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STATISTIK: Wirtschaft langsamer gewachsen

Gemäss neuen, noch provisorischen Zahlen des Bundesamtes für Statistik nahm die Anzahl der Beschäftigten und der Betriebe im Kanton Zug auch im Jahr 2015 zu – jedoch weniger als in den Vorjahren.
Christopher Gilb

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Jährlich erstellt das Bundes­amt für Statistik die Statistik der Unter­nehmensstruktur (Statent). Diese liefert zentrale Informationen zur Struktur der Schweizer Wirtschaft. Zum Vorjahr 2016 liegen noch keine Zahlen vor, jedoch seit gestern provisorische für 2015. Gemäss diesen zählte der Kanton Zug im Jahr 2015 insgesamt 17673 Betriebe (132 mehr als im Vorjahr). Die Betriebszahl stieg in allen drei Wirtschaftssektoren. Von den 17673 Betrieben entfielen 15414 (87,2 Prozent) auf den Dienstleistungssektor, 1652 (9,4 Prozent) auf den Industrie- und Gewerbesektor und 607 (3,4 Prozent) auf den Forst- und Landwirtschaftssektor.

Auch die Zahl der Beschäftigten nahm zu (+973 Personen). Im Jahr 2015 waren im Kanton Zug 109004 (+0,9 Prozent) Personen beschäftigt, die sich 86521 Vollzeitstellen teilten (+0,8 Prozent). Ein Vergleich der beiden Wachstumszahlen zeigt, dass im Kanton Zug tendenziell mehr Teilzeit gearbeitet wird.

Weniger Beschäftigte trotz mehr Betrieben

Die Beschäftigtenzahl entwickelte sich in den Sektoren jedoch in unterschiedliche Richtungen. Während im ersten und im zweiten Sektor die Anzahl der Beschäftigten abnahm (–0,7 beziehungsweise –1,9 Prozent), stieg die Beschäftigtenzahl im dritten Sektor um 1395 auf 85 466 Personen (+1,7 Prozent). Somit waren im Jahr 2015 mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig, die mit Abstand meisten davon im Grosshandel, bei dem der Motorfahrzeughandel nicht dazugezählt wird. Dass im ersten und im zweiten Sektor zwar die Zahl der Betriebe zunahm, jedoch die Beschäftigtenzahl zurückging, führt Bernhard Neidhart, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit, auf die zunehmende Technisierung zurück. Ein Trend, der durch die Frankenstärke der vergangenen Jahre verstärkt worden sei. «Das Beispiel mehrerer Firmen, zuletzt Trumpf, zeigt, dass die einfacheren Arbeiten zunehmend ausgelagert werden oder nicht mehr nötig sind, da sie durch technische Hilfsmittel ersetzt werden. Was bleibt, sind spezialisierte Stellen.» Und auch diejenigen Unternehmen, die in diesen Sektoren hinzugekommen seien, seien im spezialisierteren Bereich tätig und böten deshalb eher weniger Arbeits­stellen.

Auswirkungen der Weltwirtschaft

Spannend sind die Zahlen vom Jahr 2015 im Vergleich zu denen von 2014 und 2013. Vor allem die Anzahl Beschäftigter stieg in diesen Jahren viel deutlicher (siehe Tabelle). Vor allem wuchs die Zahl der Beschäftigten in diesen zwei Jahren stärker als diejenige der Bevölkerung, das war 2015 nicht der Fall. Da wuchs die Bevölkerung um 1,7 Prozent auf 122134, die Zahl der Beschäftigten jedoch nur um 0,9 Prozent. Bernhard Neidhart vermutet die Gründe in der Weltwirtschaft sowie bei der Frankenstärke. «Den Kausal­zusammenhang kenne ich noch nicht, ich vermute aber, dass sich da bemerkbar macht, dass es in den Jahren davor konjunkturell nicht immer überall so gut lief, etwa im Rohstoffbereich. Zudem standen die Zulieferfirmen wegen der Frankenstärke unter Druck.» So seien auch die Steuererträge in diesen Jahren eher tiefer gewesen. Solche Entwicklungen würden sich in einem Kanton wie Zug mit vielen internationalen Firmen eben deut­licher bemerkbar machen. Dass die Anzahl Bewohner trotzdem steige, sei normal, da jährlich etwa die gleiche Anzahl Wohnungen gebaut würde, die unter den Leuten, die zu ihrem Arbeitsplatz nach Zug pendeln müssten, sehr gefragt seien. Trotzdem würden die Zahlen eine allgemeine Entwicklung bestätigen. «Die Wirtschaft wächst zwar weiter, aber eher langsamer», so Neidhart.

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