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Steuern: In Zug so viele Selbstanzeigen wie nie

241 Personen haben sich im letzten Jahr im Kanton Zug selber angezeigt – das ist ein Rekord. Die Selbstanzeigen sind zudem ein Geldsegen. Seit 2010 flossen beinahe 80 Millionen Franken in die Kasse der öffentlichen Hand.
Laura Sibold
Quelle: Kanton Zug

Quelle: Kanton Zug

Neben Luzern und Zürich verzeichnet auch der Kanton Zug bezüglich Anzahl strafloser Selbstanzeigen einen Rekordwert. Laut dem kantonalen Steueramt haben im vergangenen Jahr 220 Zuger ihre Steuersünden gebeichtet. Dazu kommen 21 Nachlässe, in denen die Erben eine Selbstanzeige eingereicht haben. Insgesamt sind das 51 Selbstanzeigen mehr als noch im Jahr 2017.

Der Hauptgrund für die erneute Zunahme der Selbstanzeigen dürfte im automatischen Informationsaustausch (AIA) von Bankdaten begründet sein. Im vergangenen Jahr erhielten die Schweizer Steuerbehörden erstmals Meldung über ausländische Konten von hier lebenden Personen. Bei der Zuger Steuerverwaltung gingen dadurch rund 39 000 Meldungen ein. «Viele der Selbstanzeiger wollten dem zuvorkommen. Denn eine Anzeige ist nur dann straflos, wenn die Steuerverwaltung noch keine anderweitigen Kenntnisse über die nicht deklarierten Werte hat», erklärt Philipp Moos, Leiter der Abteilung natürliche Personen der kantonalen Steuerverwaltung. Es erstaunt daher wenig, dass die Zugerinnen und Zuger im letzten Jahr vor allem Konten und Wertschriftendepots, die auf ausländischen Banken liegen, selber gemeldet haben.

Wer sich selber anzeigt, muss keine Busse zahlen

Bei den Zuger Steuersündern, die sich selber angezeigt haben, handelt es sich fast nur um Privatpersonen. So betrafen von den 241 Selbstanzeigen im vergangenen Jahr 240 natürliche Personen. Nur ein einzelner Fall wurde von einer juristischen Person eingereicht.

Seit das Mittel der straflosen Selbstanzeige im Jahr 2010 landesweit eingeführt wurde, sind die Zahlen zudem in diversen Kantonen stark angestiegen. Wer seine nichtdeklarierten Einkommen und Vermögen seither angibt, erhält keine Busse mehr. Stattdessen muss er die Nachsteuer inklusive Zins auf maximal zehn Jahre zurückzahlen. Die selber angezeigten Vermögenswerte und daraus entstehende Erträge tauchen dann in den künftigen Steuererklärungen auf.

Die seit neun Jahren straffreien Selbstanzeigen bescheren der kantonalen Steuerverwaltung Jahr für Jahr einen Geldsegen. Seit 2010 flossen total 78,9 Millionen Franken in die Kasse der öffentlichen Hand. Davon waren 31,6 Millionen Kantons- und 24,9 Millionen Franken Gemeindesteuern. Weitere 22,4 Millionen Franken bezogen sich auf die direkte Bundessteuer.

Ein ausserordentlicher Ertrag im Jahr 2013

Im vergangenen Jahr fiel der gesamte Ertrag der Zuger Steuersünder mit 10,4 Millionen Franken um eine halbe Million tiefer aus als 2017. «2018 gab es somit mehr Steuersubjekte als in den vergangenen Jahren, dafür wurde insgesamt und pro Fall weniger Geld gemeldet», legt Philipp Moos dar. Hervorzuheben ist das Jahr 2013, wo der Steuerertrag durch die Selbstanzeigen mit 14,8 Millionen Franken besonders hoch ausfiel. «Obwohl damals nur 118 Selbstanzeigen eingingen, war der Gesamtertrag sehr hoch. Zurückzuführen ist dies auf vier bis fünf Einzelfälle in Millionenhöhe, was eher aussergewöhnlich ist.»

Auf die Frage, ob man bei der Zuger Steuerverwaltung auch in Zukunft mit steigenden Fallzahlen und Erträgen rechnen könne, schüttelt der Abteilungsleiter den Kopf. In der Tendenz gebe es nicht mehr so viele grosse Einzelfälle wie noch vor einigen Jahren. Er gehe daher davon aus, dass die Erträge eher rückläufig sind. Dasselbe gilt für die Anzahl Selbstanzeigen. «Das Jahr 2018 war wegen des automatischen Informationsaustauschs ein Spitzenwert. Wir nehmen an, dass sich künftig wohl eher weniger Zugerinnen und Zuger selber anzeigen werden», prognostiziert Philipp Moos.

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