Öffentlicher Verkehr
Steil, kurvig und eng: Trotzdem ist Walchwil zufrieden mit dem neuen Streckenabschnitt des 5er-Busses

Seit dem Fahrplanwechsel fährt der Bus Nummer 5 in Walchwil «oben durch» via Hörndlirain zurück nach Zug. Das kommt bei der Bevölkerung offenbar gut an.

Fabian Gubser
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Der Bus Nummer 5 in der Nähe der Haltestelle Hörndlirain.

Der Bus Nummer 5 in der Nähe der Haltestelle Hörndlirain.

Bild: Matthias Jurt (Walchwil, 10. März 2021)

Beim Bahnhof Walchwil ist nun nicht mehr Schluss. Danach zieht der 5er-Bus seit Dezember eine Schlaufe via Quartier Oberdorf. Nach der gleichnamigen Haltestelle biegt der Bus in die neue Strasse Richtung See ein, die zeitweise eine Steigung von 16 Prozent aufweist, wie ein Schild dem Fahrgast mitteilt. Bevor der Chauffeur wieder auf der Zugerstrasse zurück Richtung Stadt fährt, hält er an der neuen Haltestelle Hörndlirain, an der Anschluss an die S2 besteht, die Walchwil nun im Halbstundentakt bedient.

Ab Oberdorf: 16 Prozent Steigung.

Ab Oberdorf: 16 Prozent Steigung.

Bild: Matthias Jurt (Walchwil, 10. März 2021)

Der neue Streckenabschnitt ist nicht nur steil, sondern auch kurvig und eng. Deshalb setzt die ZVB hier neu nur «kürzere» Busse ein, also ohne Gelenk. Aufgrund der starken Schneefälle wurde Anfang Jahr an einzelnen Tagen kurzzeitig sogar eine andere Routenführung gewählt, bis die Strasse geräumt war. Dies bestätigte die ZVB auf Anfrage.

Es kippte auch schon ein Kinderwagen um

Bei einer Probefahrt muss der Bus immer wieder bremsen, um entgegenkommenden Lastwagen und Autos zu kreuzen. Der Chauffeur fährt dabei mit viel Gefühl sanft an und bremst sachte ab, um die Kurven biegt er in einem angenehmen Tempo. Das mitfahrende Mami mit Kinderwagen scheint sich wohlzufühlen. Dies, obwohl eine andere Mutter unserer Zeitung mitgeteilt hat, dass ihr Kinderwagen in den engen Kurven auch schon umgekippt sei.

Was sagt die Politik dazu, die sich vehement für die neue Linienführung eingesetzt hat? «Mit der Haltstelle Oberdorf konnte ein grosses Wohngebiet direkt an das ÖV-Netz angeschlossen werden. Diesbezüglich haben wir jetzt schon viele positive Rückmeldungen. Auch, dass die Bushaltestelle Oberdorf mit ein Grund für den Zuzug nach Walchwil sei», schreibt Gemeindepräsident Stefan Hermann auf Anfrage. Und: «Bei älteren Menschen ist die Haltestelle Oberdorf beliebt, um von dort aus eine Dorfrunde über die ebene Forchwaldstrasse zu laufen oder einfach in Richtung See zu flanieren.»

Verlässliche Aussagen seien aber aufgrund der besonderen Situation durch das Coronavirus noch nicht möglich. Auch die ZVB kann noch keine konkreten Zahlen zu den Frequenzen nennen.

Der 5er-Bus zwischen Bahnhof und Oberdorf.

Der 5er-Bus zwischen Bahnhof und Oberdorf.

Bild: Matthias Jurt (Walchwil, 10. März 2021)

Mit der neuen Streckenführung sind aber zwei Bushaltestellen (Hörndli, Sagenbrugg) nun schlechter angebunden als vorher, da sie nur noch in eine Richtung bedient werden. Was sagt Hermann dazu?

«Es ist grundsätzlich sehr erfreulich, dass es die Buslinie 5 überhaupt noch gibt. Sie ist nun Zubringer zu den zwei Walchwiler Stadtbahn-Haltestellen. Die Rückmeldungen sind so, dass sich die betroffenen Personen mit der neuen Situation arrangieren.»

Der Fahrplanwechsel im Dezember 2020 brachte für Walchwil nicht nur eine neue Linienführung des 5er-Busses mit Anschluss an die S2 nach Zug und Erstfeld: Der Bus fährt nur noch stündlich statt jede halbe Stunde von Zug nach Walchwil. Zudem fiel die direkte Busverbindung 21 nach Arth weg. Reisende nach Arth müssen nun die S2 benützen und in Arth-Goldau auf den Bus umsteigen. Diese gewollten Umwegfahrten sollen gemäss dem Schwyzer Regierungsrat, welcher auf den vergangenen Fahrplanwechsel hin das Bussystem im inneren Kantonsteil umgekrempelt hat, nicht länger ausfallen als nach dem alten Regime.

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