STEINHAUSEN: Der Grind blickt jetzt in vier Richtungen

Dass der Steigrind eine lange Tradition hat, ist kein Geheimnis. Doch nun hat er einen ganz neuen Auftritt.

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Die abtretende Steimuetter Klara I. tauft den neuen Steigrind auf dem Dorfkreisel. (Bild Stefan Kaiser)

Die abtretende Steimuetter Klara I. tauft den neuen Steigrind auf dem Dorfkreisel. (Bild Stefan Kaiser)

Gleich aus zwei Gründen ist die Stei­grindtaufe in Steinhausen dieses Jahr besonders: Zum einen gibt es einen neuen Steigrind, und zum andern fand sich dieses Jahr kein Fasnachtsoberhaupt. Aber davon lässt sich das Publikum nicht beirren. Vor allem die vielen Kinder, die bei der Taufe des neuen Steigrinds dabei sind, tanzen fröhlich mit. «Ich freue mich über alle, die hier sind. Die Leute faszinieren mich einfach», erklärt Klara I., welche als letztjährige Steimuetter den Grind mit ihrem Gefolge tauft.

An diesem Samstagabend versammeln sich die Guggenmusigen Stracciatellos und Steischränzer beim Kreisel im Dorf für die Taufe. Anfangs erscheinen bloss wenige Leute, doch nach und nach strömen sie herbei, um diese einmalige Taufe mitzuerleben. Durch die Taufe wird das Publikum von Radiomoderator Andreas Balsiger geführt. Obwohl es eine traditionelle Taufe ist, hat sich etwas geändert: Der Grind sieht anders aus. «Ein toller, neuer Grind», findet der Moderator, und das Publikum nickt zustimmend. Der Präsident der Fasnachtsgesellschaft, Roland Lacher, erklärt auch sogleich, was neu am Stei­grind ist. «Der Gedanke war, dass der Steigrind auf einem Kreisel steht, in den vier Strassen münden.» Vier Strassen, vier Gesichter. Dank den vier Gesichtern kann man den Steigrind nun bestaunen, egal, aus welcher Richtung man kommt. «In rund 360 Stunden mühsamer Arbeit ist der 420 Kilo schwere Grind entstanden», berichtet er, der gemeinsam mit dem Vorstand daran gebaut hat.

Intensive Vortaufe

Für einen neuen Grind braucht es schliesslich eine spezielle Vortaufe. Aus diesem Grund schnappen sich Roland Lacher und drei seiner Vorstandskollegen vier Flaschen Champagner. Auf das Kommando von Andreas Balsiger «Zapfe ab und sprütze» geht es los. Die Guggenmusig unterstützt die Taufe musikalisch, und jene, die nicht mit ihren Instrumenten beschäftigt sind, tanzen ausgelassen. Weder Schnee noch die eisigen Temperaturen scheinen das Publikum aufzuhalten, diesen besonderen Anlass zu feiern.

Der Steigrind hat in Steinhausen eine lange Tradition. Früher wurde er sogar noch in luftiger Höhe am Fasnachtsdienstag heruntergeholt, auf einem Wagen mitgenommen und anschliessend dem Feuer übergeben. Weil der Umzug dann aber auf den Freitag vorverlegt wurde, bleibt der Grind nun auf seinem Podest im Dorfkreisel.

Strahlende Gesichter

Nachdem der Vorstand den Grind vorgetauft hat, übernimmt Klara I. nun die traditionelle Taufe mit Schlauch und Wasser. «Den Sommer ohne Fasnacht habe ich eigentlich gut überstanden, aber es ist auch schön, dass jetzt wieder die laute Jahreszeit beginnt», erklärt die letztjährige Steimuetter.

Das Publikum freut sich sichtlich über den neuen Grind und die Taufe. Zu sehen sind zahlreiche strahlende Gesichter. Zum Abschluss spielt jede Guggenmusig noch ein Stück, um sich anschliessend in die Aula Feldheim zu begeben. Denn dort wird die Karriere als Steimuetter von Klara I. beendet.

Vanessa Varisco