STATISTIK: Mehr Unfälle mit weniger Schwerverletzte auf Zuger Strassen

Auf den Strassen im Kanton Zug ereigneten sich im vergangenen Jahr drei Prozent mehr Unfälle als im Vorjahr. Viel häufiger krachte es in der Stadt Zug. Die Polizei appelliert an die Autofahrer: «Halten Sie genügend Abstand ein».

Drucken
Teilen
Dieser Autofahrer prallte am 4. Mai in Walchwil angetrunken in eine Mauer. Der 82-Jährige wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. (Bild Zuger Polizei)

Dieser Autofahrer prallte am 4. Mai in Walchwil angetrunken in eine Mauer. Der 82-Jährige wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. (Bild Zuger Polizei)

Im Jahr 2015 ereigneten sich im Kanton Zug 900 Verkehrsunfälle, 28 mehr als 2014. Zwei Männer sind gestorben. Beide Unfälle ereigneten sich auf Nebenstrassen in den Gemeinden Neuheim und Menzingen. Die Zahl der Schwerverletzten ist um 14 auf 53 gesunken. Bei den Leichtverletzten gab es eine Zunahme um 10 auf 256, wie die Zuger Polizei am Dienstag in einer Mitteilung schreibt.

20 Prozent mehr Unfälle in Zug

In der Stadt Zug stieg das Total der Verkehrsunfälle um 20 Prozent an. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Gemeinde Risch, wo die Zahl gegenüber dem Vorjahr um knapp 19 Prozent zunahm. In Hünenberg (-19 Prozent), Unterägeri (-18 Prozent) und Baar (-6 Prozent) gingen die Unfallzahlen zurück. Am meisten Unfälle ereigneten sich in der Stadt Zug (274), gefolgt von Baar (195) und Cham (171). Wie im Vorjahr ereigneten sich wieder rund zwei Drittel aller Verkehrsunfälle innerorts.

Am meisten Unfälle im Juni

Die unsichersten Tage auf Zuger Strassen sind der Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Am wenigsten Unfälle trugen sich am Samstag und Sonntag zu. Die Unfallschwerpunkte liegen am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr, am Mittag von 11 bis 13 Uhr sowie am Abend zwischen 16-19 Uhr. 2015 hat der Monat Juni (93) den Monat Oktober (85) als unfallträchtigster Monat abgelöst. Am wenigsten Unfälle waren in den Monaten Januar (63) und September (66) zu verzeichnen. Der Zeitpunkt des Wintereinbruchs und die Intensität der Schneefälle haben massgebend Einfluss auf die Unfallzahlen in den Wintermonaten.

3,17 Promille im Blut

Die Unfallzahlen wegen Alkohol weisen wenig Auffälligkeiten gegenüber dem Vorjahr auf. Von 41 Unfällen (Vorjahr 40), bei denen der oder die Fahrer unter Alkoholeinfluss stand, waren 26 Selbstunfälle. Die Kontrolle der Fahrfähigkeit ist ein primäres Ziel der Verkehrskontrollen der Zuger Polizei. Im Jahr 2015 konnten 95 nicht fahrfähige Autofahrer gestoppt werden. Der höchste Wert einer Blutauswertung lag bei 3,17 Promille.

«Genügend Abstand einhalten»

Letztes Jahr ereigneten sich 295 Unfälle, weil Autofahrer abgelenkt waren. Das sind 15 Prozent weniger als 2014. «Viele dieser Unfälle wären zu vermeiden, wenn man sich ausschliesslich auf das Autofahren konzentrieren und vor allem auch genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten würde», sagt Stephan Rogger, Chef der Verkehrspolizei. Unfälle aufgrund von Ablenkung, insbesondere in den Rushhours, führten immer wieder zu massiven Staus und Verkehrsbehinderungen.

Die Zuger Polizei schenkt Autofahrern, die abgelenkt sind, auch in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit. Zudem ist die Dunkelziffer bei Alkohol, Drogen und Medikamenten gross, weiss die Polizei. «Es gibt immer neue Arten von Drogen, von denen der Konsument oft nicht weiss, wie sich diese auf seine Fahrfähigkeit auswirken. Auch Medikamente können die Fahrfähigkeit beeinträchtigen», mahnt Verkehrspolizeichef Stephan Rogger. Ein weiteres Augenmerk wird die Polizei auf die Sichtbarkeit legen. Sie empfiehlt Fussgängern und Velofahrern, in der dunklen Jahreszeit helle Kleidung und Reflexmaterial zu tragen, um für Autofahrer besser sichtbar zu sein.

pd/rem

Hinweis: Die detaillierten Zahlen im Überblick »

Polizei appelliert an Eigenverantwortung

  • Habe ich meine Kinder möglichst gut auf ihren Schulweg vorbereitet? Bin ich den Schulweg zusammen mit meinem Kind einige Male zu unterschiedlichen Zeiten gegangen? Hat es so die notwendige Sicherheit erlangt, um sicher zur Schule und wieder nach Hause zu kommen?
  • Bin ich mit meinen dunklen Winterkleidern bei Nebel oder Schneetreiben für andere gut sichtbar?
  • Ist mein Velo betriebssicher? Brennt das Licht vorne und hinten? Trage ich den Helm? Fahre ich nur auf für Velos vorgesehenen Verkehrswegen?
  • Kontrolliere ich bei meinem Fahrzeug die Beleuchtung regelmässig auf ihre Funktion? Reagiere ich, wenn eine Kontrolllampe aufleuchtet, die mir angibt, dass das Licht defekt ist oder ignoriere ich diese? Haben die Reifen genügend Luftdruck, damit ich sicher fahre und genügend Profil, damit ich sicher anhalten kann?
  • Setze ich frühzeitig und besser einmal zu viel als zu wenig den Blinker und zeige damit den Anderen an, wohin ich fahren will?
  • Ist meine Ladung, insbesondere als Chauffeur eines Last- oder Lieferwagens, gemäss den Vorschriften gesichert? Habe ich sie auch schon nicht gesichert und bin dann langsam gefahren und war somit ein Hindernis und eine Gefahr für andere?
  • Verzögere ich meine Fahrt, wenn die Lichtsignalanlage von grün auf orange wechselt? Oder beschleunige ich noch schnell und stehe dann mitten auf der Kreuzung und behindere andere an der Weiterfahrt?
  • Weiss ich noch, dass beim Einfahren in einen Kreisel die Geschwindigkeit gemässigt werden muss oder drücke ich aufs Gas, damit ich vor den Anderen im Kreisel bin?
  • Fahre ich auf der Autobahn wenn immer möglich auf dem rechten Fahrstreifen und lasse andere vorbei?
  • Ist mir bewusst, dass ich beim Auffahren auf eine Autobahn keinen Vortritt habe und mich nicht darauf verlassen kann, dass andere Platz machen?