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Interview

Peter Hegglin kandidiert für den Ständerat: «Ich reite seit Jahren auf dieser Welle»

Der Zuger CVP-Ständeratskandidat Peter Hegglin spricht im Interview über seinen Naturschutz-Willen.
Zoe Gwerder
Peter Hegglin in einem seiner Lieblingslokale – dem Hotel und Restaurant Ochsen in Menzingen.Bild: Stefan Kaiser (15. Juli 2019)

Peter Hegglin in einem seiner Lieblingslokale – dem Hotel und Restaurant Ochsen in Menzingen.Bild: Stefan Kaiser (15. Juli 2019)

Der CVP-Ständeratskandidat Peter Hegglin sieht dem Ende seiner ersten Legislatur in Bern entgegen und möchte gern weiterhin im Ständerat bleiben. Für das Interview treffen wir ihn in einem seiner Lieblingslokale, dem Hotel und Restaurant Ochsen in Menzingen.

Wieso möchten Sie wiedergewählt werden?

Peter Hegglin: Um richtig zu wirken, benötigt es mehr als eine Legislatur. Am besten wären zwei bis drei. Denn in der Ersten geht es vor allem darum, ein Netzwerk aufzubauen und die Leute im Parlament und der Verwaltung kennen zu lernen.

Was haben Sie in den vergangenen vier Jahren erreicht?

Die zwei wichtigsten Punkte sind der NFA-Kompromiss sowie die Unternehmenssteuerregelung. Bei beiden Vorlagen habe ich stark im Hintergrund gearbeitet. So war es beispielsweise beim NFA-Kompromiss wichtig, die Leute darauf einzuschwören, das Paket nicht aufzuschnüren, weil es sonst wohl gescheitert wäre.

Mit zwölf Vorstössen, von denen zwei angenommen wurden, scheinen Sie aber zu den wenig aktiven Ständeräte zu gehören.

Eigentlich sollten Ständeräte nicht zu viele Vorstösse einreichen. Denn es gibt auch so schon genug. Die Erfolgsquote ist bei mir jedoch höher, als es scheint. So wurden mehrere Vorstösse, die ursprünglich nicht direkt angenommen wurden, inhaltlich in Kommissionen aufgenommen und werden nun schneller bearbeitet.

Nun zur Zukunft. Sie schreiben auf Ihrer Website, dass Sie sich für einen nachhaltigen Schutz der Natur einsetzen wollen. Was verstehen Sie darunter?

Eigentlich reite ich seit Jahren auf dieser Welle. Schon 1992 habe ich meinen damaligen Landwirtschaftsbetrieb auf Bio umgestellt. Auch versuche ich, so zu leben, dass ich möglichst wenig Abfall produziere.

Wie wollen Sie diese Anliegen in die Politik einfliessen lassen?

Das ist tatsächlich gar nicht so einfach. Ein Ansatz wäre unter anderem die Grösse der Autos. Diese sollten nicht immer noch schwerer werden, sondern leichter. Zudem braucht es dringend eine internationale Kerosinsteuer. Und ich hoffe, dass es bei den Jungen nicht nur beim Demonstrieren bleibt, sondern auf den Klimastreik auch Taten folgen.

Reiten Sie nun mit Ihrem Anliegen des Naturschutzes einfach auf der aktuellen Klima-Welle mit und haben den Punkt dazu in ihr Credo aufgenommen?

Dass ich mich für eine intakte Lebensgrundlage einsetze und die Natur einen nachhaltigen Schutz verdient, steht schon lange in den 13 Punkten meines Credos. Neu ist hingegen, dass ich diesen Punkt hervorhebe und als einen der wichtigsten Punkte auf der Startseite aufgelistet habe.

Sie schreiben dort auch von optimalen wirtschaftlichen Bedingungen. Was verstehen Sie darunter?

Mir ist wichtig, dass Zug als internationaler Standort auch entsprechend gehört wird. Mit dem NFA-Kompromiss und der Unternehmenssteuerreform sind zwei wichtige Punkte bereits umgesetzt worden.

Für was wollen Sie sich sonst noch speziell einsetzen?

Für die Altersreform. Als ehemaliger Präsident der Zuger Pensionskasse kenne ich die Problematik. Auch für tiefere Gesundheitskosten will ich mich einsetzen – was auch zum nachhaltigen Schutz der Natur beiträgt. Werden vermehrt zuerst Hausmittel verwendet, bevor Medikamente eingesetzt werden, gelangen auch weniger dieser Substanzen über das Abwasser in die Umwelt.

Sie sind Präsident oder Mitglied von zehn Organisationen – wie beispielsweise der Branchenorganisation Milch oder dem Netzwerk mineralische Rohstoffe Schweiz. Inwieweit fliessen diese Interessenbindungen in Ihre Arbeit als Ständerat ein?

Diese Mandate haben keine direkte Auswirkung auf meine Arbeit in der kleinen Kammer, auch wenn eine gewisse Interessenbindung sicher besteht. Für mich ist es einfach ein Ausgleich, auch Mandate innezuhaben, bei denen Entscheidungen in einem Geschäftsfeld gefällt werden müssen.

Privat sind Sie Mitglied in 19 Vereinen. In welchen sind Sie wirklich aktiv?

Ich versuche bei allen, die Generalversammlungen zu besuchen. Und auch an Anlässen bin ich oft anzutreffen. Beim Zuger Imkerverein besuche ich zudem regelmässig Weiterbildungskurse.

Genau, als Hobby geben sie unter anderem Bienen an. Was bedeuten Ihnen die Tiere?

Mein Vater hatte auf unserem Hof schon immer Bienen. Als er starb, stand ich vor der Frage, was ich mit diesen machen soll. Ich habe mich aus Gründen der Nachhaltigkeit für das Weiterführen der Bienenhäuser entschieden.

Wie finden Sie die Zeit dazu?

Die muss ich mir zusammensuchen. Denn auch während der Frühlingssession kann es sehr intensiv werden. Dann ist die Zeit, in welcher die Bienenköniginnen mit einem Teil des Volkes ausschwärmen – die muss man dann wieder einsammeln.

Als eines ihrer liebsten Lokale haben Sie für das Interview das Hotel und Restaurant Ochsen in Menzingen ausgesucht. Was verbinden Sie mit diesem?

Wir hatten hier schon viele Parteiversammlungen, aber auch Treffen mit Vereinen, «Liichemöhli» und Geburtstagsfeste. So ist es auch eines der wenigen Restaurants in der Region, das an meinem Geburtstag, an Weihnachten, geöffnet ist.

Hinweis
Die «Zuger Zeitung» stellt die Kandidatinnen und Kandidaten für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober vor

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