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STEUERN: Rekord bei den Selbstanzeigen

Der Kanton Zug verzeichnete im Jahr 2017 einen Rekordwert an Selbstanzeigen. Die Steuerverwaltung erstaunt dies nicht, da seit dem 1. Januar neue Bedingungen gelten. Der Kanton schätzt die Steuerehrlichkeit nach wie vor als gut ein.
Livio Brandenberg
Der Sitz der Zuger Steuerverwaltung an der Bahnhofstrasse in Zug. (Bild: Maria Schmid (11. Januar 2018))

Der Sitz der Zuger Steuerverwaltung an der Bahnhofstrasse in Zug. (Bild: Maria Schmid (11. Januar 2018))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Es war eine der grossen Schlagzeilen der ersten Jahreswoche: Im Kanton Zürich hatten sich im Jahr 2017 so viele Steuerpflichtige selbst angezeigt wie noch nie. Das Zürcher Steueramt wurde geradezu bestürmt: 6150 Selbstanzeigen kamen über das Jahr zusammen – knapp dreimal so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2016. Und auch zahlreiche andere Kantone registrierten Höchstwerte, so etwa das Tessin oder Genf. Der Grund für diesen Ansturm ist die Einführung des automatischen Informationsaustauschs (AIA) mit ausländischen Steuerbehörden per Anfang 2018. Das bedeutet, dass Bankdaten aus dem Ausland von hier lebenden Personen nun unaufgefordert bei den hiesigen Steuerbehörden landen. Voraussetzung ist, dass die Schweiz mit den betreffenden Staaten eine diesbezügliche Vereinbarung getroffen hat.

Nicht gerade einen Ansturm, doch eine deutliche Zunahme der Selbstanzeigen gab es auch im Kanton Zug. Total 190 Fälle waren es laut Finanzdirektor Heinz Tännler: «Im Jahr 2017 haben im Kanton Zug 164 Personen – 160 natürliche Personen, 4 juristische Personen – eine Selbstanzeige eingereicht. Dazu kommen noch 26 Nachlässe, in denen Erbinnen und Erben eine Selbstanzeige eingereicht haben, also Fälle sogenannter Erbenamnestie.»

Knapp 11 Millionen zusätzliche Einnahmen

Die 190 Selbstanzeigen bedeuten einen – wenn auch durch die Einführung des AIA zu erwartenden – Rekord im Kanton Zug (siehe Tabelle). Tännler: «Im Vergleich zu den Vorjahren ist 2017 ein überdurchschnittliches Jahr, sowohl in Bezug auf die Anzahl Selbstanzeigen als auch in Bezug auf die Höhe der nachveranlagten Steuern.» Für 2017 beläuft sich die Summe der aus den Selbstanzeigen resultierenden zusätzlichen Steuereinnahmen auf 10,9 Millionen Franken. Der Kanton Zug hat 4,6 Millionen erhalten, die Gemeinden 3,7 Millionen und der Bund 2,6 Millionen Franken. Das Jahrestotal von knapp 11 Millionen ist der zweithöchste Betrag seit der 2010 in Kraft getretenen Steueramnestie. Der Höchstwert eines Jahres liegt bei 14,8 Millionen Franken, die 2013 nachbezahlt wurden. In den vergangenen acht Jahren wurden im Kanton Zug gemäss Steuerverwaltung insgesamt 68,5 Millionen Franken nachversteuert.

Auskunft gibt Tännler auch darüber, was für Vermögenswerte die reuigen Steuersünder oder ahnungslosen Erben nachgemeldet haben: «Ein Grossteil der Nachdeklarationen steht im Zusammenhang mit bisher nicht deklarierten Bankkonten und Wertschriftendepots bei aus- wie auch inländischen Banken. Weitere Schwerpunkte sind im Ausland liegende Liegenschaften sowie Renten aus dem Ausland.» Der bevorstehende automatische Informationsaustausch sei in der Praxis der Steuerverwaltung spürbar, ergänzt Tännler. «Es gibt aber auch Selbstanzeigen gänzlich ohne Bezug zum Ausland.»

Selbstanzeige wegen Erbschaft

Über die Höhe der nun offengelegten Vermögen gibt es kaum detaillierte Angaben. «Je nach konkretem Fall wurden wenige 10000 Franken bis hin zu mehreren Millionen Vermögen und die daraus resultierenden Einkünfte nachdeklariert», so Tännler. Die Summe der insgesamt nachgemeldeten Vermögenswerte werde statistisch nicht erhoben.

Der Anstieg bei den Selbstanzeigen im Kanton Zug hatte sich schon Mitte des letzten Jahres abgezeichnet. In der ersten Jahreshälfte 2017 zeigten sich 88 Steuerpflichtige selbst an. Auf das Jahr hochgerechnet, hätte schon dies Rekord bedeutet. Dieser lag zuvor bei 162 Selbstanzeigen im 2015. Interessanterweise ging die Zahl im folgenden Jahr auf 152 zurück, um dann merklich anzusteigen. Vor diesem Hintergrund will Finanzdirektor Tännler auch nicht zu viel in die aktuellen Zahlen hinein interpretieren: «Die Steuerehrlichkeit schätzen wir im Kanton Zug generell als sehr gut ein.» Zu beachten sei überdies, dass nicht alle Selbstanzeigen auf eigener Unehrlichkeit beruhten. So komme es vor, dass Erben «eine Situation bereinigen wollen, die sie nicht verursacht haben».

Die Tabelle zeigt die Anzahl Selbstanzeigen im Kanton Zug seit 2010.

Die Tabelle zeigt die Anzahl Selbstanzeigen im Kanton Zug seit 2010.

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