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STEINHAUSEN: Steigrind verspricht Weinseligkeit

Die Taufe des Steinhauser Fasnachtssymbols ist vollzogen. Vom Regen hat sich dabei niemand die Laune verderben lassen – im Gegenteil.
Sabina South
Die künftige Steinmutter Carina I. (vorne links) auf dem Weg in den Gemeindesaal. (Bild: Christian Herbert Hildebrand (Steinhausen, 20. Januar 2018))

Die künftige Steinmutter Carina I. (vorne links) auf dem Weg in den Gemeindesaal. (Bild: Christian Herbert Hildebrand (Steinhausen, 20. Januar 2018))

Sabina South

redaktion@zugerzeitung.ch

Zum Fürchten sieht er aus, der Steigrind. Hoch oben auf dem Dorfkreisel in Steinhausen starren seine vier Fratzen in alle Strassenrichtungen. Samstagabend gesellt sich eine beachtliche Zahl von Ein- und Anwohnern um den Grind, trotz strömendem Regen. Zur Grindtaufe dürfen auch die Verkleidungen nicht fehlen: Kleine Gschpängstli huschen vorbei, ein paar Cowboys ziehen sich den Hut zurecht. Auch die drei heimischen Guggenmusigen sind anwesend. Während die «Stracciatellas» bereits blasen und tuten, marschieren die «Guggallas» erst ein.

Bacchus, der Steigrind 2018

Inmitten der Guggen tänzelt die Gemeinderätin und zukünftige Steinmutter Carina Brüngger-Ebinger mit ihrem ausschliesslich weiblichen Hofstaat zum Kreisel. Dort wird sie von Noch-Steinvater Thomas Meierhans in Empfang genommen. «Der Brauch verlangt, dass die beiden zusammen den Steigrind taufen», sagt Andreas Trüssel, Vorstand der Fastnachtsgesellschaft Steinhausen und OK-Vizepräsident. «Einer pumpt mit der alten Feuerwehrpumpe, und der andere spritzt den Grind ab.» Danach tanzen sie mitsamt Hofstaat um den Täufling herum. Für Carina I. ist der Fall klar, sie spritzt, Meierhans pumpt. «Der Grind soll übrigens Bacchus heissen», sagt sie ins Mikrofon. Regen, Schlauchdusche und den Namen des römischen Weingottes – einer feucht fröhlichen Fastnacht steht nichts mehr im Weg. «Nun kann die Fasi beginnen», sagt Brüngger-Ebinger und gesteht, dass sie doch etwas aufgeregt sei. «Jetzt freue ich mich aber auf die Ent- und Inthronisation», fügt sie an.

Zum ersten Mal findet die Zeremonie im neuen Gemeindesaal von Steinhausen statt. «Es werden gut 220 Personen mitfeiern heute Abend», sagt Trüssel. Der Saal ist bereit. Luftballons zieren den Eingang, und der eine oder andere verkleidete Gast ist bereits eingetroffen. Huldigungen, Lebutz, Zepterübergabe, Musik und Tanz. So zelebriert die Fastnachtsgesellschaft Steinhausen die Grindtaufe und Inthronisation der neuen Steinmutter. Das Essen bringt Trüssel später gleich selbst vorbei, schliesslich wird es in seinem Restaurant Schnitz und Gwunder angerichtet. «Auf Wunsch der Steinmutter gibt es ihre Lieblingsspeise Papet Vaudois, sagt er und verschwindet schnell wieder in der Küche. Und schon dreht die Menge dem gfürchigen Bacchus den Rücken zu und tänzelt Richtung Gemindesaal durch den Regen. Prost, und lang lebe die Steinmutter!

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