STEINHAUSEN: Beifall für Markus Hürlimann

Die SVP des Kantons Zug hielt gestern ihre Generalversammlung ab. Zwei Traktanden versprachen Spannung zu Unrecht.

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Auf Markus Hürlimann folgt nun Thomas Aeschi. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Auf Markus Hürlimann folgt nun Thomas Aeschi. (Bild: Maria Schmid / Neue ZZ)

Charly Keiser

Rund 80 bis 90 SVP-Mitglieder füllten gestern Abend den Saal des Restaurants Schnitz und Gwunder in Steinhausen. Der Grund: die Generalversammlung der SVP des Kantons Zug. Die Traktandenliste versprach in zwei Punkten Spannung. Dies einerseits bei den Wahlen der Parteigremien und andererseits beim Traktandum «Aussprache betreffend die Vorfalle an der Landammannfeier vom 20. Dezember 2014 inklusive Abstimmung uber allfallige Antrage».

Er habe diesen Antrag gestellt, damit über die Angelegenheit gesprochen werden könne, begründete Philipp C. Brunner. «Denn wir sind eine freiheitliche und eine demokratische Volkspartei, und ich wollte sicherstellen, dass nicht so wie in Walchwil das Wort unterbunden wird», sagte er. Und er fügte an: «Sonst führt das im schlimmsten Fall zur Spaltung der Partei.»

«Abhaken»

Nationalrat Thomas Aeschi, der die Sitzung leitete, fragte in die Runde: «Wer möchte etwas sagen?» Einen kurzen Moment lang hätte man eine herunterfallende Nadel hören können. Alt Kantonsrat Hans Durrer hob die Hand, erhielt das Wort und sagte: «Die Geschichte ist nichts Schönes für die SVP, sie hat uns geschadet. Das wissen wir. Aber es gibt keine strafrechtlich relevanten Punkte.» Er habe mit dem Schwyzer CVP-Politiker Franz Marty darüber gesprochen und sei sich sicher, ergänzte Durrer: «Abhaken. Was vor allem für die Beteiligten und ihre Familien schwer sein wird.» Noch einmal fragte Aeschi in die Runde doch es meldete sich niemand, und das Traktandum war erledigt, bevor es richtig begonnen hatte.

Mit Spannung wurde zudem die Wahl der inneren Parteigremien erwartet. Dies, weil im Vorfeld von einer Kampfwahl gemunkelt worden war. Der Grund liege in der Übervertretung von Baar, der Nichtvertretung des Ennetsees und der Untervertretung der Stadt Zug, in den fehlenden Gewerblern und Verheirateten mit Kindern im Vorstand, hiess es.

Doch zur Überraschung vieler meldete sich niemand zu Wort. Bei nur wenigen Enthaltungen drang der Vorstand mit seinen Vorschlägen problemlos durch. Thomas Aeschi ist nun damit nicht mehr nur «interim», sondern «normaler» Parteipräsident.

Auch zuvor lief alles schnell und problemlos für den Vorstand der Kantonalpartei. So wurde die Traktandenliste unverändert genehmigt, genauso wie das Protokoll der letzten Versammlung. Weder die Jahresrechnung noch der Revisionsbericht und die Entlastung des Vorstands gaben zu reden. Und auch das Budget sowie die unveränderten Beiträge der Gemeindesektionen an den Kanton passierten die Versammlung in Rekordzeit.

Erfolge trotz Majorz

Aeschi schaute in seinem Jahresbericht auf die Erfolge bei den Wahlen zurück und dankte allen Beteiligten. «Trotz Majorzwahl haben unsere beiden Regierungsräte Heinz Tännler und Stephan Schleiss Topresultate erzielt», sagte er und sprach einen speziellen Dank an Wahlkampfleiter Markus Hürlimann aus. «Er hat einen super Job gemacht.»

Noch mehr Lob für den zurückgetretenen Parteipräsidenten Hürlimann gabs bei der Laudatio von Kantonsrat Ma­nuel Brandenberg: «Wir haben das Integrationsgesetz versenkt. Dies mit und dank dir und auch dank dem Volk. Du hast uns zur zweistärksten Partei gemacht», sagte Brandenberg und ergänzte: «Du hast alle einbezogen, die es brauchte, um gute Resultate zu erzielen.» Die Vernehmlassungen habe er top gemacht, ergänzte der Stadtzuger, überreichte dem Baarer eine Hellebarde und sagte: «Damit wirst du auch in Zukunft gegen den Feind bestehen können». Es folgten Standing Ovations, und Hürlimann witzelte: «Eigentlich habe ich ja einen feinen Tropfen erwartet, und jetzt habe ich einen Spiess bekommen. Aber den kann ich im Moment gut gebrauchen.»