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STATISTIK: Die Kriminalität im Kanton Zug geht weiter zurück

Noch nie seit Einführung der Polizeistatistik sind im Kanton Zug so wenig Straftaten registriert worden wie letztes Jahr. Auch die Zahl der Unfälle ist rückläufig. Verdoppelt hat sich jedoch die Zahl der Cyberdelikte. Auch ein anderer Bereich ist gestiegen.
Die Polizei bei einer Spurensicherung in einer Wohnung nach einem Einbruchdiebstahl. (Symbolbild: Zuger Polizei)

Die Polizei bei einer Spurensicherung in einer Wohnung nach einem Einbruchdiebstahl. (Symbolbild: Zuger Polizei)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Wenn solch gute Zahlen dabei seien, sei ihm deren Vorstellung «ein Vergnügen», sagte Sicherheitsdirektor Beat Villiger an der gestrigen Präsentation der Polizeistatistik 2017. Denn die Zahl der Delikte aus allen Bereichen ohne Strassenverkehr ist auf 6247 gesunken (2016: 6770). Das ist der tiefste Wert seit Einführung der Polizeistatistik im Jahr 2009. Und dies trotz Personalreduktionen im Zuge der kantonalen Sparbemühungen und gestiegener Bevölkerungszahl, so Villiger. «Das objektive Sicherheitsniveau im Kanton Zug ist seit Jahren auf einem hohen Stand.» Pro 1000 Einwohner wurden im vergangenen Jahr im Kanton Zug rund 39 Straftaten aus dem Strafgesetzbuch registriert. Damit liegt Zug deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von rund 52 Straftaten pro 1000 Einwohner.

Vom Schweizer Durchschnitt negativ entfernt hat sich jedoch erneut die Polizeidichte. Diese liegt schweizweit bei einem Polizisten pro 455 Einwohner, im Kanton Zug kommt nur noch ein Polizist auf 533 Einwohner. «Die Ausgaben für Polizeidienstleistungen in Franken pro Kopf befindet sich im Kanton Zug heute wieder auf dem Niveau von vor 15 Jahren», erklärte Villiger. Es gehe umso mehr darum, Kräfte möglichst effizient einzusetzen.» Er habe deshalb Mühe, wenn kritisiert werde, dass zwei, drei Stellen in den Gemeinden aufgehoben werden sollen. «Polizeistellen erhöhen zwar vielleicht das subjektive Sicherheitsgefühl, aber nicht die relative Sicherheit.» Wenn etwas wäre, rücke ja sowieso die Patrouille aus.

Verkehrspolizei setzte auf verstärkte Kontrollen

Abgenommen hat auch die Anzahl der Verkehrsunfälle. Diese liegt mit 832 (2016: 872) auf dem tiefsten Stand seit 2013. Die Verkehrspolizei führt dies unter anderem auf verstärkte Kontrollen an solchen Kreuzungen und unübersichtlichen Stellen zurück, wo es bisher häufig Unfälle gab. «Das geht nicht mit dem Radar, das ist Knochenarbeit», so deren Chef Stefan Rogger. Auch konkrete Massnahmen würden aus solchen Kontrollen resultieren. Wie beispielsweise, dass hinter der Blegikurve in Fahrtrichtung Luzern der gerade Pfeil auf der rechten Spur nach links verschoben worden sei, sodass für die Autofahrer dort früher ersichtlich sei, dass sie gegebenenfalls den Streifen wechseln müssten.

