Stadtzuger sollen am Seeufer ohne «Angst» Musik hören können

Zwei Gemeinderäte fordern den Stadtrat mittels einer Motion auf, das Reglement über die Lärmbekämpfung anzupassen. Dies, damit das Musikhören im öffentlichen Raum künftig keinen Verstoss mehr dagegen darstellt.

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(bier) Die Zuger Gemeinderäte Joshua B. Weiss (FDP) und Jérôme Peter (SP) stören sich am Paragrafen 7 beziehungsweise am zweiten Satz im Reglement über die Lärmbekämpfung. Dieser lautet: «Auf öffentlichen Strassen, in öffentlichen Anlagen und Badeanstalten ist der Gebrauch von Radios, Tonbandgeräten und ähnlichen Apparaten untersagt.» Das Wort «Tonbandgeräte» zeugt vom Alter des Reglements. Es ist im Juni des Jahres 1972 in Kraft getreten. Weiss und Peter zeigen in ihrer Motion drei Varianten auf, wie ihr Anliegen umgesetzt werden könnte:

Gemäss dem Reglement von 1972 dürfen auch Ghettoblaster nicht im öffentlichen Raum benutzt werden.

Gemäss dem Reglement von 1972 dürfen auch Ghettoblaster nicht im öffentlichen Raum benutzt werden.

Bild: PD
  1. Der besagte Satz wird ersatzlos gestrichen.
  2. Der Paragraf wird dahin gehend abgeändert, dass «die Lautsprecher etc. in einer ‹nicht störender Weise› (sic) benutzt werden können».
  3. Der Stadtrat definiert Zonen, in welchen das Musikhören erlaubt ist.

Das Ziel der Motion sei nicht «Musik in dröhnender Lautstärke, sondern ein tolerantes Miteinander». Jedoch soll die «Angst», wegen Lärmbelästigung mit 100 Franken gebüsst zu werden, der Vergangenheit angehören. Den beiden Gemeinderäten sei berichtet worden, «dass man Bussen bezahlen musste, weil man Musik am See abspielte». Diese Bussen wären «unabhängig von Zeit und Lautstärke» ausgesprochen worden.

Bevormundung der Bevölkerung?

Nach der Überzeugung von Joshua B. Weiss und Jérôme Peter könne es nicht sein, dass man den Gebrauch von solchen Geräten von vornherein untersagt, «ohne den Benutzern die Chance zu geben, die Lautsprecher rücksichtsvoll zu benutzen». Es handle sich um eine «Bevormundung» der Bevölkerung, steht im Motionstext.

Dass die Stadt Zug nach Anpassung des Reglements eine «Partymeile» werde, sei nicht zu befürchten, da die Nachtruhe gelte. Der Grosse Gemeinderat wird sich voraussichtlich am 30. Juni damit befassen.