STEINHAUSEN: Ein Gesamtkunstwerk am Waldrand

Das Waldstock hat alles, was ein grosses Festival auch hat. Minus nervende Warteschlangen. Plus viel Poesie.

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Das Waldstock-Festival ist anders. Von links: Fritz Holenstein,Ann Berens und Manuel Megger am Waldstock. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das Waldstock-Festival ist anders. Von links: Fritz Holenstein,Ann Berens und Manuel Megger am Waldstock. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Ein Mikrokosmos aus liebevollen Basteleien, grossartigen Gesten und verträumter Luftigkeit: Das Waldstock-Festival schimmerte und schillerte drei Tage lang in einer Vielzahl von Installation gewordenen Geisteszuständen.

Weisse Tücher, Sonnenspiele, Herzblut
An jeder Ecke begegnete dem Besucher ein Stück verspielte Intention, sei es das riesige Himmelbett auf der Wiese, die Discokugeln aus CD-Abfall, die Löcher in der Bretterwand, die mit Stoff überspannt erst etwas banal wirkten, aber per Schattenwurf eines dahinter montierten Gegenstandes zur Bildergalerie wurden, wenn die Sonne richtig stand.

Das Waldstock ist ein kleines Festival, innerhalb seiner Grenzen aber ein Riese. Nicht zuletzt dank einer poetischen Konstruktion aus weissen Tüchern und Seilen, die den Himmel über dem strohbedeckten Boden in eine starre, aber heitere Wolkenlandschaft verwandelte, welche durch hineingesetzte Ballone noch um ein paar Etagen erweitert wurde. Die Gefahr, dass das Festival zur blossen Design-und-Coole-Lämpchen-Ecke verkommt, wurde erfolgreich gebannt: vom Stroh, durch den die fröhlich unschicken Besucher raschelnd wateten, und durch die offensichtliche Menge investierten Herzblutes.

Für jeden Besucher soll etwas geboten werden
Das Waldstock ist keine blosse Ansammlung von lustigen Einfällen, es ist ein Gesamtkunstwerk. An jedem Teil wurde gefeilt, ganz besonders an der Soundauswahl. Patrick Pauli, der Mann, der die Bands verpflichtet hat, meint dazu: «Wir wollen jedem Besucher an jedem Abend etwas bieten, das ihn anspricht.» Entsprechend vielfältig war das Angebot.

Monika Scheidegger (30), die aus Winterthur angereist ist, wünscht sich nur eines vom Festival: «Dass es immer so klein und herzig bleibt wie jetzt.»

Falco Meyer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.