STATISTIK: Kanton Zug ist Wachstums-Schweizer-Meister 2017

In keinem Stand der Schweiz ist die Bevölkerung 2017 stärker gewachsen als im Kanton Zug. Schweizweit hat sich das Wachstum allerdings abgeschwächt, und der Unterschied der Entwicklung ist gross – auch innerkantonal.

Charly Keiser
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Wie den provisorischen Daten zu entnehmen ist, weist der Kanton Zug für das Jahr 2017 mit 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das höchste Bevölkerungswachstum aller Kantone auf. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 0,7 Prozent, was im Vergleich zu den Jahren 2007 bis 2016 deutlich tiefer ist, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte (wir berichteten). Per Ende 2017 sei damit die Schweizer Bevölkerung «nur» um 62 600 Personen auf 8 482 200 Einwohner gegenüber dem Vorjahr 2016 gestiegen.

Die Bevölkerung der Zentralschweiz ist im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent gewachsen. Uri (0,4) und Obwalden (0,5) wuchsen weniger als der Schweizer Durchschnitt, den Luzern mit 0,7 Prozent Bevölkerungswachstum exakt erreicht hat. In Nidwalden und Schwyz wohnten 0,9 Prozent mehr Leute als im Vorjahr und Zug führt die Wachstumsrangliste mit 1,2 Prozent natürlich auch in der Zentralschweiz an. Am anderen Ende der Skala der Kantone rangieren im Übrigen Neuenburg mit –0,4 Prozent und der Tessin mit –0,2 Prozent.

Die Gemeinde Cham ist deutlich gewachsen

Auch im Kanton Zug ist das Bild uneinheitlich: Mit dem Wachstum von 1,2 Prozent ist der Kanton im Jahr 2017 um 1453 Personen auf insgesamt 125401 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen. Ausser den Gemeinden Hünenberg und Walchwil verzeichneten alle Zuger Gemeinden ein Bevölkerungswachstum. In Walchwil wohnten 0,3 Prozent oder 10 Personen weniger als im Jahr zuvor. Mit 3 Einwohnern weniger als im Vorjahr kommt Hünenberg auf statistische –0,0 Prozent.

Kantonaler Wachstumsspitzenreiter ist die Gemeinde Cham, die im Vorjahr um 2,2 Prozent oder um 356 Einwohner gewachsen ist. Es folgen Risch (155 Einwohner) und Steinhausen (142 Einwohner) mit je 1,5 Prozent und Zug, mit 393 Einwohnern oder 1,3 Prozent Bevölkerungswachstum innert Jahresfrist. Auch in Unterägeri (112Einwohner) und Oberägeri (65 Einwohner) sind mit 1,3 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent die Einwohnerzahlen ansehnlich gewachsen.

Anhaltender Boom

Die Bevölkerungszahl des Kantons Zug wird gemäss der Szenarien des BFS auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen, heisst es dazu in der Medienmitteilung der Zuger Regierung. «Das Referenzszenario geht für das Jahr 2030 von rund 141300 Einwohnern im Kanton Zug aus.»

Zwei Drittel des Wachstums sind auf den positiven Wanderungssaldo von 1010 Personen zurückzuführen. Im Jahr 2017 zogen 5596 Personen aus dem Kanton Zug in andere Kantone oder ins Ausland. 6606 Personen sind 2017 hingegen in den Kanton Zug gezogen. Der Geburtenüberschuss von 423 Personen trug ebenfalls zum Bevölkerungswachstum bei. So standen im letzten Jahr 1213 Geburten 790 Todesfällen gegenüber.

«Die Zahlen zeigen, dass Zug ein lebenswerter und anziehender Kanton ist», sagt Regierungsrat Urs Hürlimann. «Und auch, dass es uns gelungen ist, das 1,5-Prozent-Wachstum von 2010 bis 2016 einzubremsen.»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch