STEINHAUSEN: Ein Märchen in Spitzen und Tutu

Die Tanzschule präsentiert zusammen mit 120 Schülern das Ballett «Schneewittchen und die sieben Zwerge». Dafür braucht es neben Proben auch zahlreiche Requisiten.

Andrea Muff
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Die böse Königin, gespielt von Denise Heuer, im schwarzen Kostüm schaut auf Schneewittchen, gespielt von Anda Pop, hinab. (Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 17. Dezember 2016))

Die böse Königin, gespielt von Denise Heuer, im schwarzen Kostüm schaut auf Schneewittchen, gespielt von Anda Pop, hinab. (Bild: Stefan Kaiser (Steinhausen, 17. Dezember 2016))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Insgesamt 120 Schüler der Tanzschule Steinhausen führen das Ballett «Schneewittchen und die sieben Zwerge» im Lorzensaal in Cham auf (siehe Hinweis). Kinder ab sechs Jahre bis hin zu Erwachsenen schlüpfen in ihr Tutu und zeigen ihr Können. «Darunter tummeln sich auch ein paar Profis», sagt Thea Gassmann, Leiterin und Gründerin der Tanzschule. Zusammen mit ihrer Tochter Larissa, die vor kurzem beim Konzert von Andrea Bocelli im Hallenstadion vor mehreren tausend Zuschauern tanzte, hat sie sich die Choreografie ausgedacht.

Eine Produktion in dieser Grössenordnung wurde erstmals vor zehn Jahren aufgeführt. Seither zeigt die Tanzschule alle zwei Jahre ein Ballett. Begonnen hat die Reihe ebenfalls mit dem «Schneewittchen», wie Thea Gassmann, die 1981 die Tanzschule in Steinhausen eröffnete, erzählt. «Damals hat meine Tochter das ‹Schneewittli› gespielt», erinnert sie sich. Der grösste Unterschied zu damals sei, dass nicht alle Fäden bei ihr zusammenlaufen würden. «Das Organisieren ist das A und O, und ich bin eher chaotisch», erklärt sie lachend. Daher sei es besser, wenn sie nicht alles alleine mache. «Diesmal kann ich mich auf die Kostüme konzentrieren.»

Und von diesen hat sie genügend: Über 5000 Kleider, Tutus oder sonstige Kostüme finden sich in ihrem Fundus im Keller. Diese sind innerhalb der vergangenen 30 Jahre zusammengekommen, entweder hat Gassmann sie selber genäht oder aus Theatersammlungen gekauft. «Für das Stück ‹Schneewittchen› brauchen wir alleine schon über 200 Kostüme.» In den nächsten Tagen muss Thea Gassmann noch einige Kleider fertig nähen oder ausbessern. Zudem hat sie eine weitere wichtige Aufgabe: «Den Spiegel muss ich noch basteln.»

Grosse Unterstützung aus dem Umfeld

Ansonsten wird Thea Gassmann neben den Vereinsmitgliedern von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt. «Als ich beispielsweise einen Pferdekopf benötigte, ist eine Mutter extra in einen Spielzeugladen gefahren, um mir einen solchen zu kaufen», erklärt Thea Gassmann. Sie sei sehr dankbar für diese Hilfe. Auch in den insgesamt vier Gesamtproben, die in den Räumen des eigenen Tanzstudios stattgefunden haben, halfen die Eltern ihrer Schüler mit. «Da nicht immer alle mittanzen können, zeigen wir beispielsweise den Film ‹Susi und Strolch›. Die Eltern schauen dann zu den Kindern.»

Wie sind diese Proben überhaupt verlaufen mit so vielen Personen in der Tanzschule? «Alle sind sehr diszipliniert», versichert Gassmann und erklärt weiter: «Was uns wirklich auszeichnet, ist die Atmosphäre. Die Lehrerinnen haben ein super Verhältnis untereinander und können sich aufeinander verlassen.» Gassmann selbst hat ebenfalls eine Rolle im Ballett: «Ich bin Charlotte Grimm und erzähle zusammen mit dem tapferen Schneiderlein das Märchen.»

Trotz ihrer Erfahrung ist die Nervosität bei der Leiterin immer noch gross: «Eine Woche vorher schlafe ich nicht mehr.»

Hinweis

Das Ballett «Schneewittchen und die sieben Zwerge» wird am Samstag, 28. Januar, um 19 Uhr, und am Sonntag, 29. Januar, um 11 Uhr und 16 Uhr im Lorzensaal Cham aufgeführt. Informationen zum Vorverkauf finden Sie unter www.tanzschulesteinhausen.ch.