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Ständeratswahl im Kanton Zug: Matthias Michel und Heinz Tännler liegen Kopf an Kopf

Bei den Zuger Ständeratswahlen kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Gewählt ist CVP-Mann Peter Hegglin.
Harry Ziegler
Peter Hegglin, wiedergewählter CVP-Ständerat freut sich an seinem Ergebnis. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Peter Hegglin, wiedergewählter CVP-Ständerat freut sich an seinem Ergebnis. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Der gestrige Ständeratswahlgang sorgte für eine Überraschung. Es kommt zu einem zweiten Wahlgang. Was im Kanton Zug eher selten geschieht. Das absolute Mehr von 18464 Stimmen erreichte einzig der zur Wiederwahl stehende CVP-Ständerat Peter Hegglin (19909 Stimmen). Er zeigte sich zufrieden mit seiner Bestätigung im Amt. «Mit diesem Feld an Kandidatinnen und Kandidaten ist diese Wahl sicher nicht geschenkt», so Hegglin. Er habe einen engagierten Wahlkampf geführt.

Beste Chancen in einem zweiten Wahlgang den noch vakanten Zuger Ständeratssitz zu besetzen haben FDP-Kandidat Matthias Michel (16852 Stimmen) und SVP-Kandidat Heinz Tännler, der mit 16769 nur gerade 83 Stimmen hinter Michel liegt. Die Stimmbeteiligung betrug 52,81 Prozent.

Heinz Tännler, der grosse Abwesende im Wahlzentrum

Die Parteien haben nun bis morgen Dienstagmittag Zeit, Kandidatinnen und Kandidaten für einen zweiten Wahlgang am 17. November zu melden. «Wir werden mit Heinz Tännler in einen zweiten Wahlgang steigen», sagte der Zuger SVP-Präsident, der wiedergewählte Nationalrat Thomas Aeschi. Ob sich der amtierende Zuger Finanzchef Heinz Tännler für diesen Wahlgang zur Verfügung stellt, ist noch nicht in trockenen Tüchern – mindestens seitens Heinz Tännler. Er war gestern im Wahlzentrum im Kaufmännischen Bildungszentrum Zug der grosse Abwesende. Bezüglich der Teilnahme an einem zweiten Wahlgang sagte Heinz Tännler am Telefon, dass er das Resultat des ersten Wahlgangs analysieren und sich dann entscheiden werde.

FDP-Ständeratskandidat Matthias Michel versucht sein Resultat zu erkennen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

FDP-Ständeratskandidat Matthias Michel versucht sein Resultat zu erkennen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 20. Oktober 2019)

Matthias Michel (FDP) hat mit einem zweiten Wahlgang gerechnet. «Für mich ist der Wahlkampf erst dann abgeschlossen. Ich fühle mich fit.» Tatsächlich hat es längere Zeit nicht gut für Michel ausgesehen. Erst mit Bekanntwerden des Wahlresultats aus der Stadt Zug gelang es dem FDP-Kandidaten den SVP-Vertreter um insgesamt 83 Stimmen zu distanzieren. Tännler lag vor Auszählung der Stadt Zug, nach 10 von 11 Gemeinden, noch mit 865 Stimmen vor Michel. In der Stadt Zug erhielt Matthias Michel 4361, Tännler 3413 Stimmen. Eine Differenz von 948 Stimmen. Sehr gut hielten die Kandidatinnen der Alternative – die Grünen, Tabea Zimmermann Gibson und Barbara Gysel von der SP mit. Tabea Zimmerman erzielte total 8200 Stimmen, Gysel 7898. Beide Parteien werden heute entscheiden, ob sie in einen zweiten Wahlgang steigen. Es kann sein, dass die beiden Linksparteien für den zweiten Wahlgang die im Nationalrat erfolgreiche Strategie wählen und sich auf eine Kandidatin einigen und diese entsprechend unterstützen. Abgeschlagen landeten die parteilose Kandidatin Andrea Sidler Weiss (2598 Stimmen) und Stefan Thöni (Parat, 1626 Stimmen) auf den letzten Plätzen.

Schlussresultat vom 1. Wahlgang
*
bisher im Amt.
gewählt
Peter Hegglin
Peter Hegglin *
CVP
19 909
Matthias Michel
Matthias Michel
FDP
16 852
Verfügbare Sitze: 2
Heinz Tännler
Heinz Tännler
SVP
16 769
Tabea Zimmermann
Tabea Zimmermann
Grüne
8 200
Barbara Gysel
Barbara Gysel
SP
7 898
Andrea Sidler Weiss
Andrea Sidler Weiss
parteilos
2 598
Stefan Thöni
Stefan Thöni
Parat
1 626
Absolutes Mehr
18 464 Stimmen

Wen unterstützt die CVP im zweiten Wahlgang?

Für die CVP ist die Rechnung im Nationalrat wie auch im Ständerat aufgegangen. Sie kann im zweiten Wahlgang zusammen mit der GLP den Ausgang erheblich beeinflussen – so die CVP-Wählerinnen und -Wähler am 17. November an die Urne gehen. Die gegenseitige Unterstützung ihrer Kandidaten hat zwischen CVP und FDP funktioniert. Betrachtet man das gestrige Schlussresultat, funktionierte diese bei den Freisinnigen etwas besser als bei der CVP.

Entscheidend für die Besetzung des zweiten Ständeratssitzes wird sein, zu wem die CVP-Stimmen gehen. Hier dürfte FDP-Kandidat Matthias Michel Vorteile gegenüber SVP-Kandidat Heinz Tännler haben. Zum einen, weil die FDP gegenüber der CVP Wort hielt und Peter Hegglin unterstützte. Zum anderen wurde Finanzdirektor Heinz Tännler gestern nicht nur von linker Seite übel genommen, dass er sich nicht im Wahlzentrum zeigte.

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