STEINHAUSEN: Ein Lottogewinn und viele Turbulenzen

Die Theatergesellschaft mag es heuer britisch und spielt «Prost Liam O’Brian». Mit der nicht all­täglichen Komödie verzückt sie ihr Publikum.

Drucken
Teilen
Was hat die Wirtin bloss mit diesem Toaster vor? Zu tief ins Glas geschaut? Jacqueline Hoffmann als Molly Malone. (Bild Patrick Hürlimann)

Was hat die Wirtin bloss mit diesem Toaster vor? Zu tief ins Glas geschaut? Jacqueline Hoffmann als Molly Malone. (Bild Patrick Hürlimann)

Die Theatergesellschaft Steinhausen überzeugt in allen Belangen. Womit? Mit der Aufführung der von Regisseur Roli Misteli frei nach dem bekannten britischen Film «Waking Ned Devine» bearbeiteten Komödie «Prost Liam O’Brian». Die Schauspielerinnen und Schauspieler wachsen förmlich über sich hinaus, als es darum geht, den Besitzer des Lottoscheines ausfindig zu machen, der über 6 Millionen Euro einbringt.

Nachdem jeder Bewohner des 52 Einwohner zählenden Kaffs Milltown als möglicher Gewinner verdächtigt und umgarnt wird, finden die beiden Freunde Kevin Doyle (René Bachmann) und Scotty O’Neill (Ronny Sprenger) heraus, dass Liam O’Brian den Jackpot geknackt hat. Doch der hat, wohl wegen der zu grossen Anspannung und Freude, das Zeitliche gesegnet. Doyle und O’Neill nehmen den Lottoschein des Verstorbenen an sich und beschliessen, den Gewinn einzustreichen.

Wie kommt ein Toter zum Gewinn?

Aber es gibt ein Problem. Da Liam O’Brians Name auf dem Lottoschein steht, kann nur er den Gewinn abholen. Der verstorbene Lottomillionär wird kurzerhand in der Person von Scotty O’Neill ins Leben zurückgerufen. Da Lucky Quinn (Daniel Kauer), der Vertreter der Lottogesellschaft, in Milltown einige Erkundigungen über den Gewinner einzuholen gedenkt, bevor die Millionen ausbezahlt werden, müssen Kevin Doyle und Scotty O’Neill die Dorfbewohner in ihr Vorhaben einweihen. Ob alle mitmachen? Hat die Ordensschwester Mary (Patricia Theiler) etwa Skrupel? Verplappert sich die wie die meisten anderen Dorfbewohner stets betrunkene Pubwirtin Molly Malone (Jacqueline Hoffmann)? Können Doyles Frau Fiona (Gaby Mühlemann) und die lebensfrohe Grace O’Connor (Marlis Herger) dichthalten, oder durchkreuzt die an den Rollstuhl gefesselte und sich verpönt fühlende Kate Lynch (Dorli Müller) den Plan? Sicher ist: Spannungen und Turbulenzen sind vorprogrammiert.

Fantastische Inszenierung

Es sind nicht nur die Schauspieler, die zu überzeugen vermögen. Der von Regisseur und Grafiker Roli Misteli gestaltete Bühnenbau würde selbst einem grossen Stadttheater gut anstehen. Pfeffer und Salz ins Geschehen bringen auch die über Lautsprecher vermittelten Informationen über Irland und das Theaterstück. Die bewegenden Worte, die der verstorbene Lottomillionär aus himmlischen Gefilden an die Leute von Milltown richtet, setzen der Inszenierung die Krone auf. Roli Misteli betont: «Obschon viel Bier fliesst und lüpfige Musik zum Tanz animiert, ist ‹Prost Liam O’Brian› keine seichte Komödie. Das mit irisch-englischem Humor gespickte Theaterstück hat Tiefgang.»

Martin Mühlebach

Hinweis

Weitere Vorstellungen in der Mehrzweckhalle Sunnegrund 4 am Mittwoch, 20. Januar, um 20.15 Uhr, am Donnerstag, 21. Januar, um 20.15 Uhr, am Freitag, 22. Januar, um 20.15 Uhr und am Samstag, 23. Januar, um 20.15 Uhr.