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STEUERN: Die Steuererklärung per Mausklick abschicken

Die Steuererklärung kann ab sofort digital ans Steueramt geschickt werden. Zug kommt dem Bund zuvor. Das Pflichtprogramm ist schnell erledigt. Aber gewisse Vorbehalte lassen sich nicht ausräumen.
Marco Morosoli
Redaktor Marco Morosoli beim Ausfüllen der elektronischen Steuererklärung. (Bild: Maria Schmid (Zug, 9. März 2018))

Redaktor Marco Morosoli beim Ausfüllen der elektronischen Steuererklärung. (Bild: Maria Schmid (Zug, 9. März 2018))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Die Steuererklärung ausfüllen ist jedes Mal eine Pein. Deshalb wird diese Mühsal immer wieder verschoben, obwohl die ordentliche Abgabefrist jeweils am 30. April endet. Der Kanton Zug hat nun eine Möglichkeit geschaffen, mit der diese lästige Pflicht, sofern alle Unterlagen vorhanden sind, in Fairbanks (USA) ebenso erfüllt werden kann wie auf Bora Bora. Einzige Voraussetzung: eine In­ternetverbindung, ein Smartphone und ein Benutzerkonto beim Kanton.

Eines weiss ich schon nach dem erstmaligen Nutzen dieser neuen Errungenschaft: Gut vorbereitet zu sein, reduziert den Ärger und schont die Nerven nachhaltig. Von der Zeitersparnis gar nicht zu reden. Als Student eine Steuererklärung zu machen, war einfach: Ich musste jeweils auf der ersten Seite der Steuererklärung mit grossen Buchstaben «Student» schreiben. Danach wurde es etwas komplizierter. Aber spätestens mit der Einführung der Möglichkeit, die Steuererklärung am Computer auszufüllen, konnte fast nichts mehr schiefgehen.

Zuerst das eTax-Programm herunterladen und dann loslegen. Ein unsichtbarer Führer begleitet einen durch den Steuerdschungel und macht einen immer wieder darauf aufmerksam, wenn etwas vergessen geht. Vorausgesetzt, man ist Lohnempfänger und hat keine Liegenschaften auf den Cayman Islands oder in den USA.

Ordnung im Steuerdossier hilft, Zeit zu sparen

Eine gute Basis, um den neuen Dienst zu nutzen, ist jeweils, die letztjährige Steuererklärung als Grundlage zu verwenden. Die Eingabe am Computer bot schon in der Vergangenheit die Möglichkeit, Daten, die sich nicht verändert haben, einfach zu übernehmen. Das Geburtsdatum ändert sich ja nicht. Auch die Personennummer klebt einem am Fuss, vorausgesetzt am Zivilstand ändert sich nichts. Die Lohnsumme muss womöglich angepasst werden, aber am Wertschriftenverzeichnis ändert sich meist kaum etwas.

Toll am eTax-Programm war und ist, dass es zum Beispiel bei gängigen Aktien gleich den Wert am 31. Dezember des Vorjahres und die ausbezahlte Dividende angibt. Gut beraten ist der Steuerpflichtige, wenn er ein wohlgeordnetes Dossier hat. Ich bin jedoch, so viel Ehrlichkeit muss sein, ein Chaot. Das habe ich jetzt wieder leidvoll feststellen müssen. Wo ist der Lohnausweis? Wo sind die Bankabrechnungen eingeordnet? Wie viel habe ich für die Krankenkasse bezahlt? Ich sollte es langsam wissen, aber auch dieses Mal verschwende ich viel zu viel Zeit, um die richtigen Unterlagen zu finden. Nicht, dass es in meiner Wohnung an Papier mangelt. Ich bin eher Sammler denn Jäger. Bedrucktes Papier kaufe ich viel schneller, als ich es lese. Ich bewahre auch die Steuerunterlagen der Nuller-Jahre immer noch auf. Beim Ausfüllen der aktuellen Steuererklärung habe ich wiederum die entscheidenden Papiere erst nach einer kleineren Suchaktion finden können. Jedes Mal schwöre ich, dass mir das nicht mehr passieren wird, aber das scheint nur ein frommer Wunsch zu sein.

Steuererklärung ist in einer Stunde zu schaffen

Ich denke, dass jeder die Steuererklärung in einer Stunde aus­füllen kann. Bis zur Online-Übermittlung bleibt alles beim Alten. Erst beim finalen Akt geht bei mir das Zittern los. Obwohl ich es nicht zwingend brauche, speichere ich meine Steuererklärung – und drucke sie zusätzlich noch aus. Jetzt muss ich noch die zwingend notwendigen Unterlagen einscannen. Ich stelle dabei fest, dass ich bis anhin viel zu viel Papier ans Steueramt geschickt habe. Wie ehedem habe ich die Steuererklärung nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt. Und Schwarzgeld habe ich auch nirgends im Ausland parkiert.

Ist alles erledigt, kommt das Neue: Ich muss die Steuererklärung hochladen. Im Prinzip ist das nichts anderes, als wenn ich einem E-Mail ein Attachment anhänge. Der einzige Unterschied besteht darin, dass am Schluss noch die elektronische Unterschrift hinzukommt. Das Programm zeigt ganz genau, wie vorgegangen werden muss. Vor dem finalen Klick habe ich dann grossen Respekt. Dass meine Steuererklärung angekommen ist, wird mir mit einem Mail angezeigt.

Es bleibt nur die Feststellung, dass auch das Ausfüllen der Steuererklärung auf die neue Art eine weitere Tätigkeit ist, in der ich gratis für die Steuerverwaltung arbeite. Dafür sollte es einen Rabatt geben. Aber ich bin einfach froh, dass ich die Pflicht erledigt habe.

Nach getaner Arbeit bestelle ich gleich, auch hier brauche ich ein Passwort, ein paar Bücher. Wenn mich der Staat für meine Arbeit nicht belohnt, dann muss ich es halt selber tun.

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