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Starke Figuren mit seltsamen Ticks im Zuger Kantitheater

Die Premiere des traditionellen Kantitheaters geht am 5. April über die Bühne. Mit dem Theaterstück «Die Burg» bietet die Kantonsschule Zug auch heuer wieder ein eindrucksvolles Stück voller Emotionen.
Janis Büchel
Das Kantitheater Zug zeigt sein neuestes Stück «Die Burg» noch bis am 8. April 2019. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 2. April 2019)

Das Kantitheater Zug zeigt sein neuestes Stück «Die Burg» noch bis am 8. April 2019. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 2. April 2019)

Noch einmal werden die Lichter gecheckt und die Musiker proben die letzten kniffligen Stellen. Es wird an den letzten Details geschliffen. Im Hintergrund der Aula singen sich schon die Darsteller ein und bereiten sich auf die Hauptprobe vor. Danach wird der Saal verdunkelt und das Schauspiel beginnt. Der Zuschauer wird schnell in die Welt des Stücks geführt, welche von Soldaten, hohen Adeligen und ihren Angestellten geprägt ist. Das Stück handelt einerseits von sinnloser Geschäftigkeit, Macht und Gefühllosigkeit und andererseits von Liebe und Sehnsucht. Die Poesie und Gedichte von Rainer Maria Rilke werden als Ausdrucksmittel dieser Gefühle eingesetzt.

Lieder sind selbst komponiert

«Das Stück wurde von Grund auf selbst erfunden», erzählt Peter Zaugg, Leiter des Kantitheaters Zug. «Speziell ist vor allem, dass die Musik vor den ersten Ideen schon vorhanden war», ergänzt Tobias Rütti, Leiter der Big Band. Er selbst hat fast alle Lieder von Grund auf selbst komponiert. «Unser Theater zeichnet aus, dass die Musik aktiv ins Stück integriert ist. Die Musiker sitzen nicht nur an Ort und Stelle und spielen ihre Lieder, sondern bewegen sich während der Aufführung», erwähnt er. In Kombination mit dem Licht kann das Publikum so in das Stück und seine besondere Atmosphäre eintauchen. Auch die Kulisse ist mit den weissen und grauen Boxen zwar sehr schlicht gehalten, aber die Vielfalt an Bühnenbildern, die sich mit ihnen kreieren lassen, ist enorm. «Für die Schüler ist es eine Herausforderung neben den Prüfungen der Schule auch dem anspruchsvollen Spiel die volle Leistung entgegen zu bringen, um am Tag X bereit zu sein», sagt Peter Zaugg.

«Die Figuren sind durch die ‹Commedia dell’arte›, dem traditionellen italienischen Theater zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, inspiriert», erklärt Zaugg. «Figuren wie der Pantalone oder der Dottore sind im Stück an diese Zeit angelehnt, werden aber mit einem modernen Schliff versehen.» So wird dem Pantalone mit seiner Finkensammlung ein ganz eigener lustiger Charakter verliehen.

Jeder Charakter mit eigenem Tick

«Mein Charakter gefällt mir besonders, weil er sehr mächtig wirkt und über allem steht, aber trotzdem keine richtige Stimme hat», sagt Arsena Odermatt, die den Dottore spielt. Sein Gesagtes habe nicht wirklich eine Nützlichkeit. «Jeder sollte seinen Charakter mit einem eigenen Tick versehen oder sich ein Tier vorstellen und sich dann wie dieses bewegen», erklärt Charlotte de Spindler, die eine Dienerin spielt. Trotzdem sei es schwer, sich in die Rolle einzufühlen und diese bis zum Schluss durchzuziehen, meint die Viertklässlerin. Dem stimmt auch ihre Klassenkollegin Melina Bouzas da Costa zu: «Das Stück ist ziemlich offen gehalten und jeder interpretiert es ein wenig anders», fügt sie hinzu. Wer sich bereit fühlt, sich während etwa einer Stunde in andere Sphären zu begeben, dem sei das Stück wärmstens empfohlen.

Die Vorstellungen finden vom Freitag, 5. April 2019, bis Montag, 8. April 2019, jeweils um 19.30 Uhr, ausser am Sonntag schon um 17 Uhr, in der Aula der Kantonsschule Zug statt. Eintritt frei - Kollekte.

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