Steinhausen
Wohnen und Tagesstruktur werden getrennt: So sieht das Siegerprojekt der Durchgangsstation aus

32 Teams haben einen Vorschlag für den Wettbewerb zur Gestaltung der neuen Durchgangsstation eingereicht. Läuft alles nach Plan, soll jene 2025 bezugsbereit sein.

Vanessa Varisco
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Die bestehende Durchgangsstation in Steinhausen wird ersetzt.

Die bestehende Durchgangsstation in Steinhausen wird ersetzt.

Bild: Matthias Jurt (19. März 2021)

Wer im Kanton Zug demnächst von «Kägi&Fret» spricht, der dürfte nicht unbedingt den Schokoladenriegel meinen. Denn «Kägi&Fret» heisst das Siegerprojekt des Wettbewerbs für die neue Durchgangsstation Steinhausen. Das Projekt stammt aus der Feder der Zuger Arbeitsgemeinschaft Kollektiv Juma Architekten GmbH/Studio W, Hünenberg. Schon Anfang des Jahres wurde bekannt, dass dieses Objekt sich gegen seine Konkurrenz durchsetzen konnte. Nun sind alle 32 Projekte im Steinhauser Gemeindesaal ausgestellt.

Weshalb man sich letztlich für dieses Projekt entschieden hat, erklärt Kantonsbaumeister Urs Kamber: «Es überzeugt bezüglich Architektur und Freiraum, ist sowohl funktional als auch wirtschaftlich.» Die Baukörper seien einfach gestaltet, was ideal für den Betrieb sei. Justine Della Casa von der Arbeitsgemeinschaft führt an der Medienorientierung Anfang Woche noch genauer aus, welche Überlegungen man sich zur Architektur und der städtebaulichen Eingliederung gemacht hat. Sie erklärt:

«Wir haben den ganzen Perimeter als Einheit gesehen und deshalb etwa auch bestehende Gebäude in die Überlegungen eingebaut.»

Ausserdem war es den Projektentwicklern wichtig, ein lebendiges Ambiente zu schaffen. Was sie umgesetzt haben, indem sie den Wohnbereich in einem länglichen Gebäude angedacht und in einem anderen, separaten Pavillon die Räumlichkeiten für die Tagesstrukturen wie beispielsweise Unterrichtsräume angesiedelt haben. «Dadurch gehen die Bewohner ein und aus, begegnen einander und sind nicht gezwungen, den ganzen Tag in einem Gebäude zu verbringen.»

Architektin Justine Della Casa erläutert Baudirektor Florian Weber (links) und Andreas Hostettler, Vorsteher der Direktor des Innern, das Modell.

Architektin Justine Della Casa erläutert Baudirektor Florian Weber (links) und Andreas Hostettler, Vorsteher der Direktor des Innern, das Modell.

Bild: PD

Das Siegerprojekt ist in der Bauweise eher massiv

Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt, dass viele verschiedene Ideen entstanden sind. Sie variieren in Höhe, Material und Anordnung der Gebäude. Gewisse Vorschläge zeichnen sich durch eine leichtere Bauweise aus als das Siegerprojekt. Denn der Bau des Siegerprojekts wirkt massiv. Den Architekten zufolge ist dies denn auch kein Zufall, sondern einer städtebaulichen Überlegung geschuldet: Auch die umliegenden Gebäude sind eher massiv, die Durchgangsstation soll sich eingliedern.

Mit der Ausstellung der Projekte ist zwar ein weiterer Schritt getan, doch steht noch einiges an, bevor die Durchgangsstation bezugsfertig ist. Der Steinhauser Gemeindepräsident Hans Staub erwartet denn auch, dass das Projekt in der Bevölkerung noch für Diskussionen sorgen wird. Unabhängig davon muss das fertig ausgearbeitete Projekt auf politischer Ebene vom Kantonsrat abgesegnet werden. Baudirektor Florian Weber zufolge soll das Anfang 2022 der Fall sein, sodass der Bau 2025 bezugsbereit sein könnte.

Auch Andreas Hostettler, Vorsteher der Direktion des Innern, zeigt sich erfreut, dass es vorangeht und der Bezug des Neubaus in absehbarer Zeit anstehen soll. «Die Durchstation ist in die Jahre gekommen und der Neubau drängt sich auf.» Die Durchgangsstation wurde 1991 als Provisorium errichtet und war für 88 Asylsuchende ausgelegt. Mittlerweile weist sie aus baulicher, betrieblicher und hygienischer Hinsicht erhebliche Mängel auf. Der Ersatzbau ist auf 150 Bewohner ausgelegt, plus 100 temporäre Zusatzbetten.

Ausstellung im Gemeindesaal Steinhausen ist von Dienstag, 6. Juli, bis Donnerstag, 8. Juli, jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag, 9. Juli, ist sie von 9 bis 15 Uhr offen. Weitere Informationen finden Sie hier.