Steuerbelastung für einige Firmen in Zug sinkt

Die Referendumsfrist gegen die Änderung des kantonalen Steuergesetzes ist unbenutzt abgelaufen.

Harry Ziegler
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Der Zuger Regierungsrat hat entschieden, die sechste Steuergesetzrevision per 1. Januar 2020 in Kraft zu setzen. Kern dieser Revision ist die Umsetzung des Bundesgesetzes über die Steuerreform und AHV-Finanzierung (Staf). Das Bundesgesetz und die Zuger Vorschriften treten laut Mitteilung der Regierung zeitgleich in Kraft.

Im Kanton Zug ist dieses Inkrafttreten möglich, weil die sechste Steuergesetzrevision bereits vor der Abstimmung über das Bundesgesetz am 19. Mai dieses Jahres zu grossen Teilen bewerkstelligt war. «Im Wissen um die notwendige Umsetzung der Staf-Bestimmungen hatten Regierungsrat und Kantonsrat die sechste kantonale Steuergesetzrevision frühzeitig aufgegleist. Bereits bei der Referendumsabstimmung am 19. Mai hatte der Kantonsrat die Gesetzesrevision in erster Lesung beraten», heisst es in der Mitteilung. Man habe einfach auf Nummer sicher gehen wollen. Allerdings: Wäre die Abstimmung am 19. Mai negativ verlaufen, hätte der Kanton sein Revisionsverfahren abgebrochen.

Ohne eigene Revision gälte Bundesrecht

Falls ein Kanton die obligatorischen Bestimmungen der Staf bis zum 1. Januar 2020 nicht umsetzt, findet das Bundesrecht direkt Anwendung. Dies hätte zu einer äusserst unbefriedigenden Situation sowohl für die Unternehmen als auch für den Kanton Zug geführt. Für die betroffenen Unternehmen wäre «es zu einem kaum abgefederten Fiskalschock gekommen, stiege ihre Steuerbelastung doch im Extremfall über 50 Prozent an», steht in der Mitteilung des Kantons. Deshalb tritt die Zuger Steuergesetzrevision zusammen mit Staf in Kraft.

Was bedeutet das nun für die Zuger Unternehmen? Ein Beispiel liefert die Zug Estates. Sie teilt mit, dass die Umsetzung der Revision, bei der im Kanton der effektive Steuersatz von heute noch über 14 auf 12 Prozent sinkt, es ihnen ermöglicht, latente Steuern in der Höhe von etwa 19 Millionen Franken aufzulösen. Das Unternehmen rechnet mit diesem einmaligen positiven Sondereffekt fürs Geschäftsjahr 2019.

Mehreinnahmen auch für den Kanton

Allerdings profitieren nicht nur Unternehmen, auch der Kanton rechnet mit Mehreinnahmen. «Die ausgeprägt international tätigen Zuger Unternehmen profitieren heute oft von einem besonderen Steuerstatus als Holding-, Domizil- oder gemischte Gesellschaft. Diesen Status werden mit der Staf abgeschafft, weshalb ihre Gewinnsteuer von heute etwa 8 bis 10 auf neu rund 12 Prozent ansteigt, was dem Kanton Mehrerträge von etwa 50 Millionen Franken bringt», erklärt Finanzdirektor Heinz Tännler. Auf der anderen Seite würden dafür die heute schon ordentlich besteuerten Gesellschaften, die oft sehr lokal im Kanton Zug verwurzelt und tätig sind, von der neuen tieferen Gewinnsteuer von rund 12 statt heute 14,6 Prozent profitieren. Für den Kanton resultieren daraus Mindererträge ebenfalls von etwa 50 Millionen Franken – weshalb für den Kanton Zug Staf aufkommensneutral ist. Finanzdirektor Heinz Tännler: «Während die bis anhin privilegierten Steuerstatus für Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften aufgehoben werden, sind die natürlichen Personen vom Steuerumbau nicht betroffen.»

Mit dem neuen Bundesgesetz erfolgt also eine Anpassung des Schweizer Steuersystems an die internationalen Standards. Damit kann das Risiko einer Benachteiligung im Welthandel gesenkt werden. Hinzu kommt, dass der Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer von 17 auf 21,2 Prozent ansteigt. Der höhere Anteil bringt dem Kanton jährlich rund 60 Millionen Franken zusätzlich, um allfällige Steuerausfälle durch Staf-Instrumente auszugleichen.