STEINHAUSEN: Ein Verein im Wandel der Zeit

Bei der Regionalübung von fünf zugerischen Samaritervereinen stand die Kommunikation im Zentrum. Sie entpuppte sich als ein vielschichtiges Thema – auch was die Zukunft angeht.

Hansruedi Hürlimann
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Bei der Regionalübung beschäftigten sich die Samariter mit dem Thema «Baustellenunfall». (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 5. September 2017))

Bei der Regionalübung beschäftigten sich die Samariter mit dem Thema «Baustellenunfall». (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 5. September 2017))

Hansruedi Hürlimann

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Nach der Begrüssung durch Guschti Schuler, den Präsidenten des Samaritervereins Steinhausen, wurden die rund 60 Teilnehmer der Regionalübung 2017 zum Thema «Der Baustellenunfall» in vier Gruppen eingeteilt. Mit dabei waren die Samaritervereine der Gemeinden Neuheim, Unterägeri, Oberägeri und Risch. Auf sie wartete an vier Standorten im Schulhaus Sunnegrund je eine Aufgabe, die es zu lösen beziehungsweise zu diskutieren galt. Im Wesentlichen ging es darum aufzuzeigen, dass sowohl innerhalb eines Teams, das im Einsatz steht, wie auch im Umgang mit Verletzten die Kommunikation entscheidend sein kann.

Wenn zum Beispiel ein Samariter bei der Behandlung eines Verletzten Unterstützung anfordern muss, aber sein Handy nicht funktioniert, was macht er oder sie dann? Schwierig wird es auch, wenn ein taubstummer Patient vor einem liegt. Das wurde mit einem Figuranten simuliert. Weiter ging es um die Frage, wie man mit renitenten Verletzten umgeht oder Angehörigen, die sich einmischen. Komplizierte Situationen ergeben sich auch dann, wenn Unbeteiligte den Einsatz der Samariter behindern, indem sie zum Beispiel mit dem Handy Bilder machen.

Eine zunehmende Professionalisierung

«Mit unserem Angebot versuchen wir, den einzelnen Vereinen Anstösse für ihr eigenes Kursprogramm zu geben», sagte Christoph Schlitner, technischer Obmann des gastgebenden Vereins. Angesichts von Rekrutierungsproblemen bei den einzelnen Sektionen galt ein Posten der Frage: Wie können wir junge Menschen für den Samariterdienst gewinnen? Angesprochen war damit die Kommunikation nach aussen, Werbung für Neumit­glieder also. Einen wesentlichen Grund für den Mitgliederschwund ortet Schlitner in den steigenden Ansprüchen bei der Ausbildung. Zertifizierung und hohe Regeldichte sind für ihn in diesem Zusammenhang zwei wichtige Stichworte. «Daran ist nicht zuletzt die Einflussnahme des Interverbandes für Rettungswesen schuld», sagte Schlitner als erfahrener Fachmann.

Eine Möglichkeit, dem Nachwuchsmangel entgegenzuwirken, ist die Zusammenarbeit mit den Vereinen in der Nachbarschaft. Laut Guschti Schuler machen das die Steinhauser Samariter mit Baar und Mettmenstetten. Dass die Gemeinde die Arbeit der Samariter schätzt, zeigte die Teilnahme von Gemeindepräsidentin Barbara Hofstetter (CVP), die zusammen mit Finanzchefin Carina Brüngger (FDP) das Geschehen verfolgte. Zudem bekommt der Ortsverein im neuen Gemeindezentrum einen eigenen Kursraum, was sich positiv auf die Mitgliederzahl auswirken dürfte. Wie im Falle von Francisco Solano. Der gebürtige Puerto Ricaner ist mehrsprachig und kann deshalb als Instruktor für Fremdsprachige eingesetzt werden. «Ich habe mich schon in meiner Heimat bei der Ersten Hilfe engagiert», sagte er zu seiner Motivation, bei den Steinhauser Samaritern mitzumachen.