STEINHAUSEN: Jeder Treffer ist dem Nachbarn einer zu viel

Immer wieder müssen sich Gerichte mit Schiesslärm beschäftigen. Doch dieser Steinhauser Fall ist wohl eine Premiere.

Silvan Meier
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Die Armbrustschützen um Präsident Jakob Wyss kämpfen für ihren Schiessstand und für ihr Hobby. (Bild Stefan Kaiser)

Die Armbrustschützen um Präsident Jakob Wyss kämpfen für ihren Schiessstand und für ihr Hobby. (Bild Stefan Kaiser)

Angefangen hat alles ganz harmlos. Gut drei Jahre ist es her, als die Armbrustschützengesellschaft Steinhausen über einen Ausbau ihrer Schiessanlage an der Blickensdorferstrasse nachgedacht hat. Geplant waren zwei Pfeilfangnetze. Sie sollten zukünftig verhindern, dass Pfeile in der Baumschule Hofstetter landen. Schliesslich ist noch kein Wilhelm Tell vom Himmel gefallen. Doch gegen das Baugesuch ging eine Einsprache ein – vom einzigen Nachbarn, den die Armbrustschützengesellschaft hat. Der Grund: Der Schiessbetrieb sei zu laut. Für diese Beschwerde hat Jakob Wyss, Präsident der Steinhauser Armbrustschützen, grundsätzlich Verständnis. «Der Einschlag des Pfeils auf der Zielscheibe ist nicht zu überhören und kann von empfindlichen Personen als störend empfunden werden», bestätigt er.

Genau das macht Mathias Walti zu schaffen. Er ist Besitzer des stattlichen Holzhauses, das er in den letzten 16 Jahren zu einem Bijou ausgebaut hat. «Ich habe nichts gegen die Armbrustschützen», betont er. «Aber ich habe etwas gegen den Lärm beim Einschuss.»

Mittlerweile liegt bereits das dritte Baugesuch vor. Und ein Ende ist nicht absehbar: Mathias Walti will weiterhin für sein Recht auf Ruhe kämpfen. Und die Armbrustschützen möchten ihren Schiessstand nicht aufgeben.