Starke Gegenwehr gegen das Grossprojekt an der Zuger Zeughausgasse

Die Korporation Zug plant sieben Bauprojekte in der Altstadt. Bei der Stadt sind mittlerweile weitere Einsprachen dagegen eingegangen. Zwei Fachleuten wird Befangenheit vorgeworfen.

Cornelia Bisch
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Es ist ein Grossprojekt auf sensiblem Gebiet mitten in der Zuger Altstadt. Die Nachbarschaft Münz an der Zeughausgasse, die Geissweid, soll umgestaltet werden. Auf 2650 Quadratmetern sind sieben Gebäude betroffen. Diese sieben Objekte, wovon vier denkmalgeschützt sind, sollen umgebaut, renoviert oder neu erstellt werden. Die Baueingaben erfolgten etappiert. Die Einsprachefrist der letzten Etappe für Haus D ist Ende September abgelaufen. Nun warten sämtliche Beteiligten auf die Antwort der Stadt.

Die Visualisierung zeigt die geplante Neugestaltung der Nachbarschaft Münz an der Zeughausgasse in Zug.

Die Visualisierung zeigt die geplante Neugestaltung der Nachbarschaft Münz an der Zeughausgasse in Zug.

Bild: Boltshauser Architekten

«Es sind nochmals vier Einsprachen von den Besitzern benachbarter Häuser eingegangen», fasst Korporationsschreiber Daniel Schwerzmann zusammen. Die Hauptkritik betreffe die Etappierung der Baugesuche sowie die Nicht-Einhaltung des Einordnungsgebots. «Es geht um die Frage, ob die geplanten Gebäude an diesen Ort passen. Die Einsprecher finden, dass dies nicht der Fall sei.» Die Nutzung von Gebäude D ausschliesslich als Privatschule wurde ebenfalls bemängelt, denn im Schulgebäude sei keinerlei Wohnanteil vorgesehen.

Auch die Bauzeit ist ein Grund für eine Einsprache

In früheren Einsprachen wurde kritisiert, das Projekt sei zu wenig historisch, Haus F sei zu hoch geplant, die Nachbarschaft sei nicht in den Planungsprozess eingebunden worden, das Projekt habe eine Verminderung der Wohnqualität sowie Werteinbussen an den Liegenschaften der Einsprecher zur Folge. Ausserdem wehrten sich die Anwohner gegen die Bauzeit von drei bis vier Jahren, in denen mit Staub und Dreck zu rechnen sei. Schwerzmann betont:

«Natürlich haben wir mit Einsprachen gerechnet. Wenn man inmitten eines Wohngebietes in der Altstadt eine Umgestaltung plant, ist das sicher zu erwarten.»

Die Korporation Zug sei jedoch nach wie vor davon überzeugt, dass die Projektabwicklung seriös vorgenommen worden sei. «Die Planung des Projekts erfolgte im Rahmen eines zweistufigen Architekturwettbewerbs mit einer hochrangigen Jury», sagt Schwerzmann.

Diese habe aus sechs Projekten jenes ausgewählt, das aus städtebaulicher Sicht am einfachsten umsetzbar und am besten an den historischen Urzustand angelehnt worden sei, präzisiert Korporationspräsident Urban Keiser. «Im Projekt, das der Nachbarschaft an einem Infoabend vorgestellt wurde, verliert die Umgebung des Luthigerhauses ihren Hinterhofcharakter, da sie neu direkt zur Zeughausgasse hin erschlossen sein wird», legt Keiser dar. «Auch sämtliche Geschäfte werden erschlossen sein.»

Das Projekt biete in seiner Gesamtheit schöne Freiräume, Aus- und Durchblicke. «Die Häuser stehen am gleichen Ort wie die historischen und sind teilweise sogar weniger hoch.» Hauptstreitpunkt sei Gebäude F, dessen Höhe und Umfang im Vergleich zu früheren Bauten abweiche, wie die Einsprecher argumentierten.

Korporation wehrt sich gegen Vorwurf

Neben einem Denkmalpfleger aus dem Kanton Aargau seien auch Stadtarchitekt Christian Schnieper und Franziska Kaiser, Denkmalpflegerin des Kantons Zug, in den Planungsprozess involviert gewesen.

«Wir hatten ein sehr gutes Einvernehmen mit der Denkmalpflege. Wir wollen ja auch etwas Schönes machen», führt Urban Keiser aus. «Die Vorschläge der Fachleute waren uns sehr willkommen.» Der Vorwurf der mangelnden historischen Anlehnung sei damit sicher nicht gerechtfertigt.

«Die Einsprecher verlangen nun sogar, dass die beiden Zuger Fachleute wegen Befangenheit aus dem Bewilligungsverfahren ausgeschlossen werden.»

Sollte auf das Bewilligungs- ein Gerichtsverfahren folgen, so würde sich die Umsetzung des Projekts voraussichtlich um mehrere Jahre verzögern.