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STEINHAUSEN: 14 Entlassungen bei Zuger IT-Sicherheitsfirma Crypto AG

Die Crypto AG trennt ihr nationales und internationales Geschäft in zwei neue Gesellschaften auf. Der Neuausrichtung fallen Stellen zum Opfer. Betroffen sind maximal 14 Angestellte am Hauptsitz in Steinhausen.
Seit 1966 ist die Firma Crypto an ihrem Standort in Steinhausen. (Bild: Stefan Kaiser)

Seit 1966 ist die Firma Crypto an ihrem Standort in Steinhausen. (Bild: Stefan Kaiser)

Grosse Umwälzung bei der Crypto AG in Steinhausen. Das IT-Verschlüsselungsunternehmen richtet sich neu aus und trennt die Geschäftssparten national und international. Wie die Firma gestern mitteilte, übernimmt das Geschäft mit den internationalen Kunden der schwedische Unternehmer Andreas Linde. Das Schweizer Geschäft wird im Rahmen eines Management-Buyouts in die neue Crypto Schweiz AG überführt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Klar ist hingegen: Der Neuausrichtung fallen mehrere Stellen zum Opfer. Maximal 14 Mitarbeitende erhalten dieses Jahr die Kündigung – sieben Ende Januar; sieben Ende 2018. Die Änderungen werden auf den 1. Februar wirksam und die operative Aufteilung auf die beiden neuen Gesellschaften soll im Laufe dieses Jahres umgesetzt werden.

Weltweit beschäftigt die in den 50er-Jahren gegründete Crypto gut 150 Mitarbeiter, davon rund 140 in Steinhausen. Alle 20 Lehrstellen bleiben erhalten.

Lachendes und weinendes Auge

Wie kam es zu dieser radikalen Neuausrichtung? «Wir haben gesehen, dass wir uns anpassen müssen, weil die Bedürfnisse im internationalen Markt und dem Schweizer Markt immer mehr auseinandergehen», sagt Giuliano Otth, CEO der Crypto AG und zukünftiger CEO der Crypto Schweiz AG. International seien vermehrt gesamthafte Pakete gefragt. Dies im Gegensatz zu den massgeschneiderten Sicherheitslösungen. «In der Schweiz geht es hingegen mehr in Richtung Dienstleistungen, also Beratung, und weniger um die Implementierung von Cybersecurity-Lösungen», so Otth. Wenn man die zwei unterschiedlichen Geschäftsmodelle ansehe, erkenne man, «dass eine getrennte Weiterentwicklung viel mehr Sinn macht». Otth ergänzt aber, dass die beiden neuen Firmen weiter zusammenarbeiten werden, etwa in der Produktentwicklung.

Vor rund einem Jahr habe man angefangen, eine Strategie auszuarbeiten. «Für das internationale Geschäft haben wir einen Partner gesucht. So sind wir auf Andreas Linde gekommen», so Otth. Man kenne sich schon lange. «Das ging dann alles recht schnell, als wir mit den Gesprächen angefangen haben. Wir haben auch ein bisschen Glück gehabt, dass wir bei ihm sofort auf offene Ohren stiessen.» Denn Linde kenne das Business schon gut und stehe zum Standort Zug.

Die Umstrukturierung löse bei ihm geteilte Gefühle aus, so Otth: «Ich bedaure den Schritt auf der einen Seite wegen den betroffenen Mitarbeitern, das schmerzt mich, denn ich kenne viele schon länger.» Auf der anderen Seite denke er, es sei «positiv, wenn sich durch die Neuausrichtung eine Startup-Mentalität einstellt und in den neuen Unternehmenseinheiten verbreitet– und das spüre ich bei den Involvierten bereits.» Man könne also von einem weinenden und einem lachenden Auge sprechen. Schon im Frühling 2017 musste die Crypto AG 18 Stellen abbauen, «aufgrund der Resultate von 2016», wie Otth sagt. Die beiden Abbaurunden hätten aber nichts miteinander zu tun. «Letztes Jahr ging es zunächst darum, Fixkosten zu senken, jetzt geht es um eine völlige Neuausrichtung, fast einen Befreiungsschlag.»

Neue Firmenstandorte im Kanton Zug

Alle jetzt Betroffenen würden professionell betreut, extern eine Stelle zu finden. «Unter den betroffenen Mitarbeitern sind aber auch Personen, die so nahe an der Pensionierung sind, dass wir eine finanzielle Überbrückung für eine Frühpensionierung anbieten – wenn dies gewünscht wird. Diese Gespräche haben wir jetzt aufgenommen», so Otth.

Getrennt – zumindest auf dem Papier – hat sich die Crypto AG schon im letzten Dezember von ihrem Areal in Steinhausen. «Wir werden das Gebäude verlassen, da es nicht mehr den Ansprüchen der neuen Unternehmen genügt», sagt Otth. Bezogen habe man das Areal 1966, damals nahm die Fertigung von Verschlüsselungsgeräten noch einen grossen Teil der Fläche in Anspruch. Doch ein IT-Unternehmen stelle er sich heute anders vor. Nun wolle die Crypto Schweiz AG, wie auch die neue Crypto International AG, bis Ende des Jahres einen neuen Standort im Kanton Zug gefunden haben.

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Die neue Führung: Giuliano Otth, CEO Crypto AG und Crypto Schweiz AG (links), Andreas Linde, Verwaltungsratspräsident Crypto International Group, Robert Schlup, Verwaltungsratspräsident Crypto AG und Crypto Schweiz AG, Anders Platoff, CEO Crypto International Group. (Bild: Patrick Senn/PD)

Die neue Führung: Giuliano Otth, CEO Crypto AG und Crypto Schweiz AG (links), Andreas Linde, Verwaltungsratspräsident Crypto International Group, Robert Schlup, Verwaltungsratspräsident Crypto AG und Crypto Schweiz AG, Anders Platoff, CEO Crypto International Group. (Bild: Patrick Senn/PD)

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