Insgesamt gab es 51 Unfälle durch einen Fahrstreifenwechsel oder Überholmanöver im letzten Jahr. «Die Autofahrer setzen vermehrt einfach den Blinker und denken, die hinter werden schon schauen», so Rogger. Die häufigsten Unfälle waren Schleuder- und Selbstunfälle (266), die zweithäufigsten Auffahrunfälle (160). Oft ist der Grund Ablenkung am Steuer. «Teilweise ist den Autofahrern das Handy wichtiger als der Zündschlüssel», so Rogger. Todesopfer gab es auf der Strasse im letzten Jahr drei (2016: 2). Weitere Details zu den Delikten abseits der Strasse gab dann Kriminalpolizei-Chef Thomas Armbruster. Wie überall in der Schweiz sei auch im Kanton Zug die Zahl der Einbruchsdiebstähle erneut zurückgegangen. Diese betrug 2017 im privaten Bereich noch 161 (2016: 228). Dies führt die Zuger Polizei aber auch auf die Präventionskampagnen in diesem Bereich und den Einsatz der Nachbarschaft zurück.

Unzufrieden zeigte er sich aber mit der Aufklärungsquote in diesem Bereich. Diese liegt nur bei sechs Prozent, während der Schweizer Durchschnitt bei 16,7 Prozent liegt. Die durchschnittliche Aufklärungsquote aller Delikte konnte jedoch um vier Prozent erhöht werden und entspricht mit 36 Prozent jetzt dem Schweizer Durchschnitt.

Erfreulich sei auch, so Armbruster, dass die Aufklärungsquote gerade im Bereich Leib und Leben mit 91 Prozent hoch sei. Der Schweizer Durchschnitt beträgt 87 Prozent. Sechs Tötungen und fahrlässige Tötungen sind fürs Jahr 2017 im Kanton Zug registriert. «Dreimal handelte es sich um Arbeitsunfälle, dreimal um Fälle von häuslicher Gewalt, aus dem Jahr 2016, die 2017 aufgeklärt werden konnten», erklärte der Chef der Kriminalpolizei.

Ressourcenengpässe bei der Fachstelle häusliche Gewalt

Gerade im Bereich der häuslichen Gewalt blieb die Zahl der Einsätze auch 2017 hoch. Insgesamt musste die Zuger Polizei 386 Mal ausrücken (2016: 402). «Die Fachstelle häusliche Gewalt konnte aus Ressourcengründen erstmals nicht mehr alle Fälle zeitnah bearbeiten. Was insbesondere bei den Kontaktaufnahmen mit den Opfern und Beschuldigten zu immer grösseren Verzögerungen führt», so Armbruster. Deutlich zugenommen haben die Cyberdelikte (siehe Box) und die Wirtschaftsdelikte. 2017 gab es im Bereich der sogenannten klassischen Wirtschaftsdelikte 142 Verfahren, 2016 waren es noch 101 Verfahren gewesen. Regelmässig haben es die Ermittler diesbezüglich mit internationalen Firmenkonstrukten zu tun. Was die Verfahren anspruchsvoll mache. Ende Jahr waren gemäss Statistik noch immer 67 Ermittlungsverfahren hängig. Gefallen ist hingegen die Gesamtzahl der Vermögensdelikte. Diese fiel um zehn Prozent von 3615 auf 3246. So sei es beispielsweise bei den Engeltrickbetrügern mehrfach gelungen, eine Geldübergabe zu verhindern und mehrere der Betrüger zu verhaften. Insgesamt zeige sich, dass der Schwerpunkt Kriminalprävention der Zuger Polizei Früchte trage.

Ausgewiesen ist in der Statistik auch die Zahl der Suizide. Diese ging von 28 im Jahr 2016 auf 22 zurück. Die Hälfte davon betreffen Fälle, in welchen die Dienste von Sterbehilfeorganisationen in Anspruch genommen wurden.

Zur Frage von kommenden Zielen sagte Polizeikommandant Karl Walker, dass es schwierig sei, in Sparzeiten Visionen zu entwickeln. Es gehe deshalb vorrangig darum, Gutes zu bewahren. Die Tendenz in der Kriminalitätsentwicklung stimme aber. Der Zuger Polizei sei aber bezüglich Ressourcen auch entgegengekommen, dass die Kriminalität allgemein in der Schweiz zurückgehe. Dies könne sich auch wieder ändern. «Wir hoffen auf ein Licht am Ende des Spartunnels», so Walker.

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