Ein junger Zuger Fussballer ist stets im Wechselbad der Gefühle

Im Leben des Rotkreuzers Endrit Emini (22), Mittelfeldspieler von Drittligist Zug 94 II, lösen sich Hochs und Tiefs munter ab. Das gilt für den Sport wie für den Beruf.

Martin Mühlebach
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Endrit Emini lässt sich nicht unterkriegen. (Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 17. Oktober 2018))

Endrit Emini lässt sich nicht unterkriegen. (Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 17. Oktober 2018))

Der 22-jährige schweizerisch-kosovarische Doppelbürger Endrit Emini träumte von einer erfolgreichen Fussballprofikarriere, als er als Junior des FC Rotkreuz zur U10 des FC Luzern (FCL) wechselte. Nach dem Austritt aus der U14 kehrte er zu seinem Stammverein zurück, ehe er über Obergeissenstein und Baar als A-Junior bei Zug 94 landete.

Mittlerweile geht Emini mit der zweiten Mannschaft der Zuger auf Torjagd. Der hinter den Sturmspitzen agierende Mittelfeldspieler hat längst erkannt, dass sich sein Traum von einer Profikarriere zerschlagen hat. Auf dem Boden der Realität angekommen, sagt er: «Ich hoffe, mein Können dereinst in einem 2.-Liga-Team unter Beweis stellen zu dürfen.»

In der vergangenen Saison kam Endrit Emini seinem Ziel einen Schritt näher: Er bestritt mit Zug 94 II die Aufstiegsrunde zur 2. Liga, aber aus der Promotion wurde nichts. Emini betont: «Wir scheiterten, weil wir in den Aufstiegsspielen infolge von Verletzungen auf mehrere Stammkräfte verzichten und mit mehreren Junioren antreten mussten.»

Aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben. Wenn es in der nun laufenden Saison gelänge, mit der neu zusammengestellten Mannschaft bis zur Winterpause mit der Tabellenspitze in Tuchfühlung zu bleiben, sei er guten Mutes, wiederum Aufstiegsspiele bestreiten zu können.

Schweizer Meister ist er schon

Emini, der mit der U12 des FCL Schweizer Meister wurde, bezeichnet sich als «ehrgeizigen Winnertyp». Er outet sich als Fan von Cristiano Ronaldo. Der portugiesische Ausnahmekönner sei sein Vorbild, weil er über ein grosses Selbstbewusstsein verfüge und beweise, dass er der Beste sei und sich nicht unterkriegen lasse. «Auch ich lasse mich nicht unterkriegen», versichert Emini.

Er habe sich nach mehreren schweren Verletzungen immer wieder aufgerappelt. «2016, in einem Spiel gegen Ruswil, erlitten mein Teamkollege Krishant Thavaraja und ich einen Kreuzbandriss. Nach der Operation lagen wir während einer Woche nebeneinander im Spitalbett. Krishant hat die Fussballschuhe danach an den Nagel gehängt, aber ich habe mich wieder zurückgekämpft.»

Wie im Fussball hat Endrit Emini auch beruflich Rückschläge hinnehmen müssen. Er erzählt: «Ich mache an der Schule für Technik und Management eine Weiterbildung. Weil ich in einem Schichtbetrieb tätig war, musste ich diese Arbeit wegen einer Terminkollision mit der Schule nach nur drei Monaten wieder beenden.»

Nun zeichne sich eine Lösung ab. Nächste Woche könne er in Sins wieder eine Stelle antreten. Sein berufliches Ziel sei es, dereinst als Produktionsleiter auf dem Gebiet der Oberflächen- oder Medizintechnik ein Team zu führen.

Als Ältester von drei Brüdern fühle er sich verpflichtet, die beiden jüngeren zu unterstützen, damit sie ihre Lebensziele erreichen könnten. Ein klares Ziel hat sein 19-jähriger Bruder Lorik ins Auge gefasst: Profifussballer. Endrit Emini ist davon überzeugt, dass sein Bruder, der derzeit der U21 des FC Luzern angehört, das schaffen wird. Er sagt: «Lorik bringt alle Voraussetzungen mit, die es braucht, um in der Challenge League oder der Super League Fuss fassen zu können.» Mit Bezug auf die Jugend sagt er: «Es stört mich, dass die heutigen Kids nur noch am Handy oder an der Spielkonsole hängen, statt sich bewegen oder mal über die Stränge zu schlagen.

Reci hat drei Siege in Serie gefordert

Am vergangenen Wochenende kassierte Zug 94 II im Spiel gegen Horw II eine 0:3-Niederlage. Das stiess dem Zuger Trainer Besnik Reci sauer auf. Endrit Emini verrät: «Er forderte von uns in den nächsten drei Spielen drei Siege.» Der erste ist schon Tatsache geworden: Am vergangenen Dienstag gewann Zug das Nachtragsspiel gegen Weggis mit 5:2. Der zweite Sieg ist am Samstag fällig, wenn Zug 94 II bei den Küssnachter Reserven zu Gast ist (20.15 Uhr, Luterbach).