Unterägeri: Steuerfuss wird langfristig gesenkt

Nachdem den Steuerzahlern fürs laufende Jahr ein Rabatt von zwei Prozentpunkten gewährt wurde, will die Gemeinde nun den Steuerfuss langfristig um vier auf 64 Prozent senken.

Cornelia Bisch
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Die letzten Jahresrechnungen und jene fürs laufende Jahr 2018 wiesen äusserst erfreuliche Ergebnisse aus, heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde Unterägeri. «Die Ertragssituation hat sich nachhaltig verbessert», betont Finanzchef Josef Iten-Nussbaumer. «Die Steuereinnahmen werden auch in den kommenden Jahren leicht steigen.» Die durch den Gemeinderat mit Nachdruck verfolgte gezielte Ausgabenpolitik trage jedoch ebenfalls zum positiven Ergebnis bei. Deshalb habe die Einwohnergemeinde auf den für die Jahre 2018 und 2019 vorgesehenen Rabatt von zwei Prozentpunkten verzichtet und möchte stattdessen ab 2019 eine dauerhafte Steuersenkung von vier Prozent auf 64 Prozent gewähren. Mit dem für zwei Jahre budgetierten Rabatt hatte die Gemeinde Vorsicht walten lassen im Hinblick auf grössere Investitionen, die in den Jahren 2020/2021 vor allem im Bereich Schulraumerweiterung zu tätigen sind.

Das Budget für das Jahr 2019 weist im Gesamtergebnis einen Aufwandüberschuss von 385000 Franken aus. Berücksichtigt sind dabei 1,5 Millionen Franken zusätzliche Abschreibungen.

Ertragsüberschuss trotz einmaliger Mehrkosten

«Die Erträge haben sich auf einem guten Niveau stabilisiert und der Aufwand ist unter Kontrolle», so Finanzvorstand Iten-Nussbaumer. Die Perspektiven stimmen den Gemeinderat entsprechend optimistisch. Obwohl einmalige Kosten das Budget 2019 belasten sowie neue Aufgaben wie beispielsweise die Führung zusätzlicher Klassen in der Primarschule auf die Gemeinde zukommen, weist das budgetierte operative Ergebnis einen Ertragsüberschuss von rund 1,12 Millionen Franken aus.

Die Nettoinvestitionen 2019 belaufen sich auf 3,3 Millionen Franken, der Grossteil davon entfällt auf den Bereich Tiefbau, das heisst auf Ausgaben für Strassenbauten und Abwasserbeseitigung. «Wir haben das Strassennetz der Gemeinde durch ein spezialisiertes Büro untersuchen lassen», erklärt Iten-Nussbaumer. «Es zeigte sich, dass wir pro Jahr rund 700000 Franken investieren müssen, um den Ist-Zustand des Netzes zu erhalten.»

In den Jahren 2020 und 2021 wird mit Investitionen von je rund 12 Millionen Franken gerechnet. Diese werden vor allem ins Projekt Schulhaus Acher Mitte fliessen, welches in diesen Jahren gebaut werden soll.

Der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2018 wird ein Planungskredit von 1,1 Millionen Franken vorgelegt. Geplant ist, der Primarschule zusätzliche Räumlichkeiten für zwei vollständige Klassenzüge (1. bis 6. Klasse) zur Verfügung zu stellen. Dazu wird die bestehende Turnhalle rückgebaut und neu vertieft erstellt. Zusätzlich zu den zwölf Klassenräumen werden die entsprechenden Nebenräume (Gemeinschaftsräume, Lehrerzimmer und Büros) erstellt. Das neue Schulhaus Acher Mitte soll im Jahr 2021/22 in Betrieb genommen werden.

Sanierung der alten Verwaltungsliegenschaften

Der Finanzplan zeigt, dass der Steuerfuss in den kommenden Jahren auf 64 Prozent gehalten werden kann. Dies auch unter Berücksichtigung weiterer Investitionen in den Jahren 2021/22 für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und für die notwendige Sanierung der Verwaltungsliegenschaften Gemeindehaus und Altes Dorfschulhaus.

Die beiden teilweise denkmalgeschützten Bauten müssen vor allem energetisch saniert und den Anforderungen eines modernen Verwaltungs- und Schulbetriebs angepasst werden. Der im Budget 2019 resultierende Aufwandüberschuss von 385000 Franken wird dem Eigenkapital belastet.