STEINHAUSEN: Carlo Gavazzi hilft bei Parkplatzsuche

Mühsames Herumkurven in Parkhäusern auf der Suche nach einem freien Platz muss nicht sein: Der Elektrokomponenten-Hersteller Carlo Gavazzi hat ein vergleichsweise günstiges Leitsystem entwickelt und will damit insbesondere in Nordamerika weiter expandieren.

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Wo gibt es noch freie Prkplätze in Parkhäusern. Ein Leitsystem von Carlo Lavazzi macht eine mühsame Suche überflüssig. (Bild: Themenbild Neue LZ)

Wo gibt es noch freie Prkplätze in Parkhäusern. Ein Leitsystem von Carlo Lavazzi macht eine mühsame Suche überflüssig. (Bild: Themenbild Neue LZ)

Das Unternehmen mit Sitz in Steinhausen nutzte seine Erfahrung aus der Industrie- und Gebäudeautomation für die Herstellung von entsprechenden Schaltgeräten, Sensoren, LED-Anzeigen und der nötigen Software. So können Parkplätze für Dauermieter und Schichtnutzer variierbar freigehalten werden, während die restlichen Felder in einen Pool kommen.

Autofahrern wird am Parkhauseingang die Zahl der freien Plätze angezeigt, danach weisen Rot-/Grün-Leuchten den Weg. Sensoren erkennen Lücken in Sekundenschnelle, entsprechend werden die jeweiligen Stockwerke, Reihen und Felder angezeigt.

Inzwischen seien bereits gegen 50 solcher Parkleitsysteme weltweit installiert worden, sagte Firmenchef Vittorio Rossi an der Jahresmedienkonferenz vom Donnerstag in Zürich. Ein Betreiber einer Parkgarage in Köniz BE erklärte, dank einfacher Verkabelung und integrierter Steuerung betrügen die Kosten der Anlage nur ein Viertel herkömmlicher Installationen.

USA statt Südeuropa

Neu lanciert hat Carlo Gavazzi unter anderem auch eine Webplattform für Anwendungen der Wohnungs- und Gebäudeüberwachung, Schaltgeräte für die Nahrungsmittelindustrie und Tierfütterungsanlagen. Während das Geschäft in Südeuropa laut Rossi erst kürzlich die Talsohle durchschritten haben dürfte, sind die USA zum bedeutendsten Absatzland geworden.

Auch in Asien nahmen die Verkäufe des Elektrokomponenten-Herstellers kräftig zu. Weltweit stieg so der Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) um 1,7 Prozent auf 140,6 Mio. Franken.

Die Verlagerung der Absätze nach Übersee lastete bei dem in Italien, Malta, Litauen und China produzierenden Unternehmen auf dem Ergebnis: Die Dollar-Schwäche führte zu einem Wechselkursverlust von 1,0 Mio. Franken, während im Vorjahr ein Wechselkursgewinn von 0,4 Mio. Fr. verbucht worden war.

Unter dem Strich sank der Reingewinn gegenüber der Vorjahresperiode von 12,5 Mio. auf 11,2 Mio. Franken. Die operative Marge (EBIT-Marge) ging leicht von 11,5 auf 11,2 Prozent zurück. Eine konkrete Prognose für das neue Geschäftsjahr gab Carlo Gavazzi nicht ab. Die Auftragseingänge sind vergangenes Jahr um 0,5 Prozent auf 141,3 Mio. Fr. gestiegen.

Umschau halten

Verwaltungsratspräsidentin Valeria Gavazzi schloss Übernahmen oder Partnerschaften nicht aus. Solche Schritte müssten aber langfristig und industriell Sinn ergeben. Eigener Produktion in den USA ist sie nicht abgeneigt, allerdings stünde dabei nicht ein interner Aufbau im Fokus. Zudem ist sich Gavazzi bewusst, dass auch bei Parkleitsystemen der Trend zu Drahtlos- und Webkommunikation geht.

sda