Starke Leistung von Zug United wird nicht belohnt

Die Zuger Unihockeyanerinnen unterliegen in der Nationalliga A zwei Spitzenteams, dem einen aber knapp.

Samira Inglin und Marina Schürmann
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Zugs Goalie Micheline Müller überzeugt gegen die Jets.

Zugs Goalie Micheline Müller überzeugt gegen die Jets.

Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 25. Januar 2020)

Die Zugerinnen trafen binnen weniger Stunden auf zwei der drei Topteams der NLA. Die Partie beim drittplatzierten Emmental am Sonntag endete deutlich zu Gunsten des Favoriten. Bei der 2:6-Niederlage der Zugerinnen fiel die Entscheidung mit dem vierten Gegentreffer nach 33:05 Minuten.

Tags zuvor war Zug United einer Überraschung näher. Vor dem Spiel gegen die Kloten-Dietlikon Jets war die Devise der Zugerinnen klar: Sie sollten sich in erster Linie um die Defensive kümmern. Dies gelang in den Startminuten ausgezeichnet und auch offensiv konnten die Gastgeberinnen erste Akzente setzen. In der 12. Minute jubelten dennoch die Zürcherinnen. Die schwedische Weltmeisterin Granstedt fand eine Lücke, spielte quer durch die Box zu Gerig, die für Suter auflegte.

Im zweiten Drittel ging es ähnlich weiter wie zuvor. Die Jets waren zwar mehrheitlich im Ballbesitz, jedoch landeten die Abschlüsse meist in Zuger Blocks oder wurden von der stark aufspielenden Torhüterin Sheila Ebinger zunichtegemacht. Für sie endete das Spiel leider kurz danach äusserst bitter. Nach einem Kampf im Slot verfing sich der kleine Finger in einer Stockschaufel – sie musste die Halle direkt in Richtung Spital verlassen. Für sie übernahm Micheline Müller, die ihr Team ebenfalls mit guten Saves im Spiel hielt. In der 32. Minute wurde Martinakova auf die Strafbank geschickt und Zug nutzte das danach folgende Powerplay zum 1:1-Ausgleichstreffer. Kistler spielte zu Noga, die mit einem platzierten Schuss traf.

Elf Minuten vor Schluss findet der Favorit einen Weg

Der letzte Abschnitt begann aus Zuger Sicht optimal. Krummenacher erkämpft sich in der Ecke den Ball und spielte zu Herzog, die so viel Zeit und Platz hatte, um sich die Ecke für das Tor zum 2:1 auszusuchen. Das war eine grosse Überraschung. Nun durften die Zugerinnen bloss nicht übermütig werden. Sie wehrten sich lange bravourös. Jede Abwehr und jeder Block wurden von der Bank frenetisch gefeiert. In der 49. Minute brach das Bollwerk aber unter dem Druck zusammen. Die Tschechin Konickova glich für die Blau-Gelben zum 2:2 aus.

Im Anschluss daran gab es chaotische Szenen in beiden Torräumen. Das Spiel konnte auf beide Seiten kippen. Suter traf zum 3:2 für Kloten-Dietlikon. Zug warf daraufhin alles nach vorne, spielte mit sechs Feldspielerinnen und war dem Ausgleichstreffer sehr nah. Eine Sekunde vor Schluss war es aber Gerig, die mit dem Treffer zum 4:2 ins leere Tor den Sieg sicherte. Die Nationalspielerin Isabelle Gerig aus Rotkreuz erzielte bereits ihr 17. Saisontor und liegt mit total 35 Skorerpunkten an dritter Stelle der NLA.

Zug United zeigte eine beherzte Teamleistung, die nicht mit Punkten belohnt wurde. Dementsprechend geknickt, aber auch stolz waren die Akteurinnen nach dem Spiel. Hinsichtlich der letzten zwei Runden, die am 8. und 16. Februar ausgetragen werden, sowie der Playoffs kann diese Leistung Auftrieb verleihen.

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