheit der Hünenberger Kantonsräte gegangen, dann würde das Volk am 14. Juni nicht abstimmen. Vier von sechs Kantonsräten hatten am Donnerstag in zweiter Lesung Nein gesagt zum Stadttunnel. Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann sieht das etwas anders. Es sei richtig und wichtig, dass das Stimmvolk über den Stadttunnel befinde. «Das Projekt schon im Kantonsrat zu versenken, wäre falsch gewesen.» Es sei nun aber zentral, dass eine vertiefte Diskussion darüber geführt werde. «Es gibt diverse Punkte, die man genau anschauen muss. Unter anderem die Kosten.»

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