STEINHAUSEN: Deutsche planen ein Grosshotel in Zug

Zwei deutsche Investoren wollen in Steinhausen auf der grünen Wiese ein Hotel bauen. Es soll dereinst zu den grössten im Kanton Zug zählen. Einer der beiden Geschäftsleute hat bereits in Luzern seine Spuren hinterlassen.

Thomas Heer
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Die Turmstrasse liegt neben den 4-Towers beim Bahnhof Rigiblick in Steinhausen (Archivbild).

Die Turmstrasse liegt neben den 4-Towers beim Bahnhof Rigiblick in Steinhausen (Archivbild).

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Der Eintrag im Handelsregister datiert vom vergangenen 21. Februar. Und zwar handelt es sich dabei um ein Unternehmen, das unter der Bezeichnung «Hotel Fox Zug AG» aufgeführt wird. Wie der Name vermuten lässt, wird als Firmenzweck der «Betrieb und Erwerb von Hotels und Restaurants im In- und Ausland» angegeben. Aber wo wird diese Gesellschaft aktiv werden? Im Kanton Zug selber, oder dient der Standort der Firma lediglich als Steuerdomizil?

Abklärungen unserer Zeitung ergaben folgende Ausgangslage: Jüngst kam es in der Gemeinde Steinhausen zu einer Handänderung. Konkret ging es um ein unbebautes, mehrere tausend Quadratmeter grosses Grundstück an der Turmstrasse. Als Käuferin trat die oben erwähnte Firma Hotel Fox Zug AG auf.

Die Aktiengesellschaft gehört zum einen dem in Potsdam lebenden Jörn Gatermann und zum anderen Thomas Pfirrmann. Letzterer ist Besitzer einer in Karlsruhe domizilierten mittelständischen Unternehmensgruppe, der unter anderem Ingenieur-Büros und diverse Projektentwicklungsfirmen angehören. Die Unternehmensgruppe Dr. Pfirrmann hat sich im Bau- und Umweltbereich spezialisiert. Gemäss Firmenwebsite hat der Betrieb bislang über 1000 Projekte «erfolgreich» abgewickelt, davon über 70 in der Schweiz.

Das Hotel bietet vor allem Geschäftsleuten ein Domizil

In Steinhausen soll also nun auf der grünen Wiese ein Hotel entstehen. Gemäss Investoren wird es sich um ein Haus im Drei-Sterne-Bereich handeln und zirka 120 Doppelzimmer umfassen. Damit wird das Hotel zu den drei grössten im Kanton Zug zählen. Die Investoren führen aus: «Das Ziel ist, dass wir das Haus Ende des nächsten Jahres eröffnen können.» Eine Baubewilligung liegt noch keine vor. Ein Architektenteam ist derzeit damit beschäftigt, das Bauvorhaben planmässig voranzutreiben.

Zum Investitionsvolumen werden aktuell keine Zahlen genannt. Sicher nicht gänzlich falsch liegt, wer von einem tiefen zweistelligen Millionenbetrag ausgeht. Das geplante Hotel ist verkehrstechnisch optimal gelegen und wird sowohl mit dem öffentlichen Verkehr, das heisst Bahn und Bus, als auch mit dem privaten PW gut erreichbar sein.

In der Zuger Hotellerie- und Gastroszene ist vom Projekt in Steinhausen bislang noch nichts bekannt. So hat auch Nicolas Ludin, Geschäftsführer bei Zug Tourismus, durch unsere Zeitung vom Vorhaben erfahren. Ludin sieht durchaus Potenzial für das neue Hotel. Er sagt: «Unter der Woche kann es vorkommen, dass wir im Kanton zu wenig Betten haben. Für die Wochenenden ­hingegen ist die Kapazität aus­reichend.» Ludin spricht jene Geschäftsleute an, die in Zug werktags in grosser Zahl vom In-, aber auch Ausland anreisen. Das Segment der Geschäftsreisenden haben denn auch die beiden Investoren Pfirrmann und Gatermann im Visier.

Bereits das Hotel Station auf die Erfolgsspur geführt

Jörn Gatermann ist in der Region kein Unbekannter. In der Stadt Luzern gehört ihm das Hotel Fox an der Neustadtstrasse. Das Fox hat sich in den letzten Jahren sehr gut etabliert und erfreut sich insbesondere unter Städtereisenden aus dem asiatischen Raum grosser Beliebtheit.

Gatermann hat sich aber auch in der Stadt Zug als erfolgreicher Gastrounternehmer hervorgetan. Bis Mitte letzten Jahres gehörte ihm nämlich das Hotel Station, das er 2008 übernahm. Für rund 12 Millionen Franken verkaufte er die Immobilie 2017 an die Firma Visionapartments. Gatermann verzeichnete eine Auslastung von 78 Prozent und erwirtschaftete damals einen Reingewinn im Bereich von einer Million Franken. Das sind Zahlen, die einen Verkauf eigentlich ausschliessen. Aber Gatermann kam damals zum Schluss: «Man muss auf dem Höhepunkt verkaufen.»

Visionapartments unterhält heute im ehemaligen Hotel Station 54 Wohneinheiten. Diese werden zu einem monatlichen Preis ab 1300 Franken an Geschäftsleute vermietet, die während Wochen oder gar Monaten in der Region arbeiten und danach wieder in ihr Ursprungsland zurückkehren. Das Visionapartment-Angebot richtet sich aber auch an Personen, die im Raum Zug angestellt sind, sich aber noch in der Probezeit befinden.

Hier soll das Hotelprojekt entstehen: Der Bahnhof Rigiblick (links), rechts die Turmstrasse und oben die Autobahn (rot).

Hier soll das Hotelprojekt entstehen: Der Bahnhof Rigiblick (links), rechts die Turmstrasse und oben die Autobahn (rot).